Da is’ das Ding!

 

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31. Aug. 2009

Nach dem Marathon am Samstag letzter Woche war ich kurz im Bundeskanzleramt, gucken, ob Angie auch den Schreibtisch aufgeräumt hat. Danach wollte ich mit dem Bus-Shuttle zum Verteidigungminiterium fahren, weil da laut Programm eine “Dance Show: Uniformen der Bundeswehr” aufgeführt werden sollte. Das klang so schlecht, das wollte ich sehen.

Im Bus der Shuttle-Linie “Orange” fragte ein Touri vor der Abfahrt den Busfahrer: “Was ist denn interessanter, das Innenministerium oder das Verteidigungministerium?”

Der Busfahrer antwortete, gastfreundlich wie immer:

Det weeß ick nüscht. Mich interessieren beede nüscht.

Die Tanzaufführung habe ich leider verpasst, und als sie zum zweiten Mal stattfand, war ich nicht mehr da.

Aber seit ich all die leckeren Kerlchen in Uniform gesehen habe, überlege ich, wie ich für meine Wohnung den Verteidigungsfall ausrufen könnte…

31. Aug. 2009

Nachdem van Gaal also einen noch schlechteren Saisonstart hingelegt hatte als Grinsi-Klinsi, wurden sie bei den Bayern wohl unruhig… und haben nochmal eingekauft. Robben. Erst dachte ich, man hätte Arjen Robben verpflichtet. Dann wurde mir klar: das größte Problem der Bayern ist ein ganz anderes.

Die Sympathie wurde immer geringer (Ja, auf der nach unten offenen Sympathie-Skala ist durchaus noch Platz!), selbst die härtesten Fans wollten bei dem Gegurke nicht mehr ins Stadion. Die Lösung: possierliche Tierchen! Tiere gehen schließlich immer.

Robben sind niedlich. Sie machen gute Laune, und sie können mit ihrer Nase Bälle jonglieren. Welcher Fußballer kann das schon von sich behaupten? Und auch das Gehalt kostet nicht die Welt, die sind ja schon mit ein bißchen Fisch und ab und an frischem Wasser im Becken zufrieden.

Und Ihr seht ja, kaum sind die Robben da, gewinnt Bayern dreinull gegen den amtierenden Meister Golfsburg.

Aber vielleicht hatte van Gaal auch nur drei Wünsche bei der guten Veh frei… Ich bin allerdings dennoch zuversichtlich, daß er das Ziel von Klinsmann, den Bayern-Abstieg 2010, weiter verfolgt. Das am Samstag war sicher nur ein Ausrutscher.

Nach dem Sieg fragte ich mich allerdings: Hat man van Gaal schon mal lachen sehen? Was passiert wohl, wenn er gut gelaunt ist – bietet er sich dann am Ende selbst das Du an?

Und hat van Gaal eigentlich ein Herz – oder nur eine Anhängerkupplung für den Wohnwagen?

Die größte aller Fragen ist allerdings: Muß Bayern jetzt vor jedem Spiel einen sauteuren Spieler kaufen, um danach zu gewinnen? Das könnte nicht nur teuer, sondern auch problematisch werden – in wenigen Stunden schließt das Transferfenster…

31. Aug. 2009

Wieso stand eigentlich nichts von diesem Chemieunfall bei Hamburg in der Zeitung, so klein kann der doch nicht gewesen sein? Kinners, mal ehrlich… Da is doch was im Wasser! Oder wie sonst wollt Ihr mir das erklären, daß sowohl Liga eins als auch Liga zwei von einem Hamburger Club dominiert wird? Also nicht, daß es mich stören würde, aber wer mir in der Sommerpause prophezeit hätte, daß der HSV die Liga plattmacht und gleichzeitig St. Pauli die zwote Liga dominiert… den hätte ich doch erst mal einweisen lassen.

Hamburg ist jetzt also endgültig die Fußballhauptstadt Deutschlands… Macht ja aber fast irgendwie Sinn, so als Tor zur Welt.
Und das tolle ist ja… Die Tabelle bleibt jetzt erst mal zwei Wochen so, der Länderspielpause sei Dank. Das gibt mir genug Zeit, beim DFB den Antrag zu stellen, JETZT Die Saison zu beenden und die Schale zu übergeben. Ich hätte da sicherlich sogar Unterstützer aus Liga zwei…

Bis dahin werde ich morgen nicht nur feierlich die neue Tabelle ausschneiden und an meinen Monitor kleben (da klebt die von letzter Saison, als der HSV zum letzten Mal Spitzenreiter war) – ich werde auch mindestens zwei Wochen mit eine breiten Grinsen im Gesicht rumlaufen. Und träumen.

Zum Spitzenreiter, Spitzenreiterm hey, hey, hat uns heute der FC Köln gemacht, mit dem kleinen Prinzen in den Reihen. Geholfen hat Ihre Hoheit von und zu Podolski offenbar allerdings nix. Aber wahrscheinlich ist das den Kölner auch gar nicht so wichtig. Denn wie heißt es doch bei Saint-Exupéry? “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.” – wahrscheinlich sind die Kölner im Herzen längst Meister und damit rundum zufrieden.

Da mußten sie heute auch nicht so dolle Fußball spielen. Wenn ich auch zugeben muß, daß das Anschlußtor von Chichi ziemlich klasse war. Außer den Toren hab ich wenig vom Spiel gesehen, ich war nicht im Stadion und habe sämliche Sportsendungen verpasst.

Daher ist es auch am besten, wenn wir jetzt einfach zusammen singen: Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins der Liga sind WIR!

26. Aug. 2009

Als junger Schreiberling lernt man in der Regel recht früh, daß Anführungszeichen nicht nur dazu da sind, ein direktes Zitat zu kennzeichnen. Vielmehr werden sie auch oft dazu verwendet, um sich von etwas zu distanzieren, oder um Ironie zu kennzeichnen.

Siehe beispielsweise auch die Tante Wikipedia zum Thema Ironie: Hat ein Schreiber Zweifel, ob seine Leser Ironie erkennen können, so wird er vorsichtshalber ein ironisch gemeintes Wort mit Anführungszeichen kennzeichnen

Nunja. Ich habe sehr gelacht:

Wie war das noch mit der Selbsterkenntnis…? ;-)

24. Aug. 2009

Ich weiß nicht, ob es Euch aufgefallen ist – über ca. 60, 70 Minuten wurde fast ausschließlich auf ein Tor gespielt. Das vor den Wolfsburg-Fans. Oder besser gesagt den Laien-Schauspielern, die man gegen eine geringe Bezahlung als solche verkleidet hatte.

Anfangs dachte ich, im Ball sei Eisen, und unter der Tribüne der Heimfans ein starker Magnet.

Später wurde mir klar: Die Erdbewegung ist schuld. Man läßt ja gerne mal außer acht, daß sich die Erde um sich selbst dreht, und wir mal oben drauf, und mal unten drunter sind. Und manchmal eben seitlich. So wie gestern.

Während des Spiels war Wolfsburg seitlich. So etwa bei 3 Uhr, wenn die Erde eine Uhr wäre. Dabei war das Tor vor den Heimfans unten, also im Süden. Daher fielen dort so viele Tore… die Gravitation war Schuld!

Es ist einfach viiiiel anstrengender, gegen die Schwerkraft anzuspielen. In die andere Richtung dagegen lief der Ball ja quasi von alleine.

Damit wäre jetzt also das Geheimnis gelüftet, weshalb der HSV sein Trainingslager in Längenfeld zwischen Alpengipfeln verbrachte: Labbadia ließ dort an Steilhängen Spielsituationen und Torschüsse trainieren und hat die HSver zu Bergziegen ausgebildet. Damit hat sich auch endgültig die Berufung des Yeti in den Beraterstab gelohnt.

Als nächstes geht’s zu Hause gegen Köln. Mit welchen Extrem-Trainings man sich darauf vorbereitet hat, verrate ich Euch aber ein anderes Mal.

24. Aug. 2009

Jetzt kann ich’s ja zugeben: Ich habe den Sieg des HSV fahrlässig in Gefahr gebracht. Ich hatte nämlich die Hummel Hummel nicht dabei.

Wäre das schiefgegangen, hätte ich mir ewig Vorwürfe gemacht. Da aber laut Stadionordnung beim VfL Golfsburg alles verboten ist (sogar Konfetti!), hab ich mich nicht getraut. Ich hatte Angst, daß man sie mir abnimmt.

Laut Stadionordnung sind übrigens sogar “Gesänge, die zu Hass und Gewalt gegen Spieler und Schiedsrichter auffordern”, verboten. Im Vorfeld hatte ich schon Horrorvisionen, daß man uns nur ein Lied gestattet: “Danke für dieses schöne Stadion, danke für dieses tolle Team. Danke, daß wir als schnöde Hamburger hier willkommen sind”…

Aber ich hatte irgendwie so eine Ahnung, daß ich heute keine schweren Geschütze (aka. Hummel Hummel) brauchen würde. “Ich hab vom Feeling her ein gutes Gefühl”, schrieb ich gestern einem Bayern-Fan. Und dieses Gefühl wurde 90 Minuten lang nicht erschüttert.

Okay, ich geb’s zu, das war gelogen. Aber von vorn.

Ich war vorher noch nie in Wolfsburg, ich kenne die Stadt nur als Bahnhof auf der Fahrt nach Mannheim. Ich hatte im Vorfeld viel über die Wolfsburger Polizei gehört. Ausnahmslos schlechtes. Und kaum, daß ich 5 Minuten in der Stadt war, merkte ich: alles untertrieben.

Auf dem Weg zum Stadion schien die größte Gefahr von den bepanzerten und beknüppelten Herren und Damen in schwarzen Kampfanzügen auszugehen. Ich lief mit einer kleineren Gruppe HSV-Fans zum Stadion – selbst wenn man nicht wußte, wo es lang geht, wußte man es sofort: Man ließ uns nämlich erst gar keinen anderen Weg. Da, wo in anderen Städten Polizisten im Mob mitlaufen, stellt Wolfsburg haufenweise “Streckenposten” an die Straße.

Hie und da zusätzlich ein paar Berittene… Die ich auch gleich im Einsatz sah. Als nämlich einige Fans sich erdreisten, da hinzulaufen, wo sie -vermeindlich- nix zu suchen hatten, galoppierte gleich die halbe Wolfburger Polizei hinter ihnen her. Beängstigend. Im Stadion erzählte man sich auch etwas von Festnahmen vorm Spiel.

Wenn jemand auf dem Weg zum Stadion stehen blieb, oder nur langsamer wurde, wurde er sofort in den Rücken geschubst und angebrüllt, er solle die Gruppe nicht aufhalten.
Deeskalation geht anders. Von Gastfreundschaft ganz zu schweigen.

Am Gästeblock angekommen verstand ich auch, warum mir hier in den Kommentaren dazu geraten wurde, früh am Stadion zu sein. Es gab zwei Drehtüren, beide so schmal, daß jemand, der auch nur 3 Gramm zu viel auf den Rippen hat, schon sehr quetschen muß, um durchzukommen.

Die Einlaßkontrolle war extremst gründlich, dann war ich auch endlich drin. Die Probleme hörten allerdings damit noch nicht auf. Ich fand nämlich meinen Platz nicht. Und damit war ich nicht allein…

Die Nummerierung der Volkswagen-Arena ist, äh… “interessant”. Ich sach ma so: Ich saß mitten im Block und hatte Platz 1. Rechts von mir, auch mitten im Block, war Platz 28. Noch Fragen? :-)

Zum Wesentlichen: FUSSBALL!

Der HSV machte da weiter, wo er gegen Dortmund aufgehört hatte. Sensationeller Fußball, erster Angriff, zwote Minute, Tor. Einsnull Guerrero. Oder Torwart Benaglio, je nachdem, wie man das sehen will. Ist mir ehrlich gesagt auch wurscht, hauptsache, wir führen.

Die Stimmung in der Gästekurve, eh schon sensationell, kochte über. Ich wußte gar nicht, wie mir geschah, da… Sechste Minute, Elia, Toooor! Zwonull. Wir flippten völlig aus.

Die Sache mit den frühen Toren gefällt mir. Jetzt müssen wir nur noch irgendwie den DFB dazubringen, daß er die Gesamtspielzeit auf, sagen wir mal, 15 Minuten verkürzt, dann ist alles gut.

Meine Fresse, war der HSV überlegen in der ersten Halbzeit. Es gab noch zahlreiche Chancen, einige zwingend. Unterm Strich hätten wir auch zweistellig gewinnen können. Aber auch mit so nem zwonull in der Fremde beim amtierenden Meister geht man recht beruhigt in die Halbzeit.

Blöd allerdings, wenn man gedanklich zu lange in der Pause bleibt und der Gegner innerhalb von drei Minuten alles kaputt macht. Plötzlich zwozwo. Ich erfand neue Schimpfworte.

Ich, die nach sieben Spielminuten schon gezittert hat wie Espenlaub, bekam plötzlich echt Angst. Es spielte fast nur noch Wolfsburg, plötzlich hatten die jede Menge Chancen. Aber es hatte alles so toll angefangen, das DURFTE nicht den Bach runtergehen! Außerdem hatte ich immer noch so ein naives Grundvertrauen in meine Jungs.

Und mit was? Mit Recht. Das Schätzle schoß dann erst den Ball ins Tor und dann nen Pfeil zu mir in den Block… Hach. Besonders schön, daß Petric in Wolfsburg traf – wo die ihn doch im Sommer noch wollten…

Als endlich Berg kam, dachten wir alle, der macht wieder bei der ersten Ballberührung ein Tor und alles ist klar. Machte er leider nicht. Dafür legte Romeo Castelen ein tolles Comeback hin. Klar hätte man sich über jeden Torschützen gefreut. Aber bei jemandem, der so lange verletzt war, wie er (Im Hinterkopf hab ich 19 Monate, kann stimmen, muß es aber nicht), freut man sich doch doppelt und dreifach.

Und plötzlich war er wieder da, der Zweitorevorsprung. Und ich konnte mit ohne Stimme, aber mit ein wenig Pipi in den Augen, mit allen anderen “Wer wird Deutscher Meister? H-H-H-HSV” singen. Ich weiß, es ist erst der dritte Spieltag. Aber scheiße, war das geil!

Ich hab in den letzten fast 15 Jahren einige großartige Spiele mitgemacht. Aber ich glaube, das heute war eines der tollsten, besten und… ach, es war einfach legen…wait for it…dary! Das sind die Spiele, für die man sich Enkel wünscht, um ihnen davon zu erzählen…

Die Bahn schaffte es dann natürlich auf dem Heimweg auf einer Strecke, die eigentlich 1:05 Stunden dauert, eine Verspätung von 45 Minuten rauszufahren… aber wenn ich erst mal den Pitch um die neuen Bahn-Slogans gewonnen habe, und ganz Deutschland mit “Die Bahn kommt. Vielleicht.” plakatiert ist, wundert sich darüber wenigstens keiner mehr.

Bis dahin könnt Ihr hier noch ein paar Bilder gucken:

Diese Aufwärmübung gibt’s bei uns erst, seit Labbadia da ist.

11 Freunde müßt Ihr sein

Nach seinem Tor zur erneuten Führung wollte Petric Applaus. Da ließ ich mich natürlich nicht lange bitten…

Jubel nach dem Vierzwo

Die Mannschaft in der Kurve. Inklusive UFFTA

Ooooh, wie ist das schööööööön! Seht Ihr sie auch, die Träne im Auge??

* Ich bin immer noch ein klein wenig sprachlos.

22. Aug. 2009

Früher hab ich Leichtathletik gehasst. Seien wir ruhig ehrlich – ich war da ne Niete.

Kurzstrecke konnte und wollte ich nicht. Ich sah nicht ein, wieso ich so schnell ich konnte die 100 Meter rennen sollte – wenn die Strecke doch auch noch da war, wenn ich mir Zeit ließ. (Nein, gute Noten waren kein Argument.) Und selbst wenn ich lief, so schnell ich konnte – wirklich schnell war das nicht.

Langstrecke (und dazu zähle ich jetzt auch mal die 800 Meter *hüstel*) konnte ich nicht, weil ich keine Kondition hatte und mir meine Bronchien zu schaffen machten.

Weitsprung war auch nicht so meins, aber da ich offenbar schwache Bänder am Knöchel hatte, schaffte ich es meist, mir schon beim Probesprung den Fuß zu verstauchen – und damit hatte das Elend dann immer erst mal ein Ende.

Kugelstoßen konnte ich auch mehr schlecht als recht, und beim Hochsprung erzielte ich die besten Ergebnisse, wenn die Sportlehrerin grad mal draußen war. Komischerweise waren wir dann ALLE so 5 bis 10 Zentimeter besser als sonst *hust*

Man zwang mich allerdings mehrfach, an Bundesjugendspielen teilzunehmen. Staffel. Die Hölle! Schließlich wollte ich den anderen nicht die Chancen auf Edelmetall versauen… aber was soll man machen, wenn man im gleichen Jahr geboren ist wie drei andere, die antreten wollen?

Eigentlich fand ich auch Leichtathletik im Fernsehen nie sonderlich spannend. Wahrscheinlich hätte sich das auch zur Leichtathletik-WM in Berlin nicht geändert, wenn nicht das Hotel gegenüber zum offiziellen WM-Hotel erklärt worden wäre.

Ich habe also seit ca. 10 Tagen neue Nachbarn. Darunter nicht nur das deutsche Team – sondern auch die Jamaicaner.
Wenn ich morgens an der Bushaltestelle sitze, machen die ersten Athleten schon Steigerungsläufe im Park. Andere starten ihre morgendliche Joggingrunde durch den Tiergarten – und laufen an mir vorbei.

Und spätestens, seit ich weiß, daß Usain Bolt hier in der Nachbarschaft rumspringt, bin ich infiziert. Ich schaue ständig irgendwelche Wettbewerbe, und frage mich, ob sie da mit dem blonden Pferdesschwanz nicht gestern im Supermarkt hinter mir stand, und ob er da nicht gerade aus dem Fenster schaute, als ich unten vorbeilief.
Daß meine (seltenen) Joggingrunden im Tiergarten gerade ausfallen müssen, weil ich mich nicht blamieren will, muß ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen…

So weit, daß ich ins Stadion gehen würde, geht die Faszination Leichtathletik zwar nicht – aber es war klar, daß ich heute den Marathonis einen Besuch an der Strecke abstatten würde. Praktischerweise liefen die fast an meiner Haustür vorbei, an der CDU-Geschäftsstelle bogen sie nämlich um die Ecke und liefen auf die Siegessäule zu.

Da stand ich also ein wenig und sah ihnen zu. Und war beeindruckt, daß sie, obwohl sie 42 Kilometer laufen mußten, so viel schneller unterwegs sind, als wenn ich auch nur einen Kilometer joggen gehen würde. Aber das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich damals einen anderen Berufsweg eingeschlagen habe als den des Marathonläufers.

Von der CDU-Geschäftsstelle eilte ich dann zu Fuß zum Stehlenfeld – und war tatsächlich vor den Marathonis da. Aber okay, ich kannte auch eine Abkürzung…

Die Spitzengruppe nach der ersten Runde mit dem späteren Goldmedaillengewinner Kirui (rechts)

Der deutsche Tobias Sauter (Pltz 60, kam als letzter der vier Deutschen ins Ziel). Er kam fast 30 Minuten nach Kirui ins Ziel.

Mit ihm konnte ich mitfühlen – er war zu diesem Zeitpunkt der Letzte und wurde vom “Besenwagen” gejagt…

16. Aug. 2009

Wer von Euch je eine Fernbeziehung geführt hat, weiß: wenn man sich nach langer Zeit wiedersieht, gibt man sich besonders Mühe. So auch Hamburg und der HSV gestern. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, heiß. Eigentlich zu heiß. Die Queen Mary 2 lag im Hafen, es war Dom, es war Sommerschlußverkauf… und das alles quasi nur als Rahmenprogramm für das wichtigste: Fußball! Drei Monate war ich nicht mehr im Volkspark. Das sind ziemlich genau drei Monate zu viel.

Vor dem Spiel gab es ein kleines Meet & Tweet mit Nedfuller im Block. Wir hatten uns in Eidelstedt verpaßt und ich mußte ihn irgendwie im schon recht vollen Block zu mir lotsen. War glücklicherweise ganz einfach: Eine Reihe vor mir, direkt am Gang, stand ein Bulle von einem Kerl. Der trug, und das ist kein Scherz, nicht nur einen roten Pulli, sondern obendrauf eine dunkelblaue Steppweste. Bei gefühlten 40 Grad im Schatten. Und in der Nord war zu dem Zeitpunkt gar kein Schatten…

Nach einem kleinen Klönschnack ging’s auch schon los. Ich muß ja gestehen, daß ich (an)gespannt war bis in die Haarwurzeln. Drei Monate Fußball-Entzug, drei mehr-schlecht-als-recht-Spiele in den letzten Tagen… und dann Dortmund, die sich ja ganz gerne noch rächen wollten, daß wir sie letzte Saison am letzten Spieltag im Fernduell vom UEFA-Cup-Platz geschubst haben.

Aber ich hatte Euch ja schließlich versprochen, wenn ich nach Hamburg fahre und der Mannschaft mal ne ordentliche Ansprache verpasse, dann wird alles gut.

Die Stimmung in der Nord war sensationell, bei der ersten Ecke für den HSV sagte der Typ hinter mir “Achtung, der geht rein, das hab ich geträumt”. Und kaum hat er den Mund zu, war das Ding drin. Tooooooooooooor!

Und wie wir alle noch so am wild feiern waren, und bevor Loddo mit der Ankündigung des Tors richtig angefangen hatte, blieb uns der Torschrei im Halse stecken. Abschlag, unsre Abwehr noch am Träumen… Einseins.
Mir blieb der Mund offen stehen. Sollte jetzt etwa DIE Scheiße wieder losgehen?? Mannmannmann.

Nur wenig später haut Zé Roberto den Ball erst an den Pfosten und dann ins Netz. Zwoeins. Schon wieder wilde Party auf der Nord. Dortmund taumelte wie ein angeschlagener Boxer, Elia tanze den ganzen Ruhrpott aus, passt auf Guerrero – dreieins. Nach 12 Minuten. WAS FÜR EIN SPIEL!!

Es war immer noch tierisch heiß, es war eng, es war laut – es war einfach sensationell. Hinter mir stand der Fanclub “Fehmarn Raute”, links eine monströse Fahne, die mir immer wieder ins Gesicht hing, rechts ein Typ mit Doppelhalter, den er mir immer wieder auf den Kopf donnerte. Macht nix, es spendete wenigstens kurzfristig Schatten.

Wegen der Hitze machten sich alle Typen um mich rum nackich und zogen die Trikots aus. Und ich? Stand mittendrin und wünschte mir, ich könnte auch 1,2,3, Oberkörper frei rumlaufen. Aber dann hätte Block 26A ja kein Fußball mehr geguckt. Hmpf.

In der Halbzeit schlug ich dem Schiri vor, das Spiel abzupfeifen und zusammen mit dem HSV ein Eis essen zu gehen. Aber Berg, der alte Streber, wollte unbedingt noch zu seinem Erstligadebüt kommen. Also noch mal 45 Minuten schwitzen.

Um die 65. rum hätte Petric dann eigentlich das 4:1 machen müssen. Stattdessen legte er sich lieber im Strafraum in den Schatten. Ich konnte es ihm nicht mal verübeln.

Kurz drauf: Petric raus, Berg rein – Toooooooooooooooooooooooor! Ich sagte es bereits, aber… was war DAS denn für ein Spiel? Berg steht goldrichtig und schiebt mit dem ersten Ballkontakt den Ball ins Tor. Großartig.

Irgendwann fiel dann das Vierzwo, und während wir schon “Scheißegal, scheißegal, scheißegaaaaaal” sangen, redete Rost dem Schiri das Tor aus. Abseits. Zu recht. Mann, was hab ich gelacht, als die Anzeigentafel wieder korrigiert wurde.

Mir gefielen Zé Roberto und Elia besonders gut, auch Jansen (kam erst sehr spät) hatte einige gute Aktionen. Daß stellenweise wenig über die Außen lief, würde ich jetzt mal außer acht lassen – da war Sonne. Da hätte ich es auch eher über die schattige Mitte versucht…

Unterm Strich ein klasse Heimauftakt in die Bundesligasaison. Ich hoffe, wir können einiges von dem Schwung mit nach Golfsburg nehmen. Ich zumindest werde auch da wieder alles geben!

Festzuhalten bleibt noch, daß ich zu Beginn in Unterzahl antreten mußte – mein Kreislauf war bei der Hitze nicht ganz auf der Höhe. Dafür war ich dann zum Ende des Spiels in Überzahl, irgendwann hatte Brüno einen leichten Sonnenbrand eingewechselt.

16. Aug. 2009

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt, heißt es immer. Seit heute weiß ich: Nichts ist so gefährlich wie die Steuererklärung. Ich hätte mir heute dabei nämlich beinahe den großen Zeh gebrochen.

Ich saß auf dem Wohnzimmerboden, um mich hierum diverse Belege verstreut, und sortiere fleißig. Einen Stapel wollte ich dann auf die Kommode neben mir legen, damit er nicht wieder durcheinander gerät.

Ich stehe also auf und hake mich (unbemerkt) mit dem großen Zeh des rechten Fußes in den Metallbügel des offen auf dem Boden liegenden Leitzordners ein. Durch die Gewichtsverlagerung beim Aufstehen begann der Leitzordner, auf dem Teppichboden wegzurutschen, mein großer Zeh wurde sehr ruckartig in eine sehr unnatürliche Haltung verdreht – und beim Versuch, mich zu fangen, rammte ich mir den Metallhebel, mit dem man den Ordner öffnet, in die Fußsohle.

Die Bilanz der Aktion: Eine blutende, schmerzende Wunde in der Fußsohle, ein dunkellila Hämatom auf der Innenseite des rechten Fußes, ein Lachkrampf, der Einsatz von zwei Kühlpads sowie ein Schnaps zur inneren Desinfektion.

Hätte ich diese kleine Indoor-Surfeinlage gefilmt, ich hätte damit bei “Pleiten, Pech & Pannen” sicherlich den goldenen Raben gewonnen…

14. Aug. 2009

Von mir aus kann’s losgehen!!

Man merkt übrigens erst so richtig, wie lange das letzte Spiel her ist, wenn man sieht, wie weit das HSV-Polo im Schrank nach unten durchgerutscht ist…

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