Da is’ das Ding!

 

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Pleite on Tour 2013/14

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27. Apr. 2016

Seit Wochen meckern alle über den April. Eigentlich schon mindestens seit März. Der März war streckenweise schon fies. Aber der April scheint dieses Jahr so aprilig wie selten. Ich meine, ernsthaft, Schnee?!

Inzwischen ist mir klar: Dahinter steckt der Fußballgott. Und wie so oft, ist an dem ganzen Schlamassel mal wieder der HSV Schuld. Immerhin weiß ich jetzt auch, wie lange wir noch frieren müssen: Bis rechnerisch Platz 16 nicht mehr drin ist.

Denn, Hand aufs Herz: wahnsinnig viele HSV-Fans hatten sich für diese Saison nichts mehr gewünscht als eine langweilige Saison und eine frühe Rettung. Am liebsten schon im Winter.

Tja. Hier kam dann aber der HSV ins Spiel, der eben, fußballgöttliche Anweisung oder nicht, auch nicht aus seiner Haut kann. Anders sind diese Graupenspiele wie gegen Darmstadt und Hoffenheim doch kaum zu erklären. Folglich ist eben so lange Winter, bis der HSV endlich durch ist.

Ihr könnt also schon mal langsam die kurzen Hosen aus dem Schrank holen und den Balkon bepflanzen. Der Frühling ist nur einen weiteren Punkt entfernt!

Wobei… In HSV gerechnet weiß man natürlich nie so genau, wie lange das dauert. Ich bin da aber durchaus optimistisch.

Und falls sich das doch noch ändern sollte: Lieber HSV, bitte pack Ekdal so lange im Watte, bis klar ist, daß Platz 16 an uns vorüber geht.

Der trägt nämlich aktuell die Rückennummer 20. So wie Lasogga vor zwei Jahren. Und Díaz vor einem.

Ich mein ja nur. Nicht, daß es dann wieder heißt, es hätte keiner Bescheid gesagt…

In diesem Sinne:
Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!

Derbysieger

PS: Schön war’s. Und bitter nötig für Tabellensituation und Nerven. Aber wem sag ich das.

Fun Fact: Ich bin tiefentspannt ins Stadion. Nach dem Einsnull fing ich an, ständig auf die Uhr zu gucken. Nach dem Zweinull wurde ich richtig unruhig. Und nach dem gehaltenen Elfer hielt ich es kaum noch aus vor lauter OHMEINGOTTDASWÄRSOWICHTIG.

Puh. Hoffentlich kommt der Frühling wirklich bald, und bringt den Klassenerhalt mit.

8. Sep. 2015

Leuchtturm in Büsum

Das Jahr 2015 ist schon zu zwei Dritteln rum. Ich habe aus diversen Gründen allerdings immer noch 90% meines Jahresurlaubs zur Verfügung. Da sich daran vorerst auch nicht groß was ändert und ich endlich mal ein komplettes Wochenende frei hatte und kein Heimspiel anstand, haben der Mister und ich kurzfristig beschlossen, ans Meer zu fahren.

Ich bin ja Team Nordsee, seit ich denken kann. Bisher war ich allerdings immer in Niedersachsen.

Diesmal verschlug es uns für zwei Nächte nach Büsum. Ja, genau. Das ist da, wo die Krabben her kommen.

Sehr viel mehr wußte ich über Büsum auch nicht, als ich unsere Pension buchte. Büsum liegt an der Nordsee, so schlecht konnte es da also per Definition schon mal nicht sein.

Ich hab dann natürlich nochmal kurz nachgelesen, was man da so macht, außer Krabben puhlen, bevor wir los sind. Stellte ich raus: nicht viel. (Eine Homepage listete unter der Überschrift “Sehenswürdigkeiten Büsum” aus purer Verzweiflung sogar ein Hochhaus auf, das wenig kann, außer halt hoch sein. Das sorgte bei uns auch jedes Mal, wenn wir dran vorbei liefen für große Heiterkeit.)

Freitagabend fuhren wir also los, knapp eine Stunde Richtung Norden. Als wir an Growianen und Kühen vorbei kamen, setzte bei mir schon die Entspannung ein.
Am Ziel angekommen, haben wir kurz unser Zimmer bezogen und sind dann gleich wieder los. Gucken, ob die Nordsee da ist. Weil… Die ist wirklich NIE da, wenn ich ankomme. So auch diesmal… An beliebten Traditionen muß man schließlich festhalten :)

Deich!

Während die Nordsee langsam zurück kam, um uns zu begrüßen, spazierten wir gemütlich den Deich entlang.
Die, nunja, “Innenstadt” erkannten wir unschwer daran, daß auf einer Bühne ein schlechter Alleinunterhalter Helene-Fischer-Songs zum besten gab. Gerüchten zufolge habe ich sogar kurz ausprobiert, ob “Atemlos” erträglicher wird, wenn man mitschunkelt… (Nein.)

Den Ohrwurm bekämpften wir anschließlich vergeblich damit, daß wir “Hamburg Ciddy” von Maggers United auf “Büsum City” umtexteten.

Ein paar Meter weiter zeigte ein Wegweiser in Richtung FANTOMAS 2000. Das klang nach Superheldencomic, nach Zukunft, wenigstens nach einer Dorfdisko… war dann aber leider nur irgendein Klamottenladen. Nun ja.

Auf dem Rückweg, es war längst dunkel und Helene wurmte noch in meinem Ohr umher, kamen wir an einem Spielplatz vorbei. MIT SCHAUKELN!!!
Wir mußten dann unbedingt erst mal eine kleine Heimgeh-Pause einlegen, um im Dunkeln mit Nordseeluft um die Nase zu schaukeln und Sterne zu gucken. Großartigst.

Der Sonnabend begann mit einem extrem leckeren Frühstück in der Pension. Anschließend, das Wetter war super, ging’s wieder Richtung Deich. Ich kann ja gut nen ganzen Tag damit verbringen, am Deich zu sitzen und auf die Nordsee zu gucken. Oder einfach immer wieder den Deich auf und ab zu laufen.

Weil man sonst gar nicht so viel machen kann, taten wir das auch. Deich, Nordsee, Kutter, Leuchtturm. Ach, und natürlich mußte ich einem Krabbenverkäufer in die Krabbenkiste gucken. Ich kenn das ja nicht frisch vom Kutter, sondern nur ausm Supermarkt.

Krabben

Mittags gab’s eine Kaffeepause, anschließend haben wir uns mit Fischbrötchen und Bier in einen Strandkorb im Innenhof der Pension gesetzt und dank SkyGo und WLAN Bundesliga geguckt.
Die Laune haben wir uns davon auch nur minimal versauen lassen… und sind dann bald wieder los, geeenau, den Deich entlang.

Abends wollten wir Scholle essen. Und nach ein wenig umherirren, entschieden wir uns (Todesmutig, ohne vorher bei Yelp & Co. die Kritiken zu lesen!) für das Restaurant Spieskomer.

Es gab lecker Scholle, ich aß die ersten frischen Nordseekrabben meines Lebens und filetierte zum ersten Mal einen Fisch. Mehr oder minder unfallfrei.

Während ganz Büsum und Umgebung den Abend an der Lagune beim Konzert von Andreas Bourani verbrachte, ließen wir den Tag im Strandkorb ausklingen…

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Am Sonntag gab’s zum Frühstück in der Pension sogar eine Portion Nordseekrabben, frisch gepult. Sensationell.
Anschließend packten wir unseren Kram ins Auto und liefen wieder die bewährte Route.

Mir wurde dann irgendwann ziemlich schummerig, knallrot war ich vom Vortag sowieso… und der Mister stellte dann recht schnell fest, daß ich mir am Sonnabend den ersten Sonnenstich meines Lebens eingefangen hatte. Upsi.

Die Erholung minderte das allerdings nicht… und wir haben uns jetzt beide fest vorgenommen, mit dem nächsten Kurztrip ans Meer nicht wieder so ewig zu warten.
Nächstes Mal nehme ich dann auch ne Kopfbedeckung mit und denke an die Sonnenmilch. Ganz sicher.

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7. Sep. 2015

Es ist Länderpause. Zumindest glaubt ihr das alle. In Wahrheit machen die diese Pause ja nur, damit ich endlich mal zum Bloggen komme…

Bevor die Bundesliga weitergeht, will ich mal eben meine Gedanken zu den ersten drei Spieltagen notieren.

1. Spieltag – auswärts in München
Als HSV nach München zu fahren ist ja immer so eine Sache. Weniger für den HSV selbst, als für den Rest der Welt. Da hagelt es Häme schon vorm Anpfiff, weil man gegen Bayern spielen muß. (Ähm… Hab ich ne Liga-Neuerung verpasst? Müssen nicht mehr ALLE Mannschaften irgendwann gegen Bayern ran?)
Da werden Grillwitze gemacht (Laaaaangweilig!) und Wetten angeboten, ob es diesmal endlich zweistellig wird (Pfff.)

Vor Anpfiff ist quasi schon klar: Der HSV blamiert sich bis auf die Knochen, steigt nach Abpfiff freiwillig vor lauter Scham mit sofortiger Wirkung ab, die Würstchenfabrikanten müssen allesamt Überstunden machen und überhaupt, haha, da fliegt bestimmt der Trainer raus!

Und dann erdreistet sich dieser HSV einfach so, das nicht zu tun. Sondern die erste Halbzeit überraschend okay dagegen zu halten. Selbst ich, die ich ja immer daran glaube, daß wir alles und jeden wech hauen, war angenehm überrascht.
Wie genau die Bazis in Schach gehalten wurden, hat der Herr Baldrinho schöner erklärt, als ich das jemals könnte.

Daß man dann vor der Pause doch noch das Nulleins kassiert, ja nun, das war verschmerzbar.

Blöd wurde es, als Costa(fastgarnix) in der zweiten Halbzeit mit Ostrzolek Samba tanzen konnte, wie er wollte. Nur logisch, daß Ozzy dann irgendwann im eigenen Strafraum eine Mischung aus Schwalbe und Mittagsschläfchen machte…

Mir war’s am Ende mit 5:0 dann doch ein, zwei Tore zu hoch… Aber gegen Bayern kann man mal verlier’n… und wir werden sicher nicht die einzigen sein, die da fünf Dinger kassieren.

Ich startete also trotz Platz 18 extrem zuversichtlich und entspannt in die neue Saison.

2. Spieltag – zu Hause gegen Stuttgart
Wenig Gefühle sind für mich mit denen vergleichbar, wenn man nach einer dramatischen Saisonschlußphase und einer langen Sommerpause das erste Mal zurück ins Stadion kommt.

Dieser Moment, in dem ich zum ersten Mal aus dem Umlauf trete und das Spielfeld und die Ränge sehe, das ist schon jedes mal ganz viel Hach.

Bei “Mein Hamburg lieb’ ich sehr” vorm Anpfiff hatte ich Gänsehaut und nen kleinen Kloß im Hals. Irgendwo zwischen Mannschaft begrüßen, “Hamburg meine Perle” und Mannschaftsaufstellung wurde mir wieder klar, was mir die ganze Zeit gefehlt hatte. Dieses HSV-Ding ist einfach durch nichts zu ersetzen.

Das machte mir auch der Spielverlauf wieder deutlich. Zweimal in Rückstand geraten, zweimal zurück gekommen und letztlich das Ding gedreht. Es gibt zwar entspanntere Siege, aber diese sind schon ziemlich großartig.

Und ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wann durch unser Stadion zuletzt ein “Oh, wie ist das schön!” schallte.

FUCKYEAHHEIMSIEG!

Randnotiz: Ekdal gefiel mir in seinem zweiten Bundesligaspiel extrem gut, ich sah da einen krassen Fortschritt im Vergleich zum Spiel in München.
Auch gegen Stuttgart fiel mir wieder auf, daß wir wohl ein Problem links hinten bekommen. Man wünscht sich ja fast schon Jansen zurück! Schon irgendwie bitter, daß Stuttgart ihn irgendwann gar nicht mehr gedeckt hat, weil sie offenbar erkannt haben, daß da keine Gefahr droht. Meh. Mal sehen, wie das auf der Position weitergeht.

3. Spieltag: auswärts in Köln
Letztes Jahr war ich noch mit in Köln, dieses Jahr saß ich während des Spiels in Büsum im Strandkorb.

Als Hirzel für den verletzten Adler kam, meinte der Mister, jetzt dürfte man auch verlieren. Stattdessen besorgte Holtby erst mal den Führungstreffer. Ich wollte eigentlich sauer sein, daß er das macht, wenn ich nicht im Stadion bin… aber die Freude über das Tor überwiegte. Und ich glaube, die Jubelschreie hörte man bis hintern Deich.

Schade, daß es dann letztlich wertlos war. Das 1:1 war natürlich eine Verkettung blöder Fehler… das 2:1 in meinen Augen eine Fehlentscheidung. Kein Rot, kein Elfmeter.
Ich sehe mich in dieser Meinung durch die ein-Spiel-Sperre von Spahic auch bestätigt, will da jetzt aber gar nicht groß drüber diskutieren.

Nur so viel: Ich fürchte, es war nicht das letzte Mal, daß gegen Spahic strittige Entscheidungen gepfiffen werden. Dennoch halte ich ihn für eine gute Verstärkung.

Am Freitag geht’s nach Gladbach – mal sehen, wie lange ich diesmal brauche, um wieder Zeit zum Bloggen zu finden. Die nächste Länderspielpause kommt bestimmt ;-)

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

9. Aug. 2015

Vor zwei Jahren gastierte der HSV in der ersten Pokalrunde in Jena. Der Gegner im (auf dem?) Ernst-Abbe-Sportfeld damals war zwar Schott Jena, aber das lassen wir jetzt mal außen vor.

Ich war damals im Stadion, es schüttete vor Anpfiff fürchterlich, der HSV tat sich wahnsinnig schwer mit dem Gegner und es stand mehr als eine Stunde Nullnull. Irgendwann platzte allerdings der Knoten, in rascher Folge fielen vier Tore (zweimal Rudnevs, einmal Van der Vaart, einmal Zoua) und die nächste Runde war sicher.

Am Ende der Saison wurde man Sechzehnter und mußte sich über die Relegation gegen Fürth sowohl Arsch, als auch Erstklassigkeit sichern.

DFB-Pokal ist nur Schall und Rauch

Heute gastierte der HSV wieder in Jena. Selbes Stadion, anderer Gegner. Ohne die Torschützen von damals. Und ohne mich.

Auch gegen Carl Zeiss sah das nicht gut aus. Eigentlich noch schlechter als damals. Ich will jetzt nicht mit dem Finger auf einzelne Spieler oder individuelle Fehler zeigen, das bringt nichts und können andere ohnehin besser.

Kurz gesagt: Man geriet zweimal in Rückstand, kam zweimal zurück. Ja, ich weiß, das Einseins hätte nicht gelten dürfen, der Ball war im Aus. Aber Tor ist nun mal, wenn der Schiri pfeift… Und das hat er.

Dann also Verlängerung und plötzlich ging Jena wieder in Führung und der HSV hatte dem nichts entgegen zu setzen.

Das “Willkommen im Paradies” auf der Anzeigentafel wurde plötzlich zur blanken Ironie. Pokalaus in der ersten Runde. Schon wieder.

Dennoch weigere ich mich, der allgemeinen Weltuntergangsstimmung zuzustimmen. Noch kein Bundesligaspiel gemacht, aber schon abgestiegen. Zumindest, wenn man sich so umhört.

Was unbestritten ist: es kam zu wenig vom HSV. Jena kratzte, Jena biss, Jena gab den HSV-Spielern vermutlich sogar Tiernamen.
Beim HSV fehlte dagegen dieser Wille. Die Brechstange. Das, was uns in der Schlußphase der letzten Saison letztlich gerettet hat.

Klar, als Generalprobe vorm Bundesligaauftakt in München war das heute ne Katastrophe. Mit der Einstellung darf man nicht zum FCB fahren… Sonst machen die Hackfleisch aus uns. Der HSV muß bis Freitag mindestens eine Schipplock drauf legen.

Dennoch bin ich zuversichtlich für die Saison. Und das nicht nur, weil auf eine verpatzte Generalprobe normalerweise eine furiose Premiere folgt.

Die Vorbereitung sah doch streckenweise schon vielversprechend aus, vom ein oder anderen Neuen verspreche ich mir einiges. Und vielleicht war das jetzt ein Schuss vor denn Bug zur rechten Zeit. Nicht übermütig werden. Kleine Brötchen backen.

Und damit sich auch alle Spieler daran halten, fände ich es gut, wenn wir den Vorschlag von @murkeleien umsetzen:

Wer als Bundesligist im DFB-Pokal von einem Regionalligisten rausgekickt wird, muss in der Bundesligasaison mit roten Clownsnasen spielen.

Ob mit roter Nase oder ohne, eins ist jedenfalls klar: Der Kelch, äh, Verzeihung, Pokal, wird auch diese Saison wieder am HSV vorüber gehen.

Vielleicht ist das auch besser so.

So können sich alle Beteiligten komplett darauf konzentrieren, in der regulären Bundesligasaison den Klassenerhalt zu sichern. Ich bin vermutlich nicht die Einzige, die sich darüber freuen würde.

Und so toll ist Berlin doch auch wieder nicht…

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
Nur der HSV!

PS: 2012 nach dem DFB-Pokal-Aus in der ersten Runde beendete der HSV die Saison anschließend als Siebter. Meinjanur.

10. Jun. 2015

Selbst der HVV gratuliert zum Klassenerhalt

Ja, ich weiß, ich bin verdammt spät dran. Ihr seid alle gedanklich längst in der Sommerpause, bei der Frauenfußball-WM, dem Länderspiel nachher, der anstehenden DFB-Pokal-Auslosung oder bei der Kaderplanung für die nächste Saison.

Ich nicht. Ich bin auch eine Woche danach immer noch damit beschäftigt, durchzuatmen. Zu verstehen, daß der Spuk vorbei ist. Daß alles gut ging.

Erstklassig. Unabsteigbar. Immer noch.

Man würde ja denken, daß die Wiederholung von Situationen dazu führt, daß sie mich weniger mitnehmen. Beim HSV gibt es diesen Gewöhnungseffekt für mich nicht.

Wenn ich mich zurück erinnere: Klar war es schlimm, damals, 2009 gegen die verbotene Stadt. Klar hatte ich nach dem Aus in Pokal und UEFA-Pokal schlechte Laune. Klar hat es mich emotional nicht kalt gelassen.
Aber nicht so sehr wie Fulham 2010.

Ähnlich ist es mit der Relegationsscheiße.

Klar ging mir letzte Saison gegen Fürth mächtig der Arsch auf Grundeis. Ich habe gezittert, ich habe gefühlt im Stadion kein einziges Mal geatmet, ich habe gespürt, wie mir das Herz bis zum Hals klopft. Und ja, ich hatte ein ums andere Mal Pipi in den Augen. Vor Angst, Anspannung und zuletzt Erleichterung.

Dennoch war Fürth im Vergleich zum Saisonendspurt dieses Jahr für mich schon fast ein Wellness-Urlaub.

Seien wir ehrlich: Der HSV war auf dem Papier längst weg. Nach dem 28. Spieltag Tabellenletzter, 2 Punkte auf den Relegationsrang, 4 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz, kaum Tore, kein erkennbarer Plan…

Das ist nicht schön. Und das ist auch nicht einfach zu verdrängen. Ich versuchte es dennoch… Scheuklappen auf, weitermachen.

Die Tatsache, daß ich mich auch im Job mit dem HSV beschäftige, erschwerte das ein wenig. Ich glaubte trotzdem dran. So lang es noch irgendwie rechnerisch möglich war.

Am 21. April errechnete Ligagott.de, daß der HSV zu 91,6 Prozent absteigt. Ich klammerte mich an die verbleibenden 8,4 Prozent.

Und plötzlich passierte das, worauf ich gehofft hatte. Es fanden sich Spieler, die Verantwortung übernehmen wollten. Spieler, die kämpften. Plötzlich straften jene, denen so oft der Charakter abgesprochen wurde, die Vorurteile Lügen. Und: Es stand wieder eine Mannschaft auf dem Platz.

Auch, wenn es am Ende rasiermesserscharf war: Mit Knäbel als Trainer wäre der HSV wohl gerade auf der Suche nach einer schicken Tapete für den Ort, an dem jetzt die verhassteste Uhr der Liga tickt. Mit Knäbel als Trainer würde wohl irgendwer gerade durch den Keller der Arena kriechen, um nachzusehen, ob da noch irgendwo das Kostüm der Hummel rumstaubt.

Die Verpflichtung von Labbadia hatte einen großen Anteil an der Rettung. Ob es einem anderen Trainer auch gelungen wäre, das Ruder rumzureißen, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Frage ist auch: Hätte sich ein anderer Trainer wirklich dieser Aufgabe gestellt?

Es ist müßig, darüber zu diskutieren. Und wir wissen alle, wie ich mich “gefreut” habe, als die Trainerentscheidung fiel.

Dennoch: Labbadia hat es geschafft, der Mannschaft neues Leben einzuhauchen. Und, viel mehr, eine Mannschaft zu formen. Was aus den Trainingslagern nach außen dran, hatte oft wenig mit Fußball zu tun: Huckepacklauf, Kanufahren, Luftgewehr schießen…

Aber es war wohl das, was fehlte. Spaß. Selbstvertrauen. Zusammenhalt. Die Mannschaft stark reden, das wenige positive hervorheben, das ganze Schlechte verleugnen.

Und plötzlich lief es auch auf dem Platz, der HSV kletterte aus dem Tabellenkeller, die 8,4 Prozent schienen Recht zu behalten.

Damit, daß man dann doch vor dem letzten Spieltag wieder auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen würde, hatte ich schon fast nicht mehr gerechnet. Im letzten Saisonspiel auf andere Ergebnisse hoffen zu müssen war für mich der blanke Horror.

Der Mister sah Schalke als das Problem an, ich dagegen hatte Angst vor den anderen Partien – war mir aber sicher, daß wir Schalke zu Hause wechhauen.

Die Partie war emotional unglaublich anstrengend. Es wurden keine Live-Zwischenstände eingeblendet, Empfang hatten wir nicht. Also waren wir darauf angewiesen, per Flüsterpost im Block die anderen Ergebnisse zu erfahren.

Leider kam da nicht immer nur die Wahrheit. So versicherte uns einmal jemand, Paderborn führe 2:1 gegen Stuttgart, was zu dem Zeitpunkt Platz 15 bedeutet hätte. Ein anderes Mal trug uns jemand zu, Freiburg führe in Hannover – und der HSV sei abgestiegen.

Der Abpfiff in Hamburg, der zwonull-Sieg… Er war nicht ansatzweise erlösend. Zu sehen, wie sich auf dem Platz die gesamte Mannschaft um ein Handy drängt und auf den Abpfiff in Hannover wartet, der über Relegation oder Abstieg entscheidet… Die Hölle auf Erden war nie näher.

Dann war also klar: Relegation, schon wieder. Darmstadt, Lautern und Karlsruhe waren in der Verlosung – eigentlich war klar, daß ich das Auswärtsspiel mit einem längst überfälligen Heimatbesuch kombinieren würde.

Der Mister hatte mir schon früh mitgeteilt, nicht mit auswärts zu fahren. Puh. Alleine auswärts? An sich kein Problem, zigfach gemacht. Aber Relegation? Was wenn… Nein, nicht dran denken.

Und dann war klar: Karlsruhe.

Für mich die größte Zwickmühle überhaupt. Eigentlich ertrage ich derartige Spiele am Fernseher noch schlechter als im Stadion. Weil ich im Stadion notfalls versuchen kann, den Ball ins Tor zu brüllen. Eigentlich ist das letzte Saisonspiel ja auch Pflicht.

Andererseits: Karlsruhe. Ich sah dort fünf HSV-Spiele. Vier davon endeten mit Niederlagen. Zwei in KO-Spielen (DFB-Pokal).

Der Server des HSV nahm mir die Entscheidung dann ab. Er ging vor mir in die Knie – und als er nach ner Stunde wieder aufstand, waren alle Tickets weg. Nun gut.

Das Hinspiel machte die eh schon vorhandene Angst davor, wie das alles ausgehen würde, nicht grade kleiner. Der HSV schien die Hosen gestrichen voll zu haben, das Einseins war mehr Glück denn Können. Aber gut, wir wollen ja nicht meckern.

Schlimm fand ich, das Stadion zu verlassen. Mich nochmal umzudrehen, das geliebte Wohnzimmer im Flutlicht zu sehen… und nicht zu wissen, ob man hier kommende Saison erste oder zweite Liga spielen würde.

Und dann kam das Rückspiel. Ich hatte das Atmen mittlerweile komplett eingestellt, zerquetschte die Hummel mit der linken Hand und versuchte, mit der rechten dem Mister nicht ähnliches anzutun.

Die Minuten vergingen, es stand Nullnull. Langsam kam mir schon eine Vorahnung dessen, was los wäre, wenn der HSV diese Saison so abstiege, wie er die letzte Saison drin blieb: Mit einem Einseins und einem Nullnull.

Nein, böse Gedanken, weg damit.

Die Uhr tickte runter. Unaufhörlich. Ich schwankte zwischen wegsehen und hingucken, mir war schlecht, ich hatte Angst. Karlsruhe stand mit Mann und Maus hinten drin, wenn der HSV mal durch kam, war immer irgendwo ein Bein dazwischen.

Dann ging Karlsruhe zu allem Überfluß in Führung. Klar, für den HSV änderte sich nix, ein Tor mußte so oder so her. Dennoch… 12 Minuten vor Abpfiff ein ziemlicher Schlag in die Magengrube.

Aufstehen, Mund abwischen, weitermachen. Und hoffen. Auf das Wunder vom Wildpark. Darauf, daß Hermann dem Fußballgott auf die Finger haut.

Der HSV drückte, wollte den Ausgleich. Inzwischen lief die Nachspielzeit. Auf der Bank von Karlsruhe standen schon die Kartons mit den Aufstieg-Shirts bereit. Die Polizei marschierte vor dem Gästeblock auf.

Dann ein Freistoß für den HSV an der Strafraumgrenze. Statt van der Vaart, dessen Standards das ganze Spiel über vom Pöbeln des Misters begleitet wurden, lief Diaz an. Inzwischen weiß ich, daß das nicht so geplant war. VDV wollte schießen, Diaz soll gesagt haben “Tomorrow, my friend, tomorrow”. Und sich den Freistoß geklaut haben.

Der Rest war Jubel. Der Freistoß landete im Winkel, die ersten Fans sprangen über den Zaun, wir kugelten auf dem Sofa übereinander.

Heute, mit einigen Tagen Abstand, frage ich mich immer noch: Wie viele Eier passen eigentlich in so einen 1,66-Meter-großen Chilenen?

Jetzt also Verlängerung. Ich war nervlich völlig am Ende, zuckte bei jedem Karlsruher Ballkontakt zusammen.

Innerlich bereitete ich mich schon auf ein Elfmeterschießen vor. Wer würde antreten? Und sind die Nerven stark genug? Meine nicht, das weiß ich – und mir war auch klar, daß sich der Mister im Falle eines Falles hinter meinem Sofa verkriechen würde.

Zum Glück kam es nicht dazu. Müller machte das 2:1 in der 115., uns war klar: Das war’s. Zwei Dinger fangen wir uns nicht mehr.

Hier zum Nachhören:

Daß Adler dann sogar noch einen Elfmeter hielt – netter Versuch, im Endspurt meine Nerven zu beruhigen… aber die waren da schon ordentlichst strapaziert.

Die Szenen nach Abpfiff werde ich wohl nie vergessen. Und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich sie sehe. Ein Labbadia, der völlig ausrastet und ein Interview von Beiersdorfer crasht. 13.000 Menschen beim Public Viewing, die völlig ausrasten. Oberkörperfreie Spieler auf dem Zaun, mit Megaphon und HSV-Schal. Und eines meiner liebsten Videos: Die Mannschaft, die im Bus komplett hohl dreht.

Für mich hat sich letzten Montag irgendwie auch ein Kreis geschlossen. Ich habe gegen Schalke zum ersten Mal den Namen des Trainers gerufen – ich habe meinen Frieden mit ihm gemacht.

Allerdings kann ich bis heute keine Bilder von Fulham sehen oder zu lange drüber nachdenken, ohne daß ich anfange, unscharf zu sehen.

Ähnlich ist es derzeit noch mit Bildern aus Karlsruhe. Nur besetzt mit sehr viel Dankbarkeit und Freude darüber, daß alles noch mal gut gegangen ist.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV.

Sie tickt noch!
Ich hab nachgeschaut: sie tickt noch!!

20. Sep. 2014

Eine Woche nach meinem ersten echten Auswärtsspiel folgte mein erstes echtes Heimspiel. Ein Heimspiel, zu dem ich nicht mit dem Zug, sondern mit der S-Bahn anreisen würde. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit den Spielen in Berlin! Dort war ich nie wirklich zu Hause.

Ich freute mir schon Tage vorher ein Loch in den Bauch. Abweichend von der Sonnabend-Tradition bestand ich drauf, das Frühstück in meine Wohnung zu verlegen.

Zum üblichen Treffpunkt in Eidelstedt mußten wir zehn Minuten vorher los – ich habe die S-Bahn vor der Haustür und brauche nur fünf Minuten mit der Bahn. Mein fettes Grinsen darüber sprach wohl Bände.

Insgesamt war ich gespannt, wie sich das alles anfühlen würde. Mein Umzug war ja nicht die einzige Änderung in der Sommerpause.

Als ersten Gast sollten wir Paderborn begrüßen – Aufsteiger, aber nicht so ‘gefährlich’ wie Köln. Dachte ich. Da geht was. Dachte ich. Wenn wir so wie in Köln spielen, hauen wir die wech. Dachte ich.

Tja.

Aber von vorn.

Endlich wieder zu Hause

Trotz Umzugs, Ausgliederung, CFHH-Rücktritt wirkte erst mal alles wie immer. Der Weg zum Stadion, die Vorfreude, die Kontrollen am Eingang. Die Begrüßung mit dem Lieblingsordner in 22 c. Das Ächzen, bis wir da ankamen, wo wir seit Jahren stehen. Und das ENDLICH WIEDER ZU HAUSE in meinem Herzen.

Wer sich an die sportliche Seite der letzten Saison erinnert, weiß: wie immer ist nicht immer gut. Leider war es auch auf dem Platz wie immer. Oder zumindest wie letzte Saison.

Ideenloses Rumgestümper, kaum Bälle nach vorne, kaum Torschüsse, folglich auch mal wieder keine HSV-Tore.

Dafür von Paderborn blamieren lassen und drei Buden kassiert.

Tja.

Erstes Heimspiel und schon wieder alles doof. Schon wieder “Wir woll’n Euch kämpfen seh’n” und andere Rufe, die ich eigentlich so schnell nicht wieder hören wollte.

Erstes Heimspiel und schon wieder mit schlechter Laune und gesenktem Haupt ausm Block.

Unterm Strich lief mein erstes echtes Heimspiel nicht wirklich so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Hätte ich das gewusst, hätte ich auch in Berlin bleiben können!

(An die mitlesenden Umzugshelfer: keine Sorge. Ich geb’ den Jungs noch mal ‘ne Chance. Mindestens eine.)

15. Sep. 2014

Meine ersten Jahre als HSV-Fan bin ich fast ausschließlich auswärts gefahren. Klar, wenn man Teenie ist und 600 km von Hamburg entfernt wohnt, ist das mit den Heimspielen eher schwierig. Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt, Lautern – sehr viel mehr war damals nicht drin.

Durch meinen Umzug nach Berlin nach dem Studium rückte Hamburg in Pendel-Distanz und meine Anzahl an Heimspielen stieg rapide an und der Radius meiner Auswärtsfahrten erweiterte sich.
Mit der Dauerkarte kamen dann noch mehr Heimspiele dazu. Dennoch war natürlich jedes Heimspiel irgendwie auch ein Auswärtsspiel.

Gleichzeitig fühlten sich aber meine Auswärtsspiele auch nie ganz richtig an – sie begannen und endeten eben nicht in Hamburg.

Jetzt also, endlich: echte Auswärtsspiele und echte Heimspiele.

Wir starteten in die Saison mit einer Auswärtstour nach Köln. Mit dem Auto ging’s am Sonnabend früh los auf die Autobahn. Außer einigen Regengüssen, die uns so die Sicht nahmen, daß wir nur noch mit 40 km/h voran kamen, lief alles super.

Wir kamen unterwegs durch lustige Ortschaften mit Namen wie ‘Sträßchen’ (Es war auch nur ein Sträßchen mit wenigen Häusern rechts und links) und ‘Fettehenne’ (Ich konnte keinerlei Geflügel entdecken – was für ein Etikettenschwindel!).

Die Suche nach dem für Gäste empfohlenen Parkplatz kostete uns in Köln fast mehr Zeit als die ganze Fahrt – es schien P1 bis P3 zu geben, aber eben keinen P4. Und genau zu dem wollten/ sollten wir.

Irgendwann siegte die Ungeduld und wir parkten einfach auf dem nächstbesten.

Also rein in die Klamotte und ab in den Gästeblock. Umgucken. Durchatmen. Endlich wieder Fußball!

Köln begrüßte uns (oder eher sich selbst in der Bundesliga) mit Cheerleadern, Konfetti und einem kölschen Spruchband.

Spruchband

Bei Zwischenständen von anderen Plätzen ertönt ein Meckern von Hennes und die Brötchentaste im Parkhaus nebenan heißt offenbar ‘Kiss & Ride’. Aber hey, andere (Bundes)Länder, und so.

Statt Brötchentaste

Das Spiel an sich war ganz okay. Der HSV traf das Tor nicht, kassierte aber wenigstens auch kein Gegentor. Man wird ja bescheiden.

Endstand

Auf der Rückfahrt gab’s wieder Starkregen und bei ‘Friedhelm’s Truckstop’ okaye Currywurst und ziemlich großartige Pommes.

WDR 2 spielte allen Ernstes im August ‘Last Christmas’ und in Leverkusen stand zu meiner großen Überraschung plötzlich ein Stadion neben dem Grünstreifen der Autobahn – und das ganz ohne Vorwarnung.

Unterm Strich waren wir dann also 873,3 Kilometer und rund 14 Stunden unterwegs, für 90 Minuten Fußball und null Tore…

Aber hey, endlich wieder Fußball! Und nachts von einer Auswärtsfahrt zurück zu kommen und an Köhlbrandbrücke und Hafenkränen vorbei nach Hamburg rein zu fahren…. HACH!

12. Sep. 2014

Ich war unzählige Male vor meinem Umzug in Hamburg. Ich dachte, ich würde die Stadt kennen. Das tue ich auch, auf meine Art. Aber eben anders. Mit den Augen von jemandem, der sonntags wieder in den Zug steigt und weg fährt.

Jetzt lebe ich hier, und erlebe die Stadt völlig neu. Als Hamburger. Verzeihung: Quiddje.

Vor einigen Wochen nach der Arbeit, es war wunderbar warm, fuhr ich zum Hafen. Ich wollte schon länger mal wieder mit der Hafenfähre fahren, schließlich habe ich ja inzwischen eine Profi Card des HVV.

Es war mir völlig egal, wohin ich dabei fahre. Hauptsache, Fähre.

Die erste, die kommt, fährt Richtung Finkenwerder. Also rauf aufs Schiff, die Nase in den Wind halten und darüber freuen, wie die Sonne sich in den sanften Wellen der Elbe bricht.

Unterwegs überlege ich, wo ich eigentlich aussteigen will. Als wir Neumühlen erreichen, springe ich spontan vom Schiff. Eine gute Entscheidung.

Ich laufe am Museumshafen vorbei, passiere die Biergärten und Restaurants. Es ist heiß, ich brauche dringend eine Abkühlung und finde sie bei “Sutsche”, kurz bevor der Weg aufhört, und der Elbstrand beginnt. Sutsche, das hat man mir mittlerweile beigebracht, ist nie verkehrt. Und wenn ein Laden Sutsche heißt und hausgemachtes Eis verspricht, dann wird auch das so verkehrt nicht sein.

Sutsche to go

Wenig später sitze ich mit meiner Eiswaffel am Elbstrand und es ist tatsächlich alles richtig und gut. Hach. Ich ziehe die Schuhe aus und vergrabe die nackten Füße im warmen Sand. Wieso hab ich das nicht viel früher gemacht?

Man hört das Plätschern der Wellen, wenn ein größerer Pott die Wasseroberfläche durchpflügt. Gegenüber beladen meine geliebten Hafenkräne einen großen Kahn mit Hamburg Süd Containern. Es rummst und scheppert, wenn die Container aufeinander treffen. Ich frage mich, wo sie wohl hin geschippert werden. Und ob sie nicht lieber hier blieben, mit Blick auf den Elbstrand.

Hach, Hamburg.

So. Genug im Sand gesessen… Ich gehe auf die Wellen am Ufer zu und merke, daß ich die einzige bin. Nur ein paar Meter weiter planscht ein Kind. Sonst halten sich alle vom Wasser fern, obwohl es unglaublich heiß ist. Egal. Muß jetzt sein.

Meine innere Fünfjährige planscht begeistert im Wasser rum und gräbt die Zehen in den nassen Sand. Irgendwann fällt mir ein, daß ich kein Handtuch mit habe. Und mir beim Gehen gleich die Füße panieren werde. Ach, egal.

Ich laufe los, durch den Sand, immer an der Elbe lang. Mit den Schuhen in der Hand und einem fetten Grinsen im Gesicht. Hach, Hamburg. Ich hatte ja immer geahnt, daß ich hierher gehöre. Langsam merke ich, daß ich damit recht hatte.

Ich komme an der Strandperle an, es ist knackevoll. Alleine hinsetzen mag ich mich nicht. Der Plan fürs nächste mal ist aber klar: In Begleitung wiederkommen, und in der Strandperle ein Bier trinken. Aber keins aus Bremen.

25. Feb. 2014

Normalerweise freue ich mich jedes Mal auf den Anblick der Arena. Auf die HSV-Fahnen, die stolz im Wind flattern. Auf Uwes Fuß. Auf den Gang ins Wohnzimmer, das Spiel, das Drumherum. Fußballtage sind Feiertage.

Dieses Mal war alles anders. In der S-Bahn war mir schlecht, weil ich wußte, was mich erwartet. Die Fahnen auf Halbmast, Uwes Fuß umringt von Blumen, Kerzen und letzten Grüßen. Das erste Spiel ohne Hermann. Hermann Rieger, Ex-Physiotherapeut, Namensgeber des Dinos, HSV-Ikone.

Hermann, den ich so oft in der Kurve gesehen hatte, der mir bei meinen europäischen Auswärtsspielen fast immer begegnet war. Hermann, der immer gut gelaunt war, alle Burschi nannte, immer lächelnd und zuversichtlich den Daumen in die Höhe reckte – egal, wie krank er eigentlich war.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Nicht-HSVer verstehen können. Da ich Uwe Seeler und Kevin Keegan nie habe spielen sehen, war Hermann für mich der Inbegriff des HSV. Die Konstante, die all die Jahre da war. Die personifizierte Raute.

Und ich weiß, daß ich damit bei weitem nicht die Einzige bin. Am Mittwoch, einen Tag nach seinem Tod, gab es einen spontanen Trauermarsch. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde bis morgens um vier eine Abschieds-Choreo vorbereitet.

Beim Basteln mußte ich aus organisatorischen Gründen leider passen, beim Aufbau am nächsten Morgen war ich dabei. Es wurde eine Blockfahne in Position gebracht, die Spruchbänder vorbereitet und Tausende schwarze Pappen gefaltet und verteilt.

Dann folgte der schlimmste Teil des Tages: das Spiel. Und ja, ich weiß, wie das aus der Sicht derer, die das Ergebnis kennen, klingt.

Ich habe schon häufig ein Tränchen im Stadion verdrückt und mache daraus auch keinen Hehl. Aber selbst Jaros Abschied, der mir wirklich zugesetzt hat, war ein Lachkrampf gegen das, was vorm Anpfiff kam.

Bei der Mannschaftsaufstellung rief Loddo bei jedem Spieler die Trikotnummer und HERMANN. Das Stadion antwortete mit RIEGER. Also der Teil, der vor lauter Kloß im Hals noch was rausbrachte. Klappte bei mir nicht bei allen Spielern.

Die Choreo war beeindruckend und ergreifend. Eine wunderbare Geste, um an einen tollen Menschen zu erinnern.


Danke für alles und Servus, Burschi. Wir werden Dich nie vergessen!
Danke an @HeideJensinger für das Foto!

All das überstrahlte, was auf dem Platz und am Rande des Platzes passierte. Das erste Spiel von Mirko Slomka als Trainer des HSV, das Comeback von Rajkovic, der von Fink einst verbannt wurde und danach nie wieder zurück in die erste Elf fand.

Und ja, irgendwie überstrahlte es auch das erste Spiel des HSV seit langem, in dem er Fußball spielte. Präzisen Fußball, in dem einfach mal alles klappte. In dem keiner nachließ. In dem alle gemeinsam an einem Strang zogen.

Nach den krassen Patzern gegen Braunschweig flog Adler wieder wie früher und hielt und hielt und hielt. Jiracek, der so lange nicht auf dem Platz gestanden hatte, machte ein Tor der Art, wie es sonst der HSV in den letzten Spielen reihenweise kassierte – es hätte eigentlich nicht fallen dürfen. Lasogga hat zwei Dortmunder neben sich und flankt trotzdem, Jiracek hat zwei Dortmunder neben sich und köpft (!) trotzdem den Ball ins Tor. Und natürlich Schallanollu, der einfach mal aus 41 Metern einen Freistoß ins Tor zimmert. BÄMM!

Trotz Platz 17, trotz Niederlagenserie, Trainerwechsel und Querelen, trotz dem hauchdünnen Ein-Punkte-Vorsprung auf Platz 18: Ich hatte zu keiner Sekunde Angst, daß das Spiel verloren geht. Im Gegenteil – ich war, was das betraf, von Anfang an die Ruhe selbst.

Der Heimsieg, das Dreinull gegen Dortmund – es tat wahnsinnig gut, keine Frage. Und doch war es ein bittersüßer Sieg.

Wie sagte Jojo nach dem Spiel so schön zu mir? “Eigentlich wollte ich heute ein Spiel des HSV sehen, aber die waren irgendwie nicht da….”
Ich weiß nicht, wer da unsere Trikots trug. Aber sie standen ihnen verdammt gut. Vielleicht haben sich ja nach dem DFB-Pokal gegen Bayern auch Thiago & Co. im Kabinentrakt verlaufen – und dann beschlossen, Dortmund noch ein wenig auf Abstand zu halten.

Vielleicht saß aber auch einfach Hermann neben dem Fußballgott und hat ihm auf die Finger gehauen.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

3. Sep. 2013

Haaaach, Kinners. Fußball kann so schön sein!

Das letzte Wochenende war großartig. Okay, es begann mit einem ausgefallenen Zug, statt auf meinem reserviertem Sitzplatz fuhr ich im Gang auf den Boden gekauert nach Hamburg – und kam mit schrecklichen Kreuzschmerzen an.

Dennoch ging’s vom Bahnhof ohne Umwege direkt zum Choreo-Basteln auf Einladung von CFHH. Von 20 bis 24 Uhr klebten wir ein Spruchband zusammen, schnitten Buchstaben aus, tapeten sie aufs Spruchband und umrahmten sie mit Schatten.
Ich wußte, daß mir Tags drauf alles weh tun würde… und ich liebte dennoch jede Sekunde davon.


Mein erster geschnittener und geklebter Buchstabe war das R von Jahre. Isses nicht schöööön? ;)

Um halb zwei war ich im Bett, um acht klingelte der Wecker. Denn so ne Choreo, die baut sich ja auch nicht allein im Stadion auf. Treffen war um 10.15 Uhr, um 10.30 Uhr ging’s ins leere Stadion. Blockfahne schleppen, Blockfahne ausbreiten (und ca. 20 Minuten im Stockfinsteren UNTER der Blockfahne stehen), Pappen falten, Pappen verteilen… Zur Stadionöffnung um 13.30 Uhr war alles bereit.


Probeliegen. Und da war ich ca. 20 Minuten drunter – es war dunkel wie im Affenbobbes.

Was dann folgte, war in etwa so, wie wenn man als Kind auf die Bescherung gewartet hat. Klappt alles? Liegt alles richtig? Wird es gut aussehen? Ich stand so neben mir – als ich irgendwann später feststellte, daß Lam spielt, war ich überrascht. Ich habe vermutlich bei der Mannschaftsaufstellung seinen Namen gerufen – ich habe es nur nicht registriert.

Und dann kam die Mannschaft – und mit ihr die Choreo. Aus unsrem Block sah ich es ja nur von der Seite, aber man konnte schon ahnen, daß alles klappt. Als sie dann kurz auf der Anzeigentafel zu sehen war… Gänsehaut pur. Von mir aus hätten wir gar nimmer anpfeifen müssen, ich war schon glücklich.

Da der wunderbare @HerrEberhardt seit dieser Saison mit dem Rest der Heinos auf der Süd sitzt, habe ich auch ganz großartiges Fotomaterial bekommen. Vielen Dank! #kleinerdrei


Foto: @HerrEberhardt

Was dann folgte, waren tatsächlich 90 Minuten sowas wie Fußball. Ja, ich weiß, gegen Braunschweig. Aber man kann das auch einfach mal hinnehmen und sich freuen! Braunschweig hat den Aufstieg schließlich auch nicht in der Tombola gewonnen.

Es sah einfach alles viel besser aus als in den letzten Spielen – wo ich bei Zoua beispielsweise vorher immer das Gefühl hatte, er sei noch nicht in der Mannschaft angekommen, paßte jetzt viel mehr, Bälle kamen an, Laufwege schienen abgestimmt. Daß ihm sogar ein Tor gelang, um so schöner.

Achtung, Seltenheit: van der Vaart machte ein großartiges Spiel, nicht nur wegen des Tors. Beister gefiel mir ebenfalls gut (zwei Vorlagen!). Und daß Calhanoglu nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung schon ein Tor schoß… HACH. Vom FreistoßBÄMM in der Schlußminute ganz zu schweigen.

Heimsieg, Viernull, tolle Stimmung, HachSV. Es war eines dieser Spiele, das mich mit so vielem versöhnt hat. Eines dieser Spiele, bei denen ich die ganze Welt hätte umarmen wollen – und mit der HSV-Family anfing. Eines dieser Spiele, bei denen ich wieder gemerkt habe, wie sehr ich diesen Verein liebe – egal,was passiert.

Lieber HSV, das war ganz wunderbar. Bitte mehr davon! Ich helfe dann auch wieder beim Choreo basteln, versprochen!

In zwei Wochen sehen wir uns in Dortmund – ich freu mich!
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

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