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6. Sep. 2010

Na, was wohl? Mit seiner großen Schwester, der Nudelmaschine, Nudeln!

Zum Beispiel rote Tagliatelle mit ner vegetarischen Arrabiata-Soße. Sehr, sehr lecker und fast so gut wie Fußball. Und weil es sonst grad nix zu bloggen gibt, nehme ich mir ein Beispiel an Anke Gröner und blogge mal das Rezept.

Für zwei Portionen:
200g Mehl
2 Eier
1 EL Öl
1 Prise Salz
1 EL kaltes Wasser
2 EL Tomatenmark

In das Mehl eine Mulde drücken, Eier, Öl, Wasser, Salz und Tomatenmark reingeben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, durch die Nudelmaschine jagen und zum Schluß von der Tagliatelle-Walze in Streifen schneiden lassen.

Kochen müssen die Nudeln nur ganz kurz, nach 2-3 Minuten sind sie fertig.

Und so sah das dann aus:

Keine Sorge, demnächst gibt’s dann auch wieder Fußball hier. Beschwerden bitte nicht an mich, sondern an die Länderspielpause.

13. Apr. 2010

Kinners, Ihr müßt jetzt stark sein: Ich bin eigentlich mehr so der Passiv-Sportler. Fußball gucken und Spieler, die rumstehen wie Falschgeld bepöbeln… das kann ich gut. Aber mit selber bewegen war’s dann in den letzten Tagen, Wochen, ach, was, seien wir ruhig ehrlich: Jahren nicht so weit her. Außer, wenn der HSV mal wieder gegen Gladbach verlor und ich frustjoggen ging. Aber seit die Spiele immer prophylaktisch abgesagt werden, fielen auch diese Joggingrunden flach.

Früher war ich auch nicht so die Sportskanone, aber irgendwas hab ich immer gemacht. Zuletzt im Uni-Sport jede Menge Fitness-Kurse. Gerüchten zufolge war ich da sogar im Konditionskurs bei Carlos, einem Brasilianer, der so rumschrie, daß man vor Angst einfach weitermachte, auch, wenn man schon gar nicht mehr konnte.

Ich wollte schon länger in Berlin wieder irgendwas machen, aber Ihr kennt das ja. Der Job ist hart, das Sofa so gemütlich, und man will ja sich auch irgendwann mal ausruhen.

Samstag hatte ich dann genug und betrat unbekanntes Terrain. Ja, ich war vorher tatsächlich noch nie in einem Fitness-Studio. Was soll ich da auch? Duschen hab ich zu Hause, ein Fahrrad im Keller und… na, Ihr wißt schon.

Um jetzt aber endlich mal Nägel mit Köpfen zu machen, meldete ich den inneren Schweinehund kurzerhand im neuen Fitness-Studio ganz in der Nähe an.
Montag kam die Anmeldebestätigung, mit der ich schon trainieren gehen kann, obwohl ich erst am Mai zahle.

Heute (Dienstag) war’s dann so weit. Ich packte meine sieben Sportsachen, sperrte den Schweinehund in den Keller und zog los. Da ich noch keine Einweisung an den Geräten und total Lust auf Kurse hatte, wollte ich da mal was ausprobieren.

Zur Wahl standen Wirbelsäulengymnastik (ich hab doch seit einigen Wochen immer so schlimm Rücken!) und Tae Bo.
Wirbelsäulengymnastik klang mir allerdings zu omahaft. Also Tae Bo. Im nachhinein muß ich sagen: Ächz.

Spaß hat es gemacht, keine Frage. Schweißtreibend war es auch. Und ich vermute, daß mir Oberschenkel und Arme morgen auch zu verstehen geben werden, daß da diverse Muskeln existieren.

Aber ich sag mal so: Es wäre für ein konditionsloses Etwas wie mich vielleicht auch ne Maßnahme gewesen, es langsam angehen zu lassen - und erst mal den kaputten Rücken gemütlich bei der Wirbelsäulengymnastik zu pampern.

Stattdessen kam ich nach einer Tae Bo-Lektion und ettlichen Hundert Kicks und Punches in alle Himmelrichtungen mit knallrotem Gesicht (Farbton “Uli Hoeneß”) aus dem Kursraum. Erschöpft, aber irgendwie auch glücklich.

Daß Sport so anstrengend ist, hätte mir auch wirklich jemand sagen können!

Mal sehen, wie es morgen mit dem Muskelkater wird. Falls wir uns also morgen Abend auf der Twitterlesung zur re:publica sehen und ich mich etwas eckig bewege: Billy Blanks ist schuld!

25. Feb. 2010

Es gibt wenig Themen, zu denen jeder was zu sagen hat. Weisheitszähne sind aber so ein Thema. Das hab ich damals gemerkt, als ich meine OPs hatte. Da hatte vorher und hinterher (Da konnte ich mich nicht wehren, mein Kopf war quadratisch geschwollen und ich konnte nicht sonderlich gut sprechen) jeder Geschichten zu erzählen. Mutmachende (”Es hat gar nicht weh getan und ich war einen Tag später schon wieder im Büro!”) und beängstigende (”Mir hat der Zahnarzt beim Zähne ziehen die Nasenscheidewand gebrochen”).

Noch so’n Thema, das weiß ich seit heute: verlorene Geldbeutel.
Ich bin so jemand, der eigentlich (Klopf auf Holz) selten was verliert. Ich verlege ständig alles - aber wirklich irgendwo liegen lassen? Nö.

Ich gehe jeden Morgen aus dem Haus und habe Schlüssel, Geldbeutel, Hausausweis und Handy bei mir. Und wenn ich abends nach Hause gehe, dann hab ich das auch alles noch.

Ich glaube, das letzte Mal, daß ich was verloren habe bzw. irgendwo liegen ließ, da war ich sowas wie 8. Da war ich mit ner Freundin und ihrem Vater in einem Spaßbad in Weinheim und hab dort meine Badeschlappen stehenlassen.

Egal. Jedenfalls wollte ich heute früh in den Bus einsteigen, zückte gerade den Geldbeutel, um meine Fahrkarte zu zeigen - und griff voll ins Leere. Da war kein Geldbeutel.

Es empfiehlt sich aber auch nicht, ohne Fahrkarte in Berlin Bus zu fahren. Nicht, weil da kontrolliert werden würde - das ist mir in all den Jahren nur einmal passiert. Nein, weil man dem Busfahrer beim Einsteigen das Ticket zeigen muß. Laut Aushang erst ab 20 Uhr, aber wer einmal versucht hat, ohne Vorzeigen am Fahrer vorbeizugehen und ein freundliches “Junge Frau, würden Se mir mal det Ticket zeijen, wa?” entgegengeschmettert bekam, der weiß, daß in Berlin der Busfahrer bestimmt, wann 20 Uhr ist. Nämlich immer.

Ich ging also zurück in meine Wohnung, um den Geldbeutel vom Tisch zu nehmen - wo er nicht lag.

Für große Suchaktionen hatte ich keine Zeit, ich war mittlerweile auch überzeugt, daß der Geldbeutel im Büro auf meinem Schreibtisch liegt, weil ich doch da gestern 5 Euro rausgenommen hatte, bevor ich ans Salatbüffet bin… Man kann sich Dinge echt schön reden. Sogar dann, wenn man die Kollegin anruft, und die einem versichert, daß da kein Geldbeutel liegt.

Ich saß also gerade im Bus zur Arbeit, das Ticket hatte ich so ziemlich mit dem letzten Kleingeld, das aufzutreiben war, bezahlt (Der nächste Schritt wäre sonst ein “Ham Se mal nen Euro?” gewesen), als mir einfiel: Der Geldbeutel muß gestern ja noch dagewesen sein, ich kam ja irgendwie nach Hause.

Aber das ist das Problem, wenn alle Tage gleich sind: Was weiß denn ich, ob ich gestern wirklich beim Einsteigen dem Fahrer den Fahrschein gezeigt hatte - oder ob das vorgestern war? Ich stehe ja auch oft unter der Dusche und überlege, ob ich mir jetzt schon die Haare shampooniert habe, oder ob das gestern war…

Aus dem Bus twitterte ich dann erst mal: “Fuck. Mein Geldbeutel ist weg. Ich bete, daß er auf meinem Schreibtisch im Büro liegt. Kollegin verneint das allerdings.” - und wenig später hatte ich Reaktionen von überall. Aufmunternde Replys, Daumendrücken, Geschichten, wer wie wo seinen Geldbeutel verloren und irgendwann zurückbekommen hat, Links, um EC-Karten sperren zu lassen. Kurz: Meine halbe Timeline litt mit mir mit!

Im Büro stellte ich dann fest, daß da wirklich kein Geldbeutel liegt. Aber auch da ging die Anteilnahme weiter - irgendwie hatte jeder schon mal nen Geldbeutel verloren und auf Irrwegen zurückbekommen.

Egal, ob Männlein oder Weiblein, ob HSV, Bayern oder Sankt Pauli - bei verlorenen Geldbeuteln ist dann alle Konkurrenz erst mal verflogen. Vielleicht wäre das ja mal ein Ansatz für den Weltfrieden. Bin Laden und Obama sollten sich einfach mal zusammensetzen und über Weisheitszähne, verlorene Geldbeutel und kalte Füße philosophieren…

Aber ich schweife ab. Ich versuchte dann erst mal, zu arbeiten. Einfach ist das nicht, wenn man in Gedanken die Fächer seines Geldbeutels durchgeht und überlegt, wie man wohl vor der Auswärtstour nach München noch schnell an einen neuen Perso und eine neue EC-Karte kommt und welche Karten man alles sperren lassen muß.

Irgendwann war ich sicher: Der Geldbeutel kann nur zu Hause sein! Wahrscheinlich hatte ich ihn mit dem Brokkoli in den Kühlschrank gelegt, schusselig wie ich bin. Oder einfach mit der Zeitung aus der Tasche geholt und auf den Tisch gelegt.

Also lieh ich mir in der Mittagspause beim Lieblingskollegen eine übertragbare Monatskarte (meine ist natürlich im Geldbeutel) und fuhr wieder heim.

Und da lag er dann!! Mein Geldbeutel hatte sich schon mal den Logenplatz auf dem Sessel gesichert, wahrscheinlich fürs Fußballspiel. Und das faule Stück hatte nicht mal Bier kaltgestellt. Pfff.

Mir fiel das Riesengebirge vom Herzen und ich hab erst mal nen Entwarnungstweet abgesetzt und einen Zimtlikör getrunken. Es war zwar noch lange nicht vier - aber Zimtlikör ist ja auch kein Bier.

Im Büro dann auch nochmal große Erleichterung allerseits - die Kollegen hatten schon für mich sammeln wollen :-)

Ich hatte also heute tagsüber dank meines Geldbeutels und meiner Schussligkeit schon mehr Panik und Herzrasen, als während eines handelsüblichen Fußballspiels. Und eigentlich dachte ich, es könne gar nicht mehr schlimmer werden und ich würde in stoischer Ruhe Eindhoven gegen den HSV schauen können… Ob das geklappt hat, erzähle ich Euch dann im nächsten Post.

12. Dez. 2009

Mannmannmann, das war echt ne schwere Geburt. Daß ich mir nen Neuen würde suchen müssen, war schon länger klar. Der Alte ging mir auf den Nerven, er hatte Altlasten und war ungepflegt. Deshalb hab ich ihn jetzt in den Keller gesperrt und mir nen neuen, jüngeren geholt.

Da isser:

Und kochen kann er auch!! Heute gab’s zur Einweihung erst mal ne leckere selbstgemachte Pizza mit Hackfleisch, Paprika und Zucchini. Nur gekocht hat er für ne ganze Kompanie… typisch Mann!

Und das wohl Beste: Er wurde NICHT von Mario Barth geliefert. Das war ehrlich gesagt meine größte Sorge an der ganzen Sache…

4. Nov. 2009

Ich hatte nicht nur schlaflose Nächte über den Entscheidung, wer den nächsten Freitagstexter ausrichten darf - nein, sogar mein neues Netbook wurde ob der großen, anstehenden Entscheidung nervös. Als ich vorhin langsam mal mit der Auswahl anfangen wollte, war plötzlich mein Internet futsch. Die Tante Alice wollte nicht mehr so wie ich.

Aber jetzt ist zum Glück alles wieder gut und wir können zur Pokalübergabe schreiten. Vorab allen Teilnehmern erst mal vielen, lieben Dank für die rege Beteiligung und die großartigen und witzigen Ideen. Es ist faszinierend, von wie vielen Seiten man sich diesem Foto nähern kann… und noch faszinierender, daß fast alle schmutzig sind ;-)

Aaaber, nich’ lang schnacken, Pokal anpacken.

And the winner is… *trommelwirbel* Heinzkamke für Ihre Lebenslüge war aufgeflogen, die Windmühle abgebrannt, nur die Schuhe geblieben. Käse konnte sie schon lange nicht mehr riechen. Frau Antjes Stolz jedoch war ungebrochen.

Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich schon auf die nächste Runde!

Weil ich aber so oft so sehr lachen mußte (Auch über den allerersten Kommentar meiner Mum), möchte ich noch einige Sonderpreise vergeben.

Und zwar geht der HSV-Sonderpreis an Frau Jekylla für Rothosen, Bruno, RotHOSEN!!!. Ihr Gewinn: Sie dürfen bei einem HSV-Spiel meiner Wahl Daumen drücken. Ich weiß doch, daß Sie sich das schon immer gewünscht, sich aber nie getraut haben! (Donnerstag Abend würde mir ganz gut passen…)

Den Igitt-wer-leiht-sich-denn-Leoparden-Unterhosen-Sonderpreis möchte ich Curi0us verleihen für Von unten nach oben: Something old, something new, something borrowed, something blue. Alles Liebe zur Hochzeit, Onkel Jürgen. Und jetzt: Feuerwerk!. Als Belohnung darfst Du die Leo-Unterhose, die ich Dir geliehen habe, behalten, ja? :-p

Und damit der FC Bayern diese Saison überhaupt irgendetwas gewinnt, habe ich hier spontan einen Sonderpreis ausgelobt. Er geht an Sahjah für Louis van Gaal hinterlässt Scherbenhaufen in München!. Den Gewinn (eine Runde Mitleid für Bayern) liefere ich am besten gleich aus, die Münchner können’s brauchen: Ooooooooooooooooooooooooooooooh!

Nochmal vielen Dank allen Teilnehmern - wir treffen uns dann Freitag zur nächsten Runde im Hause Angedacht!

30. Okt. 2009

Ja, ich weiß. Eigentlich beginnt ein Freitagstexter pünktlich um 0:01 Uhr. Beschwerden bitte direkt an meinen Laptop richten, der gestern nichts besseres zu tun hatte, als sich mal wieder von den Lebenden zu verabschieden, nachdem er erst vor ca. 3 Monaten aus der Reparatur kam.

Da kommt man von der Arbeit nach Hause, freut sich auf einen Abend mit Popstars-Lästereien auf Twitter und dann… Piep, piep, piep. Mein Rechner hat mich nicht lieb, sondern zeigt mir nur noch einen schwarzen Bildschirm, der Arsch. Im Hintergrund höre ich Windows und Co. ordnungsgemäß starten, ich seh nur nix. Und da tut man sich dann mit dem Bloggen doch sehr schwer, auch dann, wenn man sein Freitagstexterbild (zum Glück!) schon ausgewählt hat.

Also, Ihr kennt die Regeln… Bis Dienstag Punkt Mitternacht dürft Ihr über- und unterschrifteln, dichten, und was Euch sonst noch einfällt. Ich werde dann, abhängig und parteiisch wie immer, den Sieger küren, der dann als nächstes den Freitagstexter hosten darf.

Ich freue mich wirklich sehr darauf, von Euch dieses Bild erklärt zu bekommen:

Auf die Plätze, fertig… LOS!

29. Okt. 2009

Da der HSV das diese Saison mit dem DFB-Pokal ja leider nicht so ganz auf die Reihe bekommen hat, bin ich mal wieder in die Bresche gesprungen, und hab den Pott geholt. Ich habe nämlich zum ersten Mal im Leben am Freitagstexter (Wer es nicht kennt: Herr Textundblog sammelt seit 2007 akribisch alle Beiträge) teilgenommen - und wurde gleich zur Siegerin gekürt. Hach.

Überreicht wurde mir der Preis von Frau Jekylla, die damit durchaus bewiesen hat, daß sie die Raute im Herzen hat. Äh. Oder ein Herz für Rauten? Na, Ihr wißt schon, was ich meine.

Gewonnen habe ich, weil ich zu einem Foto von einem Polizisten, der von einem Polizeihund gebissen wird, gewohnt einfühlsam und obrigkeitshörig… ach, lest doch einfach selbst.

Jedenfalls wurde mir die große Ehre zuteil, morgen ein neues, möglichst absurdes Bild zu posten, für das Ihr dann lustige Über/Unterschriften erfinden sollt könnt dürft müßt (Wehe, da macht keiner von Euch mit!!!).

Bis dahin werde ich Blut und Wasser schwitzen bei der Suche nach einem Bild… tatkräftig unterstützt von Frau Jekylla, die die Schlinge um meinen Hals minütlich enger zieht… ;-)

11. Okt. 2009

Am 7. Oktober 2004, rund ein halbes Jahr nach meinem Juristischen Staatsexamen, packte ich meine sieben Sachen und zog in die große, weite Welt nach Berlin.

Ich hatte ein Praktikum in der Hauptstadt angenommen, wollte allerdings nur drei Monate bleiben. Höchstens. Denn insgeheim war mir klar, daß Berlin scheiße ist, der Job doof, ich alleine nicht lebensfähig und überhaupt. Dann kam irgendwie alles ganz anders.

Heute ist es fünf Jahre her, daß ich meinen ersten, richtigen Job nach dem Studium angetreten habe. Seither ist viel passiert, ich habe irrsinnig viel gelernt und gesehen, Jobs gekündigt, neue angenommen, mich fest anstellen lassen und selbständig gemacht, Leute kennengelernt und wieder aus den Augen verloren, Fehler gemacht, sie eingestanden und korrigiert, Entscheidungen getroffen, gute wie schlechte.
Die Stadt ist allerdings geblieben: Ick bin immer noch een Balina.

Was ich bis heute jedoch nicht bin, ist verliebt in Berlin. Wir sind mehr so wie Hund und Katze, Berlin und ich. Wobei Berlin zweifelsohne die Katze ist und mir immer wieder mit ausgefahrenen Krallen auf die Nase haut. Das liebste an Berlin sind und bleiben für mich daher auch die ICE-Verbindungen nach Hamburg und in die Heimat.

Trotzdem gibt es unzählige Dinge, die ich in den ersten fünf Jahren hier nicht geschafft habe, darunter auch so Touri-Pflichten wie Potsdam und diverse Museen. Aber vielleicht klappt es ja in den nächsten fünf. Falls Berlin und ich es noch so lange miteinander aushalten…

15. Sep. 2009

Ich glaube, meine Liebe zu Patrick Swayze begann damals mit “The Outsiders”. Mann, hab ich diesen Film und die Romanvorlage geliebt. Meine Schulfreundin A. machte mich in der 5. Klasse mit dem Buch bekannt - ich war sofort hin und weg. Die Greasers und Socks waren fortan unsere Welt. Wir (Da seht Ihr mal, wie alt mein Dickschädel ist) setzten sogar durch, daß wir das Buch in der Schule besprachen.

Aber damit nicht genug. Wir verbrachten Nachmittage damit, alles aufzusaugen, was wir über die Schauspieler fanden. Das lustige ist… heute wäre es kein großes Problem, TONNEN Material über Matt Dillon, Tom Cruise (Aus heutiger Sicht urks. Aber hey, damals war er Steve Randle!), Patrick Swayze & Co. zu finden. Schließlich sind die Herren inzwischen a) große Stars und b) haben wir das Internet.

Aber damals? Okay, Tom Cruise und Patrick Swayze kannte man schon einigermaßen, aber es war schon immer ein großer Tag, wenn man einen neuen Film mit Matt Dillon in der Fernsehzeitschrift fand, von C. Thomas Howell oder Rob Lowe ganz zu schweigen). Denn mangels IMDB.com und ohne Google zogen wir unsre Infos nunmal hauptsächlich aus Zeitschriften.

Aber auch mit dem exzessiven TV-Zeitschriften-Stalkertum war es nicht getan. Wir lasen “Die Outsiders” immer und immer wieder. Auf deutsch und englisch. Und lernten es schließlich sogar auswendig… zumindest Teile davon. Noch heute kann man mich aus dem Schlaf reißen und mich nach den ersten Worten der ersten Seite fragen. Ich werde höchstens schläfrig “deutsch oder englisch?” murmeln und dann loslegen.

Eine ähnliche Faszination löste einige Jahre später “Dirty Dancing” bei mir aus. Ich bin ja sonst eher die biertrinkende, pöbelnde Fußballbraut - aber wenn Johnny und Baby den Mambo tanzen, ist es auch nach dem gefühlt 1000. mal noch um mich geschehen.

Patrick Swayze war einer der Helden meiner Kindheit und Jugend. Gestern erlag er in LA seiner schweren Krebserkrankung.

Rest in Peace, Patrick. Danke für die vielen schönen Stunden, in Deinen Filmen und in “She’s Like The Wind” wirst Du weiterleben. Leider hatte Robert Frost doch recht: Nothing gold can stay.

22. Aug. 2009

Früher hab ich Leichtathletik gehasst. Seien wir ruhig ehrlich - ich war da ne Niete.

Kurzstrecke konnte und wollte ich nicht. Ich sah nicht ein, wieso ich so schnell ich konnte die 100 Meter rennen sollte - wenn die Strecke doch auch noch da war, wenn ich mir Zeit ließ. (Nein, gute Noten waren kein Argument.) Und selbst wenn ich lief, so schnell ich konnte - wirklich schnell war das nicht.

Langstrecke (und dazu zähle ich jetzt auch mal die 800 Meter *hüstel*) konnte ich nicht, weil ich keine Kondition hatte und mir meine Bronchien zu schaffen machten.

Weitsprung war auch nicht so meins, aber da ich offenbar schwache Bänder am Knöchel hatte, schaffte ich es meist, mir schon beim Probesprung den Fuß zu verstauchen - und damit hatte das Elend dann immer erst mal ein Ende.

Kugelstoßen konnte ich auch mehr schlecht als recht, und beim Hochsprung erzielte ich die besten Ergebnisse, wenn die Sportlehrerin grad mal draußen war. Komischerweise waren wir dann ALLE so 5 bis 10 Zentimeter besser als sonst *hust*

Man zwang mich allerdings mehrfach, an Bundesjugendspielen teilzunehmen. Staffel. Die Hölle! Schließlich wollte ich den anderen nicht die Chancen auf Edelmetall versauen… aber was soll man machen, wenn man im gleichen Jahr geboren ist wie drei andere, die antreten wollen?

Eigentlich fand ich auch Leichtathletik im Fernsehen nie sonderlich spannend. Wahrscheinlich hätte sich das auch zur Leichtathletik-WM in Berlin nicht geändert, wenn nicht das Hotel gegenüber zum offiziellen WM-Hotel erklärt worden wäre.

Ich habe also seit ca. 10 Tagen neue Nachbarn. Darunter nicht nur das deutsche Team - sondern auch die Jamaicaner.
Wenn ich morgens an der Bushaltestelle sitze, machen die ersten Athleten schon Steigerungsläufe im Park. Andere starten ihre morgendliche Joggingrunde durch den Tiergarten - und laufen an mir vorbei.

Und spätestens, seit ich weiß, daß Usain Bolt hier in der Nachbarschaft rumspringt, bin ich infiziert. Ich schaue ständig irgendwelche Wettbewerbe, und frage mich, ob sie da mit dem blonden Pferdesschwanz nicht gestern im Supermarkt hinter mir stand, und ob er da nicht gerade aus dem Fenster schaute, als ich unten vorbeilief.
Daß meine (seltenen) Joggingrunden im Tiergarten gerade ausfallen müssen, weil ich mich nicht blamieren will, muß ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen…

So weit, daß ich ins Stadion gehen würde, geht die Faszination Leichtathletik zwar nicht - aber es war klar, daß ich heute den Marathonis einen Besuch an der Strecke abstatten würde. Praktischerweise liefen die fast an meiner Haustür vorbei, an der CDU-Geschäftsstelle bogen sie nämlich um die Ecke und liefen auf die Siegessäule zu.

Da stand ich also ein wenig und sah ihnen zu. Und war beeindruckt, daß sie, obwohl sie 42 Kilometer laufen mußten, so viel schneller unterwegs sind, als wenn ich auch nur einen Kilometer joggen gehen würde. Aber das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich damals einen anderen Berufsweg eingeschlagen habe als den des Marathonläufers.

Von der CDU-Geschäftsstelle eilte ich dann zu Fuß zum Stehlenfeld - und war tatsächlich vor den Marathonis da. Aber okay, ich kannte auch eine Abkürzung…

Die Spitzengruppe nach der ersten Runde mit dem späteren Goldmedaillengewinner Kirui (rechts)

Der deutsche Tobias Sauter (Pltz 60, kam als letzter der vier Deutschen ins Ziel). Er kam fast 30 Minuten nach Kirui ins Ziel.

Mit ihm konnte ich mitfühlen - er war zu diesem Zeitpunkt der Letzte und wurde vom “Besenwagen” gejagt…

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