Da is’ das Ding!

 

Januar 2010
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

RSS-Feeds

Pleite on Tour 2013/14

4.8. Jena (A, DFB)

17.8. Hoppelheim (H)

24.8. Berlin (A)

31.8. Braunschweig (H)

14.9. Dortmund (A)

21.9. Wer da? (H)

20.10. VfB (H)

2.11. Gladbach (H)

24.11. H96 (H)

29.11. Wolfsburg (A)

3.12. Köln (H, DFB)

26.1. Schalke (H)

8.2. Hertha (H)

12.2. FCB (H, DFB)

22.2. BVB (H)

8.3. Eintracht (H)

26.3. Freiburg (H)

4.4. Leverkusen (H)

12.4. H96 (A)

3.5. FCB (H)

10.5. Mainz (A)

15.5. Fürth (H)

18.5. Fürth (A)

Seiten



Blogroll

Suche

25. Jan. 2010

Was mußte ich da lesen, diese Woche? Die Hertha soll mit Hilfe von Walgesängen am Abstieg gehindert werden! Ja, Walgesänge. Im Trainingslager auf Malle setzte es für die Dame aus der Hauptstadt eine Musiktherapie – und statt DJ Ötzi und Jürgen Drews gab’s am Ballermann eben Moby Dick und Free Willy. Auch schön.

Hätten wir beim HSV vielleicht auch mal versuchen sollen! Gut, wobei Wale ja jetzt eher etwas behäbige Tiere sind… so, wie der HSV am Samstag Abend in Dortmund gespielt hat, würde das ja schon wieder fast passen.

Aber eigentlich vermute ich, die Mannschaft wurde auf dem Weg nach Dortmund eher mit “Biene Maja” beschallt. So lange, bis sich eine gewisse Lethargie gegenüber schwarz-gelb eingestellt hat. Anders kann ich mir das wirklich nicht erklären.

Ich hab ja echt schon einiges gesehen diese Saison. Das Spiel in Dortmund war aber dann doch gar nicht mal so gut. Das einsnull wurde astrein von Aogo vorbereitet. Leider für die falsche Mannschaft. Und danach kam einfach auch nicht wirklich was zusammen.

Das war, Entschuldigung, aber das muß auch mal gesagt werden, schlichtweg Scheiße!

Und dennoch muß ich den HSV loben. Denn die Idee, mit dem Abpfiff einer solch verdienten Kackniederlage gleichzeitig die Nachricht von der Verpflichtung van Nistelrooys online zu stellen, ist schlichtweg genial.
Da ist dann der Ärger über die Nicht-Leistung der Mannschaft und über die blöde Niederlage ruckzuck wie weggeblasen.

Zu oft sollte der HSV aber dann auch nicht mehr so dermaßen unterirdisch spielen und verlieren – sonst wird das auf Dauer doch teuer mit den Sensationstransfers.

Egal, aufstehen, Mund abwischen, weitermachen. Wahrscheinlich hat der HSV nur so Kacke gespielt, um den anderen Vereinen vorzugaukeln, wir wären total schlecht. Dann haben die uns nicht mehr auf dem Zettel und schwupps, gewinnen wir alle Spiele und stehen wieder an der Tabellenspitze. Mist, jetzt hab ichs verraten!

Naja, im Optimalfall lesen die Gegner ja gar nicht hier mit. Am Freitag kommen die Wölfe. Die haben sich gerade zu Hause gegen Köln blamiert, möglicherweise sagt Hoeneß daher vorher noch zu Armin Veh “Armin, geh!”.

Egal wie, fest steht jedenfalls: So scheiße wie gegen Dortmund darf der HSV nicht nochmal spielen. Sonst könnte es durchaus sein, daß sich am Freitag aus Block 26A ein weiblicher Fan löst, aufs Spielfeld rennt und mal ein paar Ohrfeigen verteilt.

Mein Musikvorschlag für die Vorbereitung auf das Spiel gegen die Wölfe wäre übrigens Wolfgang Petry – Wahnsinn (Hölle Hölle Hölle).

Auf geht’s, liebe Hamburger – schießen wir den Stolz des amtierenden Meisters auf den Müll, Müll, Sondermüll!

24. Jan. 2010

Wir schrieben den 23. Januar 2010 – den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Gestern war der Tag, an dem Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen kamen, um das unmögliche möglich zu machen.

Der HSV bestätigte: RUUD VAN NISTELROOY KOMMT ZUM HSV.

Ja, lest es ruhig nochmal. Mir geht’s da ähnlich. Obwohl ich jetzt seit der ersten sehr endgültig klingenden Eilmeldung schon fast drei Tage Zeit hatte, mich daran zu gewöhnen, bekomme ich immer noch Gänsehaut beim bloßen Gedanken daran, daß “van the Man” demnächst die Raute auf der Brust trägt.

Ein Hammer-Transfer für den HSV und die ganze Bundesliga. Was die meisten allerdings nicht wissen werden: Ich hab ihn quasi angestoßen. Schon am 11. Juni 2006 bloggte ich nach Serbien&Montenegro vs. Holland:

…ich möchte mal kurz anregen, daß wir schnell noch van Nistelrooy nach Hamburg transferieren.

Gut, aus “schnell” wurden dann geschmeidige vier Jahre. Aber was kann ich denn dafür, wenn sich van Nistelrooy, der damals noch bei ManU spielte, auf dem Weg nach Hamburg mit seinem Wohnwagen verfährt und in Madrid landet? Dann wär ich wohl auch erst mal bei Real geblieben an seiner Stelle…

Aber jetzt isser schon fast da. Medizincheck bestanden, heute Abend war der Abschied bei Real, morgen landet er dann in Hamburg und wird offiziell präsentiert. Und dann geht’s so richtig los.

Ich habe immer noch einen Funken Hoffnung, daß er gleich Freitag gegen Wolfsburg debütieren kann, wenigstens ne Einwechslung… das wäre schon ein Traum. Man stelle sich vor, wenn durch den ganzen Volkspark ein Ruuuuuuuuuuuuuuuuuuuuud hallt!

Ehrlich gesagt – ja, ich mag Holländer, das ist bekannt. Ja, ich wollte van Nistelrooy schon lange im HSV-Dress sehen. Ja, ich fand die Diskussion darüber, Aaron Hunt aus Bremen zu holen, schon deshalb doof, weil er Bremer ist.
Es hat aber noch einen ganz praktischen Grund, weshalb ich Hunt nicht haben will: Wegen seinem Namen. Er spricht sich ja nicht wie der Hund, sondern mehr so wie die Hand. Und genau da ist das Problem.

Man stelle sich vor, hitziges Spiel viele Nicklichkeiten, Ecke der gegnerischen Mannschaft, Hunt klärt im eigenen Strafraum spektakulär per Kopf – und die ganze Nord ruft euphorisch “Huuuuuuuuuuuuuuuuuuuuunt” (Gesprochen: Haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand!”) – na da haben wir bei unsrem Glück doch wieder so nen übereifrigen Schiri, der spontan Handelfmeter gegen den HSV pfeift. Muß ja nicht sein!

Dann also viel lieber Ruud van Nistelrooy. Ich kann diesen Namen gar nicht oft genug schreiben! Ich meine, das ist doch in etwa so, als hätte Robbie Williams mit mir im Schulchor gesungen!

Besonders großartig ist ja – nicht nur ganz Hamburg freut sich wie bekloppt auf Ruud – nein, er freut sich auch auf Hamburg! Da stellt sich der Welttorjäger von 2002 hin und sagt “Ich bin wirklich sehr glücklich, dass alles geklappt hat, und freue mich schon sehr auf Montag, wenn ich nach Hamburg komme”

Das ist dann in etwa so, als würde Robbie Williams sich darauf freuen, mit mir im Chor singen zu dürfen…

Ich grinse also seit Donnerstag Abend nahezu ununterbrochen. Und zwar derart breit, daß sich meine Mundwinkel am Hinterkopf treffen.

van Nistelrooy, das ist in meinen Augen einfach mal ne Ansage. Das ist ein Spieler, der sensationelle Zahlen und Erfolge hinter sich hat – und der genau da nochmal hin will. Ja, er ist schon 33. Ja, er war ein Jahr verletzt und hat auch jetzt noch ein Zipperlein. Er wird sicherlich seine Zeit brauchen – aber ich denke, daß beispielsweise auch Berg und Torun von jemandem wie ihm profitieren und lernen können.

Man stelle sich das doch mal vor, wenn Petric und van Nistelrooy auflaufen, der bindet doch alleine 11 Mann! Dann hat Petric freie Bahn aufs Tor.
Davon ganz ab: Wenn man mit so einem beispielsweise gegen “kleinere” Mannschaften ohne Champions-League-Erfahrung spielt – die laufen doch vor lauter Ehrfurcht mit dem Autogrammheftchen in der Hand auf!

Bei Ehrfurcht fällt mir ein… Donnerstag Abend war die Ungläubigkeit auf Twitter riesig, auch ich glaubte erst daran, daß das HSV-Blog vom Abendblatt gehackt wurde, zu groß schienen die News. Mitten in diese Mischung aus Euphorie und Ungläubigkeit machte @HerrEberhardt diese folgenschwere Ansage:

Tja. Jetzt gibt es kein Zurück! Ich werde Freitag selbstverständlich vor Ort sein und die Knet-Action für die Nachwelt dokumentieren.

Übrigens gibt es auch schon die ersten Promis, die sich auf Ruud freuen. Bully Herbig hat da sogar schon mal was vorbereitet:

18. Jan. 2010

Endlich wieder Fußball!! Die unsägliche Winterpause ist um – und der HSV mußte leider gleich mal ohne mich in die Rückrunde starten.

Das war natürlich bei der langen Liste der Verletzten, Afrika-Cup-Teilnehmer und dem rotgesperrten Boateng ein weiterer herber Rückschlag für Labbadia – aber er machte vor dem Anpfiff einfach dem Herrn Nedfuller klar, daß ihm jetzt alles an Support abverlangt wird.

Böse Zungen lästerten ja vor dem Anpfiff, der HSV habe kein Geld, um sich einen neuen Rasen einfliegen zu lassen, daher würden wir auf diesem Acker spielen. Aber das ist natürlich falsch. Ihr habt doch alle keine Ahnung!
Die Wahrheit ist: In der Arena werden demnächst neue Folgen von “Bauer sucht Frau” aufgezeichnet – die Kulisse steht schon…

Wie hieß es noch in einem 80er-Jahre-Song von Climie Fisher? Love changes everything. Mag sein. Aber nicht beim HSV. Nachdem sich Vagner Love trotz HSV-blauen Rastazöpfchen gegen den tollsten Club der Welt entschieden hatte, lief halt Torun neben Petric auf. Ohne blaue Zöpfchen, aber mit mehreren Großchancen. Leider blieben es Chancen – aber das wird sicher auch noch irgendwann.

So wie bei Marcell Jansen, der schon wieder ein hübsches Tor machte. Wo er her kam, haben wir ihm wohl alle längst verziehen… Mittlerweile ist er doch einer von uns, und zwar einer von den Besten.

Anders, als meine Glaskugel prophezeit hatte, fiel das Einsnull auch schon nach sieben Minuten. Damit traf der HSV laut Mopo bereits zum zwölften Mal innerhalb der ersten Viertelstunde – Ligarekord. Es wäre wirklich mal an der Zeit, daß der DFB meinem Antrag, die Spielzeit auf 15 Minuten zu begrenzen, stattgibt.

Immerhin: Damit, daß Petric trifft, hatte ich recht. Und was kann ich dafür, wenn er keine Uhr dabei hat und daher nicht erst um 17:16 Uhr trifft, sondern schon gegen 16:40 Uhr? Egal, Tor ist Tor. Und Tor ist nun mal, wenn der Schiri pfeift – auch, wenn Petric dabei angeblich leicht im Abseits stand… Man muß auch mal Glück haben im Leben, Pech hatte der HSV wirklich schon genug.

Für mich wird auch immer klarer, was ich schon lange ahnte: Petric ist der neue van der Vaart. Und damit meine ich nicht, daß ich bei ihm meinen Vorsatz, keinen Lieblingsspieler mehr zu haben, ganz schnell ad acta legte… sondern wie wichtig er für das Spiel des HSV ist. Mit Petric gab es diese Saison noch keine Niederlage – ohne ihn keinen einzigen Sieg. Hoffen wir, daß Petric nie einfällt, daß seine Oma im Keller noch irgendwo eine Flasche spanischen Rotwein hat, und er daher dringend mal noch bei Valencia, Real Madrid oder Mailand spielen muß. Halt irgendwo in Spanien.

Daß nicht nur ich, sondern auch Jansen und Jarolim den Mladen ins Herz geschlossen haben, zeigt das tolle Jubelfoto vom Einsnull, das mir Stefan Groenveld freundlicherweise überlassen hat. VIELEN DANK!

HSV HAMBURG - SC FREIBURG

In Stefans Blog gibt’s außerdem noch ein Foto von Frank Rost, wie er beim Kasten sauberhalten mit den Stollen seinen Strafraum umpflügt, um nach dem Spiel darin Gänseblümchen anzupflanzen. Die bringen wir dann kommenden Samstag den Dortmundern als Gastgeschenk mit. Das wird allerdings auch das einzige Geschenk, das sie von uns bekommen.

In diesem Sinne… nur der HSV!

15. Jan. 2010

Wir kennen das ja alle. Eigentlich haben wir Samstags um 15:30 Uhr doch gar keine Zeit für Fußball, Bier und Bratwürste. Samstags um 15:30 Uhr gäbe es so viel wichtigeres zu tun! Geschirr spülen, zum Beispiel. Oder mit jeder Menge anderer Verrückter bei IKEA an genau der Selbstbedienungskasse stehen, an der jemand wieder mal nicht versteht, wie man jetzt den Preis der Teelichter einscannt. Auto putzen. Was auch immer.

Zu all diesen Dingen kommen wir aber natürlich nie, weil, es ist ja Fußball. Wenn ich Euch aber jetzt schon verrate, was in den nächsten zwei Wochen so aufm Platz passiert – dann können wir uns künftig alle Samstags mit Bier und Bratwurst in der Schlange an der IKEA-Selbstscannerkasse treffen. Klingt doch super, oder?

Also, ab geht die wilde Fahrt durch meine Glaskugel:

18. Spieltag
Den Auftakt zur Rückrunde bildet ein echter Knaller. Ein Spiel mit Tradition, ein Spiel zweier internationaler Marken (Ja, als solche sieht man sich im Kraichgau tatsächlich. Nein, ich weiß nicht, was da im Wasser ist.): der FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim.
Auf Seiten der Bayern ist bis zuletzt unklar, ob Kranck Ribéry spielen kann. Er ist beim Fußnägel lackieren mit dem pinken Lack ausgerutscht und hat daneben gemalt. Sofort nach diesem schrecklichen Unfall hat er sich im Klo eingeschlossen und weigert sich seither, wieder rauszukommen. Auch Robben kränkelt noch. Man hätte in München wirklich besser ein Walross verpflichtet – die sind stabiler.
Hoffenheim hat weniger Pech mit den Stars – was natürlich auch an den mangelnden Stars liegen könnte. Hinter Eduardo stand bis zuletzt ein Fragezeichen – er hatte Probleme mit der Paella-Sehne. Kein Wunder, so als Brasilianer.
Das Spiel ist ähnlich attraktiv wie die beiden Kontrahenten und endet *gähn* 0:0. So viel also zur Rückeroberung der Tabellenspitze durch den FC Bayern nach über 600 Tagen.

Ganz andere Probleme hat man in Hamburg. Bernd Hoffmann läuft seit Tagen nur mit einem Gänseblümchen in der Hand auf und ab, reißt einzelne Blütenblätter raus und murmelt “Love… no Love… Love… no Love…”. Dabei geht es nicht um irgendeine Frau, sondern um Vagner Love, den Brasilianer mit den blauen Rastazöpfen. Ob er jetzt kommt, oder doch nicht… das will wohl nicht nur Hoffmann wissen. So, wie es momentan ausieht, heißt es für ihn dann wohl am Ende doch: Can’t buy me love. Hätten wir nur auf die Beatles gehört, wir hätten uns das ganze Transfergedöns sparen können.

Gegen Freiburg muß Labbadia mal wieder ohne alle spielen lassen – Elia fällt aus, Reinhardt hat einen Muskelfaserriss, Zé Roberto keine Wadenmuskulatur mehr, der Rest spielt Africa-Cup oder hat Silvester versehentlich die Fußballschuhe statt der Raketen in den Himmel gejagt. Rincón, Rozehnal und Tesche rutschen in die Startelf. Als Hommage an den 17:16-Erfolg im Elfmeterschießen des Tuttur-Cup-Finales gegen Besiktas läßt Petric sich bis 17:16 Uhr Zeit, um das erlösende Siegtor zu schießen.

Auch in Hessen startet die Saison turbulent. Wer da? besucht die Eintracht – und die ist mal wieder komplett ohne Sturm. Doch kein Grund zur Sorge! Maik Frank löst das Problem auf seine Art. Schließlich ist es doch unfair, wenn nur eine Mannschaft mit Handicap aufläuft, oder? Eben. Der Godfather of Fairplay tritt daher einfach die komplette Abwehr der Werderaner krankenhausreif. Plötzlich ist wieder alles offen.
In der 93. Minute kippt in der VIP-Loge ein Bembel Äbbelwoi um und setzt eine skurrile Kettenreaktion in Gang, an deren Ende Meier derart erschrickt, daß er den Ball an Wiese vorbei ins Netz zimmert.

19. Spieltag
Die Topspiel-Entscheider beim DFB haben ausnahmsweise mal eine gute Entscheidung getroffen. Mal ehrlich… Hamburger Problemvorort gegen Schickeria, Fischbrötchen gegen Weißwurst, Becks gegen Paulaner – das interessiert doch keinen! Daher spielen Wer da? und Bayern auch schon um 15:30 Uhr gegeneinander.
In einem Anflug von Menschlichkeit läßt van Gaal Klose auflaufen. Wiese freut sich so sehr über die Rückkehr Kloses, daß er ihm mit dem Fuß voraus entgegenspringt. Kennt man ja, diese Wiedersehensrituale. Vor lauter Pipi in den Augen über den freundlichen Empfang seines Ex-Kollegen verschießt Klose den anschließenden Elfmeter.
Stattdessen erinnert er sich an die guten Zeiten in Bremen, wo er wenigstens gesetzt war – und entscheidet in der 87. per Eigentor das Spiel. Der anschließende Jubellauf in die Bremer Fankurve bringt ihm den Rausschmiss bei Bayern und die Ehrenmitgliedschaft bei Wer da? ein. Man weiß nicht, aus welchem Grund man ihn mehr bemitleiden soll.

Das Topspiel am Abend ist selbstverständlich Dortmund gegen den HSV. Der Ex-Hamburger-und-jetzt-Dortmunder Zidan schießt kein Tor gegen seinen Ex-Club – wie auch, er ist beim Afrika-Cup. Aber machen wir uns nix vor, anders hätte er auch nicht getroffen. Und Barrios? Nun, irgendwer muß Chancentod Zidan ja vertreten. Das macht Barrios schon ganz gut.

Da zum Anpfiff 17:16 Uhr schon vorbei ist, kennt die Tormaschinerie des HSV kein Halten mehr. Jansen, Petric und Elia machen das Ding klar, die Dortmunder Fans nehmen vor lauter Neid im Gesicht das Textmarkergelb ihrer Trikots an.

So, das soll’s erst mal gewesen sein. Ich will ja nicht Schuld sein, wenn die Vereine über Einbrüche bei den Ticketverkäufen und die Sender bei den Einschaltquoten klagen. Nee, stimmt nicht, das ist mir völlig egal. Ich will einfach nächste Woche auch noch was zu erzählen haben.

In 24 Stunden rollt der Ball endlich wieder in Hamburg. Ick freu mir!

13. Jan. 2010

Winterpause. Hmpf. Man kann mir ja echt vieles wegnehmen… aber den Fußball?! Das ist schon grausam. Ich sag’s ja nur ungern, aber: Winterpause ist ein Arschloch!

Ich leide derzeit echt unter extremem Fußball-Enzug. Im Alltag treibt das langsam seltsame Blüten. Wenn der unsägliche Mario B*rth in der MädchenMarkt-Werbung sagt “Das ist mein Laden” – dann höre ich jedes verdammte Mal “Das ist mein Mladen”. Aber nicht nur das, ich schreie auch noch den Fernseher an: Nahaaaiiiin, der ist MIR!

Beim weihnachtlichen Raclette-Essen mußte ich immer aufstehen, um mein Pfännchen ins Raclettegerät zu schieben. Und ich mußte mich jedes Mal zusammenreißen, damit ich nicht laut “Steht auf, wenn Ihr Raclette wollt!” schmettere.
Und wenn ich im vollbesetzten Bus zur Arbeit einer älteren Dame meinen Platz anbiete, hüpfe ich dabei immer und singe laut “Sitzen is für’n Arsch, sitzen is für’n Arsch, sitzen, sitzen, sitzen is für’n Arsch!”

Aber bald hat die Warterei ja ein Ende, am Wochenende startet endlich die Rückrunde. Behelfen wir uns also bis dahin mit einem kleinen Rückblick.

Ich habe 2009 viel geschrieben über den HSV und meine Touren. Aber immer wieder mußte ich Dinge auslassen, meist die kleinen Skurilitäten am Rande. Das möchte ich jetzt nachholen.

Mit der Schnorr-Oma zur Eintracht und zurück
Als ich letzten Mai zum Saisonfinale nach Frankfurt fuhr, startete ich in Heidelberg mit einem Regionalexpress. Während ich schon saß, stieg eine Oma im roten Rock zu und setzte sich mir gegenüber. “Entschuldigung, haben Sie so ein Handy, mit dem man kostenlos ins Festnetz telefonieren kann?”, fragte sie mich. Sie schien nicht in großer Not zu sein, sondern eher Handyverkaufs- oder sonst irgenwelche Gespräche führen zu wollen. Also versuchte ich ihr zu erklären, daß das am Tarif, nicht am Handy läge. Sie stellte Fragen und textete mich zu über irgendwelche Menschen, die ein Handy haben, mit dem man.. ihr wißt schon. Nach einigen Minuten zog sie dann weiter, um am nächsten Vierer ihr Sprüchlein aufzusagen.

Ich fuhr nach Frankfurt, Troche schoß das Siegtor und uns in den Europapokaaaaaaal, und abends gings zurück nach Heidelberg.

Als ich in Frankfurt Hauptbahnhof in meinem Regionalexpress saß, ging die Tür hinter mir auf. Ich traute meinen Ohren nicht, als ich eine mir bekannte Stimme hörte…. “Entschuldigen Sie, haben Sie so ein Ticket, mit dem man jemanden mitnehmen kann?”

Die Schnorreroma war wieder da und ebenfalls auf dem Heimweg. Nur schade, daß ich verpaßt habe, wie und wo sie den schwarzen Rock geschnorrt hatte, den sie mittlerweile trug…

DFB-Pokal-Halbfinale ist zum Kotzen
Wir erinnern uns alle -leider- ans DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bremen. In Hamburg. Ich fuhr mit André L. im Auto von Berlin nach Hamburg, wir kamen viel zu spät ans Stadion. Als ich in den hoffnungslos überfüllten Block wollte, kam grad die Mannschaft aufs Feld. Die Ordner, bei normalen Spielen meist schon so überfordert, daß ich sie nur noch “Unordner” nenne, kamen gar nicht klar. Sie wußten nur eins: der Block war zu voll. Ach nee.

In solchen Fällen wird dann gerne einfach mal gedrückt. Und laut “Die Treppe muß frei bleiben” gepöbelt. Man könnte das auch beim Einlaß regeln, aber nee… so is ja lustiger.

Wir Nachzügler mußten dann ganz nach unten in den Block, da war noch Platz. Neben mir: drei halbstarke Südamerikaner. Schon zum Spielbeginn stark alkoholisiert. Während des Spiels dann Druckbetankung. Gut, konnte ich fast verstehen.
Nicht verstehen konnte ich, daß sie dann irgendwann in die Kurve gepisst haben. Und der “Die Treppe muß frei bleiben!”-Ordner auf die lustige Idee kam, ich könnte mich, weil mein kleiner Zeh die Treppe berührte, doch genau in die Pfütze stellen. Dem mußte ich dann leider erst mal ein paar neue Schimpfworte beibringen.

Es wurde dann aber noch besser, einer der drei Typen kotzte irgendwann in Halbzeit zwei vor lauter Suff in unsre schöne Nord. Und zwar bevor das Spiel kippte und wirklich zum Kotzen wurde.
Und was machte er, nachdem er fertig gereiert hatte? Genau: Mund abputzen und erst mal ein Bier bestellen.

Pleite pleite in Glasgow
Daß ich in Glasgow war, habe ich ja ausführlich erzählt. Nicht erzählt hatte ich, daß ich vor dem Trip kein Geld umgetauscht hatte. Ich hatte vom London-Kurztrip noch ein paar Pfund über, den Rest wollte ich mir in Glasgow am Automaten ziehen. So weit der Plan…

Die Realität sah dann leider etwas anders aus. Geldautomat, EC-Karte rein, PIN eingegeben, Betrag ausgewählt, okay gedrückt – bisher lief alles nach Plan. Außer, daß kein Geld kam, sondern eine “Es ist momentan leider nicht möglich, mit dieser Karte Geld abzuheben”. Shit. Also ab zum nächsten Automaten. Und zum übernächsten. Und zum überüber… es gibt verdammt viele Geldautomaten in Glasgow. Nur Geld wollte mir keiner geben.

Also wollte ich die Kreditkarte bemühen. Die kann ja auch Bargeld abheben. Allerdings nur, wenn man die PIN kennt. Seltsamerweise ließ sich der Automat weder durch meine EC-Karten-PIN*, noch durch meine Handy-PIN* dazu überreden, Geld auszuspucken. Komisch, eigentlich.

Ich war dann also erst mal nicht nur Pleite, sondern auch noch pleite. Zumindest so lange, bis ich Tags drauf einen Automaten fand, der meine EC-Karte doch ganz okay fand…

*Ich hab das natürlich nicht so ausprobiert. Ich hab zweimal das eingegeben, was ich für meine Kreditkarten-PIN hielt. Sie war es aber offenbar nicht. Ein drittes Mal schien mir dann doch zu gefährlich. Oder wißt Ihr, wie man einem Schotten, den man eh kaum versteht, erklärt, daß der Geldautomat Eure Kreditkarte gefressen hat? Eben.

Hey, was geht ab? Glasgow-Edition
Die Hertha ist überall. Also… Überall, nur nicht an der Spitze der Bundesligatabelle. Aber sie war in Glasgow. Als wir mit dem Mob durch die Stadt zogen, wedelte hinter einem Fenster nämlich jemand eine Herthaflagge. Vermutlich ein Berliner Austauschstudent, oder sowas.
Und plötzlich schwenkte der ganze Mob von “UND HIER! REGIERT! DER H!S!V!” um auf “Hey, was geht ab? Die Hertha steigt endlich ab…” – spätestens da wußte ich, daß wir nen Sieg einfahren würden. Schließlich hatte ich mit dem Lied in Berlin beste Erfahrungen gemacht.

Inside out
Auf dem Heimflug von Glasgow dann noch eine Begegnung mit Technik, die wenige Wochen später plötzlich mitten im Fokus stand. Umsteigen in Amsterdam. Wenig Zeit, ein riesiger Flughafen. Hektisch haste ich von A nach B, an der Sicherheitskontrolle eine ewig lange Schlange. Für die Fast Lane hatte ich noch ein paar Sekunden zu viel Zeit, also anstehen. Warten. Twittern. SMS schreiben. Und als ich hochgucke, steht vor mir kein Metalldetektor, sondern so ein… Ding.
Glaskabine. Tür auf, Pleite rein, Tür zu. Füße in zwei blaue Rechtecke auf dem Boden, Arme nach oben anwinkeln. Und dann surrten so zwei Dinger um mich rum. Tür wieder auf… und wie ich den Glaskasten verlasse, wird mir klar – in Amsterdam werden schon probeweise Nacktscanner eingesetzt. das da war gerade einer. Angeblich muß man da nicht durch, hat Alternativen. Mir wurden keine angeboten, ich wurde nicht drauf hingewiesen – Schilder hab ich keine gesehen. Vielleicht auch nur, weil ich vom HSV geträumt habe.

Jetzt haben sie in Holland also quasi Nacktfotos von mir. Nun gut. Vielleicht erkennt man auf dem Röntgenbild ja sogar die Raute im Herzen. Dann wissen sie wenigstens gleich, was Sache ist.

8. Jan. 2010

Marcell Jansen hat offenbar vor, Mladen Petric den Platz in meinem Herzen streitig machen. Mit Aussagen wie diesen ist er auf dem richtigen Weg.

Sein Wunsch für den 12. Mai 2010 (dem Tag des Finale der Europa-League in Hamburg):

Ich hoffe, dass ich dann entweder noch betrunken von der Meisterschaftsfeier bin oder noch zu einem Spiel antreten darf.

Ein Wunsch, dem ich mich gerne anschließen möchte.

7. Jan. 2010

Letzte Saison gab’s hier schon mal so ein Bildchen, dann hatte ich aber Terminprobleme und mußte die Karte kurzfristig abtreten. Dieses Jahr starte ich einen neuen Versuch.

DA IS DAS DING:

Das wird dann hoffentlich endlich mein erstes Spiel in der Arroganz-Arena. Ist außer @HerrEberhardt von Euch noch jemand dabei, wenn wir den Münchnern die Luft aus dem Schlauchboot lassen?

Ich bin jetzt schon heiß wie Frittenfett auf das Spiel. Und eigentlich kann gar nix schiefgehen – schließlich ist mein Platz auf der Nordtribüne, wo ich hingehöre!

5. Jan. 2010

…jetzt läuft er wieder, Gott sei Dank!

Ich glaube, ich verrate jetzt kein Geheimnis, wenn ich sage: Ich mag Bastian Reinhardt. Warum auch immer – er ist mir irre sympathisch. Und das schon immer.

Unter zig Trainern wurde er bei uns auf die Bank verbannt, um sich unter zig Trainern zurück in die Stammelf zu kämpfen. Er murrt nicht, er meckert nicht, er ist da, wenn es irgendwo brennt – und das offenbar ganz ohne Allüren. Heutzutage ist das ja leider eher selten geworden.

Als sein Vertrag nicht verlängert werden sollte, war ich wirklich traurig. Reinhardt ist jetzt sicher nicht so der Fußballer, den man für seine Spitzenspielzüge liebt. Oder für seine Tore. Aber irgendwie hat er sich in all den Jahren für den HSV heimlich, still und leise in mein Fan-Herz geschlichen.
Daher war ich auch um so glücklicher, als der HSV ihm nach einem Mittelfußbruch doch noch einen neuen Vertrag gab.

In der Verletzungspause fing er dann an, beim HSV eine grandiose Kolumne zu schreiben. Und nicht mal die Tatsache, daß er jetzt quasi das macht, worauf ich schon seit Jahren Bock hätte, und das auch noch verdammt gut, macht ihn mir unsympathisch.

Und jetzt? Ist Reinhardt mit im Trainingslager in Belek und freut sich nen Keks, daß er wieder trainieren darf.
Und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich vermute, daß er auch bald wieder für uns auflaufen wird. Ich freu mich schon sehr drauf.

Vorm Spiel gegen Bayern gab es übrigens eine Autogrammstunde am Supportersstand – und ich habe mir dort tatsächlich nach all den Jahren zum ersten Mal eine HSV-Autogrammkarte geholt. Leider war es zu voll, als daß ich eine Pleite-Widmung bekommen hätte, daher hier nur ein Foto vom signieren:

PS: Bastian, wenn Dir Fußball und Kolumne zu viel werden – ich spring gerne für Dich ein. Vorzugsweise an der Tastatur.

1. Jan. 2010

1. Zugenommen oder abgenommen?
Wie immer: Abgenommen. Das Telefon. Einer Waage verweigere ich mich nach wie vor. Die Klamotten passen alle noch. Mal besser, mal schlechter.

2. Haare länger oder kürzer?
Nahezu gleichbleibend. Je nachdem, wie oft ich es zum Friseur schaffe.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Unverändert maulwurfhaft.

4. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Dank der sensationellen Steuerrückzahlung.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Hauptsächlich für Fußball.

6. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Schließlich war ich ungefähr dreimal joggen. Und ganz oft beim Fußball. So, wie ich supporte, ist das Hochleistungssport!

7. Der hirnrissigste Plan?
Die Akutsprechstunde der Pneumologin zu besuchen. Morgens um 7. Bis ich dann mal bei ihr im Sprechzimmer war, war 14 Uhr.

8. Die gefährlichste Unternehmung?
Alleine in HSV-Kluft in einer Straßenbahn voller Bremer zum Stadion fahren.

9. Der beste Sex?
Ich vertrete ja die Meinung, daß Fußball manchmal besser ist als Sex. Daher küre ich den AUS!WÄRTS!SIEG! im UEFA-Cup-Halbfinale in Bremen.

10. Die teuerste Anschaffung?
Nichts riesiges. Mehr so mittelteurer Kleckerkram: Zugtickets, Flüge, Hotelübernachtungen und Eintrittskarten. Mein Buchhalter Herr Curi0us hat natürlich Recht: Mein Netbook! Auf Platz 2 dann mein neuer Herd.

11. Das leckerste Essen?
Das Abendessen im Restaurant Skylon in der Royal Festival Hall in London. Mjam.

12. Das beeindruckendste Buch?
Ich bin nicht so leicht zu beeindrucken.

Persönlich sehr glücklich gemacht hat es mich, als ich im Januar endlich mein Exemplar von Wie James Bond Bananen schält* von Ingo Oschmann in den Händen halten durfte.
Weil mir die Ehre zuteil wurde, das Buch zu lektorieren. Weil mein Name in der Danksagung steht. Und weil Ingo weiß, daß ein Buch zu schreiben einer meiner großen Träume ist – und mir daher in der Widmung ein Stück entgegen kam.

13. Der ergreifendste Film?
Da muß ich passen. Schnulzen sind nach wie vor nicht so meins – und Pipi in den Augen kann ich auch beim Fußball haben. Und wie!

14. Die beste CD?
Weil sie mir verdammt gute Laune macht: Waking the Dead* von The Busters

15. Das schönste Konzert?
AC/DC auf dem Hockenheimring – weil damit ein Jugendtraum in Erfüllung ging.

16. Die meiste Zeit verbracht mit…?
Meiner Arbeit, meinem Laptop, dem HSV.

17. Die schönste Zeit verbracht mit…?
Dem HSV, meiner Familie und meinen Freunden. Ihr wißt, wer Ihr seid!

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?
Eine Mischung aus “Ächz.” und “JAAAAAAAAAAAAAAAA!”

19. 2009 zum ersten Mal getan?
Mit HRH Prinz Philipp Geburtstag gefeiert.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?
Sand zwischen den Zehen gespürt.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Das Aus im UEFA-Pokal gegen Bremen.
Das Aus im DFB-Pokal gegen Bremen.
Das Aus im Meisterschaftsendspurt gegen Bremen.

…noch Fragen?

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Daß es nie zu spät ist, um glücklich zu werden.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Freundschaft

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Vertrauen

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Da ist der Schlußpfiff, der HSV gewinnt in Istanbul!”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
“Ich bin für Dich da.”

27. 2009 war mit einem Wort…?
Durchwachsen.

Und früher so: 2008

*Amazon-Partnerlink

Letzte Kommentare

Letzte Artikel

Archiv

Kategorien

Wunschzettel