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10. Mai. 2009

Da halte ich es ganz mit Martin Jol.

Und damit meine ich nicht nur die grün-weiße Pest von der Weser. Ich werde die nächsten Jahre sicherlich lieber verhungern, als bei der Nordsee einen Bremer zu bestellen. Und so leid es mir tut, Herr Bremer… Ihr Name verhindert, daß wir Freunde werden.

Meine Fresse. Ich hatte viel erwartet vor den Bremer Wochen. Aber nicht, daß es eine Katastrophe diesen Ausmaßes wird. Das alles ist ein wochenlanger Albtraum, nie habe ich so sehnsüchtig auf das Klingeln des Weckers gehofft… aber es kommt einfach nicht. Kann mich bitte endlich jemand aufwecken??

Die nächsten drei Spiele entscheiden also, ob wir am Ende der Saison als totale Volltrottel ohne internationales Geschäft dastehen. Wer hätte gedacht, daß wir uns so schnell den UI-Cup zurückwünschen würden…?

Eigentlich müßte der HSV mit Heimspielen gegen Bochum und Köln sowie nem Auswärtsspiel in Frankfurt sichere neun Punkte holen.
Eigentlich…

Denn das, was da heute auf dem Platz passiert ist, war weit entfernt von eigentlich. Das war ganz große Scheiße.

Der HSV hat so unterirdisch gespielt, ich hab sogar alle Vorsicht vergessen, und versucht, ein Tor für uns zu pinkeln. Wir wissen alle, 1994 ging das schief und Deutschland flog aus der WM. Aber es stand eh schon 2:0 für Wer da? und kaputtgehen konnte nix mehr.

Nun ja, was soll ich sagen? Es fiel tatsächlich ein Tor. Allerdings das Siegtor für Gladbach gegen Schalke… Aber immerhin, ich hab es versucht. Dankt mir einfach später, Gladbach.

10. Mai. 2009

Auch mehr als 48 Stunden nach dem Aus im UEFA-Pokal ist der Schmerz noch da. Wahrscheinlich bleibt der auch noch eine ganze Weile.

Andererseits – in guten Zeiten Fan sein, kann jeder. Nur in solch bitteren Stunden zeigt sich meiner Meinung nach, wer wirklich am Verein hängt.

Natürlich hat der HSV, trotz des Aus im Pokal und im Europapokal, bisher eine sensationelle Saison gespielt. Eine Saison, die letzten Sommer niemand erwartet hätte.
Allerdings tut es derzeit noch viel zu sehr weh, um sich damit zu trösten.

Das war ja nicht irgendein Aus im Pokal. Es war ein Aus gegen den Nordrivalen. Im eigenen Stadion. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage.
Die Bremer bei uns feiern zu sehen, ist in etwa so, wie dabei zuschauen zu müssen, wie die Liebe Deines Lebens vor Deinen Augen mit Deinem Erzfeind rummacht.

Und es war ja nicht irgendein Aus, es war eine Verkettung selten unglücklicher Umstände… Ein reguläres Tor, das nicht gegeben wurde. Ein Elfmeter, der nicht gepfiffen wurde. Und vor allem ein zur Papierkugel geformter Teil einer gigantischen Choreo, der den Ball so unglücklich ablenkte, daß er ins Toraus ging, und es jene Ecke gab, die zum 1:3 führte…

Der Fußballgott ist also entweder ein ziemlicher Sadist… oder Bremer durch und durch. Vielleicht auch beides.

Damit sowas nienieniiiiiie wieder passiert, fordere ich jedenfalls Altpapier-Container für die Südtribüne!! Und überhaupt… Stand die Papierkugel nicht im Abseits?

Mal so ganz unter uns: Wir haben Bremen gewinnen lassen. Das war Taktik. Der HSV wollte die Reisekosten nach Istanbul und die horrenden Siegprämien sparen… und den Verein aus dem Hamburger Problemvorort in den Ruin treiben.
Wir sind ja nicht doof… das Endspiel der Europaliga, dem Nachfolger des UEFA-Cups, ist 2010 in – na? Genau: In Hamburg. Wieso sollten wir dann dieses Jahr für teuer Geld in die Türkei fliegen, wenn wir das nächstes Jahr vor der Haustür haben? Und der Anfahrtsweg zur Feier auf dem Rathausmarkt ist dann auch nicht so weit. Ein Titelgewinn in der eigenen Stadt ist doch viel lässiger!

Besonders originell ist das zwar nicht – aber in rund zwei Stunden steht der HSV wieder auf dem Platz. Und zwar schon wieder gegen die Fischköppe. Nach dem Gesetz der Serie wäre ja der HSV jetzt wieder dran mit einem Sieg.

Diesmal ist, Überraschung, das hatten wir ja schon lange nicht mehr, Diego verletzt. Oooooch. Wer jetzt denkt, Schaaf schone ihn fürs DFB-Pokal-Finale, hat natürlich völlig unrecht. Das sieht nur so aus, als ob!

Ach ja, eins noch: In der engen Straßenbahn vom Weserstadion zurück zum Hauptbahnhof habe ich ja bekanntermaßen mit Bremern rumgekaspert, die neben mir eingequetscht waren. Einer meinte “Mal ehrlich, wenn Bremen absteigen würde – Ihr würdet doch weinen!”. Ich habe natürlich laut lachend verneint. Hiermit revidiere ich allerdings meine Aussage:
Oh ja, ich würde weinen. Krokodilstränen sogar. VOR FREUDE.

…eins kann uns keiner nehmen, und das ist der pure Hass auf Bremen…

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