Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Sagt man allgemein so. Manchmal wird mir dann wieder klar, wie viel Wahres da dran ist. Wie beispielsweise am Fall von Karl-Heinz Rumgekicke Rummenigge.
Er war Europas und Deutschlands Fußballer des Jahres, WM-Zweiter, Europameister, Deutscher Meister, etc. pp. Er ist Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München und hat früher Länderspiele kommentiert.
Hätte er es doch bloß dabei belassen! Aber neiiiiiin. Als Franz “der Kaiser” Beckenbauer am Freitag aus dem Amt als Bayern-Präsident schied, meinte Rummenigge, noch einen draufsetzen zu müssen.
Mit einem Gedicht. So was wird ja eh schnell mal peinlich. Aber das… Uiuiui. Da ich nicht weiß, wie lange das Video noch online ist, bis jemand merkt wie peinlich das ist, und es entfernen läßt – schreib ich den Wortlaut mal drunter.
Lieber Franz, ich danke Dir.
Ich danke Dir, ich danke Dir sehr.
Ich danke Dir, das fällt uns nicht schwer.
Ich danke Dir, danke Dir ganz toll,
weiß gar nicht, was ich alles sagen soll.
Ich danke Dir, Du bist ein Schatz,
dies sag ich Dir in diesem Satz.
Ich danke Dir, das fällt nicht schwer –
danke, danke, danke sehr.
Und ein spezielles Dankesehr
an 1860 für die Watschn an Dir.
Puh. Wenn man das so hört, versteht man fast, daß Beckenbauer da nicht mehr arbeiten wollte ;-)
Ich wünsche den Deutsch-Schülern in Bayern jetzt schon mal viel Erfolg bei der Suche nach dem Versmaß. Dieses lyrische Meisterwerk wird doch bestimmt demnächst als Pflichtstoff in den Lehrplan aufgenommen…
Meine Rückkehr in den Blogalltag hatte ich mir auch anders vorgestellt. Aber dann eben Pöbelbloggen. Auch gut.
Es war mal wieder einer dieser Spieltage. Der große HSV gegen den kleinen VfL Bochum. Einer dieser Vereine, gegen den (sorry Markus, sorry Christoph) drei Punkte Pflicht sind. Curi0us würde nur sagen: “Hallo? Bochum!!”. Genau.
Aber auch gegen Bochum sollte man mit 11 Mann auflaufen. Und genau da fängt die Problematik an… Die Verletztenliste des HSV hat große Ähnlichkeit mit der Top-Elf des HSV. Eigentlich unterscheiden sie sich fast nur durch Frank Rost, der, toitoitoi, noch heile ist.
Zu den Langzeitverletzten Petric, Guerrero, Alex Silva, Romeo Castelen, Bastian Reinhardt und Collin Benjamin kamen jetzt noch Pitroipa, Zé Roberto und Boateng.
Das reichte dem Sadist von Fußballgott aber natürlich noch lange nicht. Daher hatte Fabian Schulz, der aus der Zwoten hätte nachrücken sollen, Grippe, und Marcus Berg eine Magen-Darm-Geschichte.
Irgendwer mußte ja spielen, und da Uns Uwe wohl nimmer in sein Trikot paßte, steckte man kurzerhand Cristiano Ronaldo ins Trikot von Tolgay Arslan und schickte ihn aufs Feld. Blöd, daß auch Ronaldo – oder war es doch Arslan? – einen mittelmäßigen Tag hatte.
Der HSV hatte in der ersten Halbzeit um die 70% Ballbesitz. Ist ja auch klar, hallo, ging ja gegen Bochum! Außerdem schoß der HSV nach ner halben Stunde das 1:0 durch Mathijsen. Einzig der Schiri sah das anders. Er pfiff ab, weil Heerwagen, der Torwart der Bochumer, in Elia reingelaufen war. Auch nach zig Wiederholungen erkenne ich da keine Schuld Elias, sondern eher ein “selber Schuld” von Heerwagen.
Aber gut, vielleicht hat der Schiri auch nur im Café King nen anderen Sapina-Bruder erwischt als ich.
Die zweite Halbzeit war dann gefühlt ne Katastrophe. Es lief nix mehr, auch nicht Guy Demel, der hinkte. Aber weil Brüno mit dem Nichtauswechseln von verletzten Abwehrspielern ja so große Erfolge gefeiert hat, machte er das einfach wieder.
Immerhin schickte Brüno irgendwann Berg aufs Feld, ob mit oder ohne Windel unter der Hose ist noch unklar. Der konnte allerdings leider auch nichts mehr ausrichten.
Stattdessen kam irgendwann dann, was kommen mußte – Bochum schoß ein Tor. Zackbumm, zweite Heimpleite in Folge, wieder gegen jemand vom unteren Ende der Tabelle.
Ganz ehrlich? Es kotzt mich an. Es ist ja jetzt nicht so, daß da unsere A-Jugend auf dem Platz stand. Da waren schon diverse Nationalspieler am Start, Elia hatte ein, zwei Tore auf dem Fuß… und am Ende steht beim HSV wieder die Null. Allerdings auf der falschen Seite des Ergebnisses.
Es ist wie jedes Jahr. Kaum fangen die Geschäfte an, die Weihnachtsdeko rauszuräumen und Plätzchen in die Regale zu stellen, verfällt der HSV in Gönnerlaune und verschenkt Punkte an Vereine, die sie dringend brauchen. Die Punkte haben wir natürlich, ganz Robin Hood, vorher den Großen abgenommen.
Ich frage mich, wann der Tag kommt, an dem uns mal jemand Punkte schenkt. Die müssen nichtmal aufwändig verpackt sein, ich nehme die auch ohne rote Schleife drumrum.
Mein Fazit leihe ich mir von Jürgen Wegmann: Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
Da war es also, das kleine Nordderby. Hamburg gegen Hannover. Wer mich komplett verwirren will, sagt auch HSV gegen HSV. Da muß ich allerdings an Schattenboxen denken, und da gibt’s ja irgendwie keinen Sieger.
Nun, bei Hannover gegen HSV diesmal auch nicht, ich weiß. Schöne Scheiße.
Da ist man über weite Strecken gefühlt besser, führt zweimal – und bekommt dann zum Schluß noch so einen verdammten Elfmeter.
Ich weiß, die Meinungen gehen da auseinander, ich hab die Szene inzwischen mehrfach gesehen… Ich frag mich halt, wo Rincón hinsoll, wenn Stajner auf ihn zurennt? Er kann sich nicht in Luft auflösen, und wenn er nicht vorm Spiel eine Palette von dem Zeug getrunken hat, für das Didi Beiersorfer jetzt arbeitet, dann wird’s auch mit dem fliegen schwierig.
Es kotzt mich an, daß der HSV wieder sichere drei Punkte abgegeben und nur einen eingefahren hat. Nach dem zwoeins gab es diverse Möglichkeiten, den Sack zu zu machen… Passiert ist es leider nicht. Daß dann so eine dämliche -und meiner Meinung nach falsche- Schiri-Entscheidung kurz vorm Schlußpfiff ausschlaggebend ist, ist einfach nur ärgerlich. Noch mehr, wenn dem Ganzen ein (ungeahndetes) Foul an Aogo vorausging. Das fand auch Brüno und wütete, ohne Rücksicht auf die Föhnwelle, so sehr, daß er auf die Tribüne mußte.
Unterm Strich bleibt also schon wieder ein Unentschieden. Auch, wenn unentschieden natzürlich “ungeschlagen” bedeutet – langsam wären drei Punkte mal wieder ganz nett. Aber vielleicht hab ich auch nur nix von dem Nichtangriffspakt mitbekommen, den Hamburg, Wer da?, Bayern, Schalke und Dortmund geschlossen haben, und seit dem man sich so durch die Gegend unentschiedet. Einzig Leverkusen, die eigentlich hätten 3:3 spielen sollen, brachen den Pakt. Wahrscheinlich hatte ihnen der Arzt oder Apotheker geflüstert, daß es da auch was von Ratiopharm gibt – drei Punkte, nämlich.
Ansonsten möchte ich anregen, die Herren Rama und Meggle mal zusammen in eine Mannschaft zu stecken. Die Jugend fände das sicher ziemlich fett, der Gegner hätte vor lauter Geglitsche auf dem Rasen keine Chance.
Jetzt freu ich mich erst mal auf die Länderspielpause. Ich muß noch diverse Blogeinträge nachtragen, man kommt ja zu nix.
Und auch dem HSV tut die Auszeit sicher ganz gut. Ich hoffe inständig, daß Brüno die Auszeit nutzt, um nicht nur unser Lazarett zu versorgen, sondern auch, um die Lufthoheit (Seit wann bitteschön sind wir bei Kopfbällen so anfällig, selbst dann, wenn sie von Zwergen kommen?) zu verbessern.
Noch ein Wort zu Bayern: Wenn Uli Hoeneß immer noch meint, der FC Bayern (derzeit Platz 8) stünde zu Weihnachten ganz oben in der Tabelle – kann dann mal bitte jemand rausfinden, wo man diesen Punkte-Adventskalender kaufen kann, den er auf dem Schreibtisch stehen hat? So einen braucht der HSV wohl auch, bis unsre erste Stümer-Garnitur wieder fit ist…
Und noch eine ernstgemeinte Frage zum Schluß: Weshalb hat man beim FC Bayern denn zig Millionen in Stürmer investiert, wenn eh nur Abwehrchef Daniela van Buyten die Tore schießt? Meinjanur.
Gestern war also wieder Champions League. Ihr wißt schon, dieser internationale Wettbewerb, bei dem Bayern versucht, so zu tun, als gehörten sie zu den besten Clubs aus ganz Europa.
Weil ich mir das Elend nicht antun wollte und gerade vor mich hin kränkle, dachte ich… nehm ich doch mal ein Erkältungsbad. Und wie ich wieder aus der Wanne steige, ist Bayern baden gegangen. 0:2 zu Hause gegen Girondins Bordeaux, das ist fast schon das Aus in der Champions League.
Darauf hab ich mir dann erst mal ne Flasche Bordeaux aufgemacht. Und als nächstes bade ich die Bayern dann aus dem UEFA-Cup.
Heute Nachmittag gab es dann eine Pressekonferenz mit van Gaal. Eigentlich sollte sie live im TV übertragen werden, diverse Redaktionen wollten live tickern. Und dann? Alle Kameras raus, keine Live-Übertragung, kein Lebenszeichen der Reporter.
Hie und da wurde schon gemunkelt, die würden van Gaal jetzt rauswerfen. Ham’Se aber nicht. Zumindest nicht offiziell.
Pleitegeiger weiß nämlich wieder mehr als andere – und läßt Euch an ihren exklusiven Infos teilhaben.
Man hat nach dem Mißerfolg der letzten Wochen van Gaal nämlich heimlich ausgetauscht. Ihr ratet nie, gegen wen. Moment, ich geb Euch einen Tipp und verrate, was van Gaal gestern nach dem Spiel sagte:
Das Leben geht weiter.
Naaaaa, fällt es Euch auch grade wie Schuppen aus den Haaren??
Damit wäre also endlich geklärt, wo Dragoslav Stepanovic so lange war: Man hat ihm den serbischen Akzent weg- und einen holländischen hintrainiert…
Ich hatte nicht nur schlaflose Nächte über den Entscheidung, wer den nächsten Freitagstexter ausrichten darf – nein, sogar mein neues Netbook wurde ob der großen, anstehenden Entscheidung nervös. Als ich vorhin langsam mal mit der Auswahl anfangen wollte, war plötzlich mein Internet futsch. Die Tante Alice wollte nicht mehr so wie ich.
Aber jetzt ist zum Glück alles wieder gut und wir können zur Pokalübergabe schreiten. Vorab allen Teilnehmern erst mal vielen, lieben Dank für die rege Beteiligung und die großartigen und witzigen Ideen. Es ist faszinierend, von wie vielen Seiten man sich diesem Foto nähern kann… und noch faszinierender, daß fast alle schmutzig sind ;-)
Aaaber, nich’ lang schnacken, Pokal anpacken.
And the winner is… *trommelwirbel* Heinzkamke für Ihre Lebenslüge war aufgeflogen, die Windmühle abgebrannt, nur die Schuhe geblieben. Käse konnte sie schon lange nicht mehr riechen. Frau Antjes Stolz jedoch war ungebrochen.
Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich schon auf die nächste Runde!
Weil ich aber so oft so sehr lachen mußte (Auch über den allerersten Kommentar meiner Mum), möchte ich noch einige Sonderpreise vergeben.
Und zwar geht der HSV-Sonderpreis an Frau Jekylla für Rothosen, Bruno, RotHOSEN!!!. Ihr Gewinn: Sie dürfen bei einem HSV-Spiel meiner Wahl Daumen drücken. Ich weiß doch, daß Sie sich das schon immer gewünscht, sich aber nie getraut haben! (Donnerstag Abend würde mir ganz gut passen…)
Den Igitt-wer-leiht-sich-denn-Leoparden-Unterhosen-Sonderpreis möchte ich Curi0us verleihen für Von unten nach oben: Something old, something new, something borrowed, something blue. Alles Liebe zur Hochzeit, Onkel Jürgen. Und jetzt: Feuerwerk!. Als Belohnung darfst Du die Leo-Unterhose, die ich Dir geliehen habe, behalten, ja? :-p
Und damit der FC Bayern diese Saison überhaupt irgendetwas gewinnt, habe ich hier spontan einen Sonderpreis ausgelobt. Er geht an Sahjah für Louis van Gaal hinterlässt Scherbenhaufen in München!. Den Gewinn (eine Runde Mitleid für Bayern) liefere ich am besten gleich aus, die Münchner können’s brauchen: Ooooooooooooooooooooooooooooooh!
Nochmal vielen Dank allen Teilnehmern – wir treffen uns dann Freitag zur nächsten Runde im Hause Angedacht!
Wow, Obama kann echt alles. Und so nebenbei sagt er auch noch das Wetter für die nächsten Tage (weltweit!) voraus und gibt Tipps, was man anziehen soll.
Ich bin gespannt, wann Angie sich angies-rezepte.de sichert und anfängt, uns als “Mutter der Nation” zu bekochen.
Zu Beginn erst mal eine Wahrheit über Borussia Mönchengladbach, die in keiner Statistik steht. Der Profi aus dem aktuellen Kader, der schon die meisten Spiele für den Verein auf dem Buckel hat, ist Hui Buh, das Abstiegsgespenst. Es muß auch -im Gegensatz zu allen anderen Spielern- nie um seinen Stammplatz fürchten.
Jetzt hatte es der Onkel Spielplanansetzer auch noch ausgerechnet so entschieden, daß Gladbach samt Abstiegsgespenst an Halloween zum HSV muß. Da freute sich Hui Buh natürlich, und wollte mal ordentlich alle erschrecken.
Und offenbar wollte auch Brüno dem Publikum an Halloween was besonderes bieten. Etwas zum Gruseln.
Da hätte es verdammt viele Möglichkeiten gegeben. Er hätte sich zum Beispiel einfach mal nicht vorm Spiel die Haare machen können. Oder sich einen riesigen, ausgehöhlten Kürbis über den Kopf ziehen. Oder, uaaaaah, ein Bild von Tim Rasen auf der Anzeigentafel einblenden lassen. Da hätten sich alle ganz schön erschreckt, das kann ich Euch versprechen!
Eine offizielle Anfrage an Uli Hoeneß, ob er als Lampion auftreten kann, wurde aus München leider negativ beantwortet – er war schon vom örtlichen Kindergarten gebucht worden. Mist!
Die Halloween-Deko fiel also äußerst spärlich aus… da mußte man andersweitig für schreckgeweitete Augen und panische Angstschreie sorgen.
Ich meine, wir waren punktgleich mit dem Ersten, Gladbach seit 7 Spielen ohne Sieg, seit 11 Jahren ohne Sieg in Hamburg… und dann kam ja noch der (Jaja, leicht überhebliche) “Hallo? Das ist GLADBACH!”-Faktor dazu. Also sichere drei Punkte. Dachte ich. Und damit war ich nicht alleine…
Anfangs war ja alles fein. TORowski machte seinem Namen endlich mal wieder alle Ehre. Schönes Ding, einsnull. Dann wechselte Labbadia allerdings den allseits verhaßten Herrn Schlendrian ein und plötzlich stands kurz vor der Pause einseins.
In der Pause gab es dann in der Kabine eine Runde Kürbissuppe für alle und kurz nach Wiederanpfiff BÄM! Geiles Freistoßtor für Zé RoberTOR. Ich Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!te durch mein Wohnzimmer.
Kurz drauf verletzte sich Boateng am Sprunggelenk und ja, wir sind momentan knapp mit Personal, ich kann das ja fast nachvollziehen, ließ sich trotz Schmerzen vom Doc nur Tabletten geben und spielte weiter. Das ist an sich ja ein total heldenhafter Gedanke – nur wenn ich in der Abwehr spiele und noch fast ne ganze Halbzeit vor mir habe und humple… dann lasse ich mich doch bitte auswechseln. Das dient der Mannschaft unterm Strich nämlich mehr, als wenn ich mit dem Gehumpel Gegentore verursache.
Und wenn ich als Trainer an der Seitenlinie stehe und SEHE, daß mein Abwehrspieler humpelt und deshalb Scheiße baut… dann hole ich ihn vom Platz. Da lasse ich auch kein “Aber er wollte doch spielen” gelten – denn letztlich hat da der Trainer das letzte Wort. Wir haben ja keinen Netzer auf der Bank, der sich mal eben selbst einwechselt.
Aber noch war ja alles gut und der HSV führte. NOCH. Doch leider nicht mehr all zu lange, Dante glich aus und Friend machte seinem Namen aus HSV-Sicht keine Ehre und schoß das dreizwei für Gladbach.
Ich wollte spontan in die Tastatur brechen, mich hielt nur die Tatsache davon ab, daß ich das Netbook erst Minuten vor dem Anpfiff gekauft hatte.
Jansen hätte dann zwar beinahe noch den Ausgleich geschafft aber eben nur beinahe. Abpfiff. Zweidrei. Erste Niederlage der Saison. Zu Hause. Gegen Gladbach. Na? Gruselt es Euch nicht auch, wenn Ihr das so hört?
Böse Stimmen besagen übrigens, daß das ganze etwas anders gelaufen sei. Nachdem der Gladbacher Mannschaftsbus an der Arena angekommen war, rannten demnach die jungen Spieler Reus, Neustädter, Bobadilla & Co. laut “Trick or Treat?”-kreischend in die Kabine. Da war die Enttäuschung dann groß: Das erste Süße, was sie zu sehen bekamen, war Dino Hermann. Aber keine Bonbons oder Lollis. Also beschlossen sie, dem HSV einen Streich zu spielen.
Daher, bitte, lieber HSV: Beim nächsten Spiel an einem 31.10. unbedingt Süßigkeiten in die Gästekabine legen. Für was gibt’s denn die offiziellen HSV-Pralinen, wenn nicht für sowas? Mit etwas Glück überfressen die sich dann daran und können nur mit Bauchschmerzen auflaufen. Das ist mir wirklich lieber, als wenn wir uns so eine Scheiße angucken müssen und davon Bauchschmerzen bekommen.
Unterm Strich spielten natürlich alle anderen für uns und unentschiedenten sich so durch den Spieltag. Nur der HSV war mal wieder zu doof, was draus zu machen. Typisch. Leverkusen hat grad nen sensationellen Lauf: 0:0 beim HSV, 1:1 gegen Dortmund, 2:2 auf Schalke. Ich würde mal gegen Frankfurt vorsichtig auf ein 3:3 setzen.
Was den HSV betrifft, bin ich jetzt regelrecht froh, daß wir am 11.11. nicht auch noch ein Spiel haben. Wir würden unsre Konfettikanone glatt mit Punkten befüllen.
Das muß man sich mal vorstellen. Da kommt Felix Magath, der seit ich mich erinnern kann, die gleiche Frisur hat – nämlich ein in die Stirn gekämmtes Haar-M, um sich seinen Nachnamen besser merken zu können, zu meinem schon-immer-Bäh-Spieler Kevin “Kaufhausdetektiv” Kuranyi und sagt ihm, kleine Änderungen seien für den Erfolg nötig. Der läßt sich daraufhin die Matte abschneiden. Mit dem abgeschnittenen Haarzopf seilt sich derzeit Rapunzel aus ihrem Elfenbeinturm ab, während der Kevin gegen meinen HSV zwei Buden macht.
Sind jetzt die abbenen Haare schuld? Das Gel, das den Ball so glitschig machte, daß er Rost durch die Handschuhe fluppte? Oder doch wieder Donvanone, der immerimmerimmer nur Unentschieden mit nach Hause bringt, wenn er im Stadion ist?
Aber von vorn. Eigentlich fing alles gut an. Denn nur wenige Sekunden nach Anpfiff schepperte es in Bochum. Eigentlich könnte mir das als HSV-Fan ja egal sein. War es aber nicht. Denn hinter sich langen mußte kein geringerer als mein besonderer Freund, der ewig sonnenbankgebräunte Tim Rasen.
Wahrscheinlich war er noch damit beschäftigt, im eigens für ihn verspiegelten Torinnenpfosten sein Haar zu richten und die Augenbrauen zu zupfen, man will ja auch hübsch aussehen, wenn man neue Rekorde aufstellt, als DING DONG! Sestak die Möglichkeit, einen neuen vereinsinternen Rekord ohne Gegentor aufzustellen, zunichte machte. Ooooch. Eine Runde Mitleid! Oder halt, nein. Besser eine Runde Solariummünzen, das ist ihm sicherlich lieber.
Apropos DING DONG! Neulich sagte Bergs Ex-Trainer, unter Druck sei Berg immer am besten. Quod erat demonstrandum! In der 26. machte er mal lockerflockig das einsnull. Schon wieder. Troche, der in den letzten Wochen irgendwie immer hinter meinen (und wohl auch denen der anderen) Erwartungen zurück blieb, zeigte dann pünktlich zum Halbzeitpfiff, daß er es doch noch kann – und verwandelte einen direkten Freistoß.
Zur Halbzeit juckte mir schon ein “Spitzenreiter”-Tweet in den Fingern. Aber manchmal… nunja. Ich konnte mich beherrschen.
Dann kam nämlich, ich bin geneigt, ausgerechnet das Wort “ausgerechnet” zu verwenden, Kuranyi. Zwoeins. Grmpf. Der HSV dann leider komplett in der “Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu”-Spur. 61. Rot für Rozehnal, 62. Ausgleich für Schalke. Ich begann, vor Wut Teile aus meiner Tastatur zu beißen.
Ich war übrigens mit 90elf am Ball, bilde mir ein, daß der Kommentator zwischendurch eine Aktion von Carlos Santana für Schalke kommentierte. Ich konnte nicht herausfinden, seit wann der da spielt, und auf welcher Position. Wahrscheinlich spielt er wirklich nur vorm Stadion Gitarre und geht mit dem Hut rum, um die Finanzlöcher zu stopfen…
Das unsägliche zwozwo schien dann zu kippen. Und zwar in die falsche Richtung. Und dann war da plötzlich wieder Marcus Berg. Tooooooooooooooooor! Dreizwo. Ich überlegte, mit Petric Schluß zu machen und ihn… aber der ist schon arg jung für mich.
Der HSV führte 3:2, es war die 90. Minute… und dann war er da. Nochmal. Ausgerechnet Kuranyi! Dreidrei. Schlußpfiff.
Ich könnte heulen vor Wut!! Endlich mal wieder drei HSV-Tore. Davon zwei von einem Stürmer, obwohl wir (fast) keine mehr haben. Eine über weite Strecken klare Überlegenheit des HSV. Die Möglichkeit, an Vizekusen vorbeizuziehen und wieder auf Platz eins zu stehen. Die Chance, Wer da? und Schlacke auf Distanz zu halten.
Ein Unentschieden, das sich für mich wie eine Niederlage anfühlt. Schöne Scheiße, irgendwie.
Aber eigentlich auch wieder nicht: die Serie ohne Niederlage hält weiter an. Und das nicht nur in Unterzahl wegen der roten Karte – sondern so richtig dicke in Unterzahl, weil bei Schalke mit Kenia gleich ein komplettes Land eingewechselt wurde. Das is ja wohl mal überhaupt nicht fair!
Mein Dank des Tages geht an den besten Vater der Welt (meinen), der mich heute Mittag am Telefon mit (er interessiert sich nicht für Fußball) erstaunlichem Fußballsachverstand beeindruckte, als er wußte, daß der HSV, O-Ton, bei “Scheiße 04″ antreten muß. Ich hätte kaum stolzer auf ihn sein können…
So. Kaum ist man vom Auswärtspiel zurück, setzt auch schon der Blog-Streß ein, schließlich war heute auch noch Bundesliga. Aber first things first – zumindest erste Eindrücke aus Glasgow will ich heute noch schildern.
Ich LIEBE Auswärtsspiele, so viel dürfte bekannt sein. Internationale Auswärtsspiele setzen dem ganzen dann die Krone auf.
Der Kurztrip, die fremde Stadt, im Flieger schon andere Fans treffen, stolz durch die Stadt spazieren und die Raute zeigen – hach. Ich könnt schon wieder.
Ich kam Mittwoch am frühen Abend an. Dann ging’s erst mal los, natürlich mit HSV-Schal um. Umgebung erkunden, was essen, Getränke kaufen… das übliche.
Ich traf schon erste HSVer, man unterhielt sich kurz, oder grüßte. Außerdem war immer sehr schnell klar, wer von den Einheimischen für Celtic, und wer für die Rangers war. Die einen grüßten freundlich, die anderen wollten klarmachen, wer der Herr im Hause ist. Da waren sie bei mir natürlich an der falschen Adresse ;-)
Am Spieltag selbst traf man sich am Nachmittag im Glaswegian, einer Rangers-HSV-Kneipe. Drin kochte die Stimmung genauso wie die Raumtemperatur, draußen war mehr Platz und mehr Luft. Außerdem sah man da wenigstens, mit wem man so ins Gespräch kam.
Als allein reisender weiblicher Fan wurde ich sehr oft angesprochen – und hörte recht oft ein “WOW, Respekt!” wenn klar wurde, daß ich allein nach Glasgow geflogen war, um meinen Verein zu unterstützen. (Wenn dann noch die “Wo kommst Du denn her?”-Frage angesprochen wurde… *grins*)
Schon auf der Straße vor der Bar wurde gesungen, die vorbeifahrenden Autofahrer hupten freudig oder brüllten (meist unverständliche, Mannmannmann, diese Schotten sind teilweise aber schwer zu verstehen!) Celtic-Parolen. Ein großer Spaß!
Noch lustiger wurde es, als die ersten Polizisten eintrafen und Flugblätter mit Verhaltensregeln auf Deutsch verteilten. Darauf stand unter anderem, man dürfe auf der Straße weder Alkohol trinken, noch rauchen. Erklär’ das mal ner riesigen Gruppe Fans. Allgemein war man eher amüsiert darüber und fragte sich, ob Glasgow neuerdings in Singapur liege. Ich war mir nicht sicher, ob Atmen erlaubt ist – tat es aber einfach heimlich. Erwischt hat mich keiner… puuuuh!
Nach stundenlangem Warten ging’s dann im Mob los zum Stadion, umzingelt von Polizei. Polizei zu Fuß, auf Fahrrädern, Motorrädern. Polizei in Autos, Polizisten auf Pferden. Und über uns kreiste ein Polizeihubschrauber. Das schlimme war ja, ich empfand die Polizisten als durchweg überfordert und aggressiv. Daß sie einen Schlagstock bei sich tragen – geschenkt. Daß sie ihn aber die ganze Zeit zuschlagbereit auf der Schulter aufgelegt haben und sofort, wenn etwas nicht so lief, wie sie wollten (Auch, wenn man sich den Schuh zubinden wollte und deshalb stehen blieb, etc.), damit drohten… puh. Deeskalation geht irgendwie anders.
Und so hörte auch ich mich irgendwann, als ich es mal wieder vorzog, auf dem Gehweg zu laufen, wie sich das eigentlich gehört, anstatt zwischen den auf grün wartenden Autos, und dafür wieder angepöbelt wurde, zurückpöbeln. Auf deutsch. Nänänänänääänäää.
Der Gang zum Stadion war lang. Also… laaaaaaang. Mitten durchs Wohngebiet, mitten durch Autos, die auf die nächste Grünphase warteten… das wirkte alles nicht so ganz souverän organisiert, meiner Meinung nach.
Ich verlor im Mob leider meine in der Menge vorm Glaswegian kennengelernte Bezugsgruppe bzw. Bezugsperson. Sehrsehr schade. Aber ein bißchen Schwund is immer und meine 11 Jungs brauchten mich, da hatte ich keine Zeit, einen einzigen Kerl zu suchen – auch, wenn er ziemlich niedlich nett war.
Nach einem wirklich endlosen Fußmarsch (und wer mich kennt weiß, ich bin da sehr belastbar) kamen wir endlich am Stadion an. Vor Ort Durchsagen, es sei eine Beleidigung (sic!), Flaschen und andere Behälter mit sich zu führen. Wer genau dadurch beleidigt wurde (die Queen? Weil sie nicht mittrinken darf??) wurde leider nicht erklärt.
Ich war eine der ersten, die rein sind. Durchsucht wurde zweimal, und es gibt tatsächlich Ordnerinnen, die es für sinnvoll halten, bei völliger Dunkelheit ohne Taschenlampe eine Handtasche durchsuchen zu wollen. ääääh, ja.
Die Drehkreuze waren so eng, daß ich fürchte, die etwas beleibteren Herren stecken dort noch heute fest.
In der Kurve schickte man mich dann erst in in den falschen Block, 119. Das war recht ordentlich da, wenn auch wieder mal (wir erinnern uns an Wolfsburg) abenteuerlich nummeriert. Mitten in der Reihe sprangen die Zahlen von 30 wieder um auf 1, es gab Reihenbezeichnungen wie X und DD. Nein, liebe Herren, es wurde NICHT nach Körbchengröße sortiert.
Irgendwann stellte ich fest, daß auf meinem Ticket 120 stand, auf den Tickets um mich rum aber 119. Also ab zum Ordner, nachfragen. Ob die alle falsch sind, oder ich. Der Ordner beharrte drauf, ich sei richtig. Auch, als ich ihm an der Wand einen Hinweis zeigte, daß das Block 119 sei, blieb er stur – das sei 120.
Ich frage mich noch heute, weshalb ich nach 3 Minuten das Stadion besser verstanden hatte als der Ordner.
Vielleicht wollte er mich aber auch nur vor der Frechheit bewahren, die sich mein Sitzplatz nannte. Voilà, ich präsentiere die Aussicht, die mir Celtic Glasgow zugedacht hatte:
Genau. Das dachte ich mir auch. Aber, der Knaller – nicht nur, daß ich nix hätte sehen können: ich konnte mich auch nicht hinsetzen. Mein Sitz war mit rotweißem Band zur Sperrzone erklärt worden…
Auch neben mir war die Aufregung groß ob der nichtvorhandenen Aussicht aufs Spielfeld. Ich frage mich, ob das Mitglieder der HSV-Fanszene Berlin waren, über die ich mein Ticket ja hatte. Jedenfalls redeten wir erst mal auf Ordner, dann auf Polizisten ein, ich konnte endlich mal wieder das Wort “ridiculous” benutzen… und es änderte sich genau nix. Meine Nebensitzer beschlossen, ans Ticketing von Celtic zu mailen und ihr Geld zurück zu fordern.
Gute Idee, aber mir ging’s erst mal darum, das Spiel zu sehen. Einen Block weiter gab es ne halbleere Sitzreihe. Wie sich dann rausstellte, weil dort die billigen Plastiksitzschalen abgebrochen waren. Aber ich wollte schließlich nicht sitzen, ich wollte was sehen.
Die &%$§ Säule (Wer bitte baut so ein Stadion??? Sicherlich kein Fußball-Fan. Oder das ist purer Sadismus den Gästefans gegenüber.) war zwar immer noch im Weg, aber ich konnte zumindest den größten Teil des Spielfeldes überblicken. Und für den Rest mußte ich halt jeweils den Nachbarn rechts und links ein wenig zu Leibe rücken, dann ging das auch.
Die Stimmung im Block war sensationell. Ich hatte ja von Celtic eine Wahnsinnsstimmung erwartet, ich dachte, der Celtic Park sei ein inseltypischer Hexenkessel. Falls er das war, habe ich davon nichts gehört. Wir waren einfach zu laut und zu präsent. Wir sangen neben den Standards sogar einen kompletten Durchgang von “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” (ich sollte dringend den Text nochmal durchgehen!) und von “Mein Hamburg lieb ich sehr” (Abschlach. Konnte ich mal ziemlich genau gar nicht).
Das Spiel an sich war tolltolltoll. Ich habe gesungen und gepöbelt, geschrien und gebangt. Und daß Berg dann noch vor unsrer Kurve das entscheidende einsnull machte… Zucker. Seinen Kniejubelrutscher konnte ich allerdings nicht fotografieren, ich war damit beschäftigt, das Tor zu feiern.
Nach dem Abpfiff eine weitere Glanztat von Ordnern und Polizei – man ließ unsere Mannschaft nicht zu uns in die Kurve. Ja, doch, so macht man sich die Gästefans zum Freund und sorgt dafür, daß keine Aggressionen aufkommen. NICHT. Trikots in die Kurve werfen, die wohl verdiente Uffta – alles wurde verboten. Labbadia platzte deshalb ganz schön die Hutschnur (zu recht!), dieser hasserfüllte Blick ist großartig.
Wir durften natürlich den Block auch nicht verlassen, bis das Stadion leer war. Und als wir dann durften, setzten wir uns hin und sangen “Wir ha’m bezahlt, wir bleiben hier” :-)
Busse oder sowas zurück ins Stadtzentrum gab’s natürlich nicht. Nein, wir durften wieder laufen. Natürlich wieder mit Hu-Hu-Hubschraubereinsatz und Co. Mannmannmann.
Es gibt noch tausend Dinge, die ich Euch erzählen will… aber das soll mal als erster Bericht reichen.
Und weil ich es u.a. Nedfuller versprochen hatte, habe ich sogar Filmschnipsel gedreht und hinterher in stundenlanger Kleinarbeit mit einem bockigen Programm zusammengefrickelt. Das hat mich wieder dran erinnert, wieso ich kein Videoblogger geworden bin – es liegt mir einfach nicht.
Dennoch präsentiere ich mehr oder minder peinlich berührt meinen Videobeitrag zum Auswärtsspiel. Schließlich sollen all die, die nicht mit waren, zumindest ein bißchen der Stimmung mitbekommen…