Da is’ das Ding!

 

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25. Feb. 2010

Es gibt wenig Themen, zu denen jeder was zu sagen hat. Weisheitszähne sind aber so ein Thema. Das hab ich damals gemerkt, als ich meine OPs hatte. Da hatte vorher und hinterher (Da konnte ich mich nicht wehren, mein Kopf war quadratisch geschwollen und ich konnte nicht sonderlich gut sprechen) jeder Geschichten zu erzählen. Mutmachende (“Es hat gar nicht weh getan und ich war einen Tag später schon wieder im Büro!”) und beängstigende (“Mir hat der Zahnarzt beim Zähne ziehen die Nasenscheidewand gebrochen”).

Noch so’n Thema, das weiß ich seit heute: verlorene Geldbeutel.
Ich bin so jemand, der eigentlich (Klopf auf Holz) selten was verliert. Ich verlege ständig alles – aber wirklich irgendwo liegen lassen? Nö.

Ich gehe jeden Morgen aus dem Haus und habe Schlüssel, Geldbeutel, Hausausweis und Handy bei mir. Und wenn ich abends nach Hause gehe, dann hab ich das auch alles noch.

Ich glaube, das letzte Mal, daß ich was verloren habe bzw. irgendwo liegen ließ, da war ich sowas wie 8. Da war ich mit ner Freundin und ihrem Vater in einem Spaßbad in Weinheim und hab dort meine Badeschlappen stehenlassen.

Egal. Jedenfalls wollte ich heute früh in den Bus einsteigen, zückte gerade den Geldbeutel, um meine Fahrkarte zu zeigen – und griff voll ins Leere. Da war kein Geldbeutel.

Es empfiehlt sich aber auch nicht, ohne Fahrkarte in Berlin Bus zu fahren. Nicht, weil da kontrolliert werden würde – das ist mir in all den Jahren nur einmal passiert. Nein, weil man dem Busfahrer beim Einsteigen das Ticket zeigen muß. Laut Aushang erst ab 20 Uhr, aber wer einmal versucht hat, ohne Vorzeigen am Fahrer vorbeizugehen und ein freundliches “Junge Frau, würden Se mir mal det Ticket zeijen, wa?” entgegengeschmettert bekam, der weiß, daß in Berlin der Busfahrer bestimmt, wann 20 Uhr ist. Nämlich immer.

Ich ging also zurück in meine Wohnung, um den Geldbeutel vom Tisch zu nehmen – wo er nicht lag.

Für große Suchaktionen hatte ich keine Zeit, ich war mittlerweile auch überzeugt, daß der Geldbeutel im Büro auf meinem Schreibtisch liegt, weil ich doch da gestern 5 Euro rausgenommen hatte, bevor ich ans Salatbüffet bin… Man kann sich Dinge echt schön reden. Sogar dann, wenn man die Kollegin anruft, und die einem versichert, daß da kein Geldbeutel liegt.

Ich saß also gerade im Bus zur Arbeit, das Ticket hatte ich so ziemlich mit dem letzten Kleingeld, das aufzutreiben war, bezahlt (Der nächste Schritt wäre sonst ein “Ham Se mal nen Euro?” gewesen), als mir einfiel: Der Geldbeutel muß gestern ja noch dagewesen sein, ich kam ja irgendwie nach Hause.

Aber das ist das Problem, wenn alle Tage gleich sind: Was weiß denn ich, ob ich gestern wirklich beim Einsteigen dem Fahrer den Fahrschein gezeigt hatte – oder ob das vorgestern war? Ich stehe ja auch oft unter der Dusche und überlege, ob ich mir jetzt schon die Haare shampooniert habe, oder ob das gestern war…

Aus dem Bus twitterte ich dann erst mal: “Fuck. Mein Geldbeutel ist weg. Ich bete, daß er auf meinem Schreibtisch im Büro liegt. Kollegin verneint das allerdings.” – und wenig später hatte ich Reaktionen von überall. Aufmunternde Replys, Daumendrücken, Geschichten, wer wie wo seinen Geldbeutel verloren und irgendwann zurückbekommen hat, Links, um EC-Karten sperren zu lassen. Kurz: Meine halbe Timeline litt mit mir mit!

Im Büro stellte ich dann fest, daß da wirklich kein Geldbeutel liegt. Aber auch da ging die Anteilnahme weiter – irgendwie hatte jeder schon mal nen Geldbeutel verloren und auf Irrwegen zurückbekommen.

Egal, ob Männlein oder Weiblein, ob HSV, Bayern oder Sankt Pauli – bei verlorenen Geldbeuteln ist dann alle Konkurrenz erst mal verflogen. Vielleicht wäre das ja mal ein Ansatz für den Weltfrieden. Bin Laden und Obama sollten sich einfach mal zusammensetzen und über Weisheitszähne, verlorene Geldbeutel und kalte Füße philosophieren…

Aber ich schweife ab. Ich versuchte dann erst mal, zu arbeiten. Einfach ist das nicht, wenn man in Gedanken die Fächer seines Geldbeutels durchgeht und überlegt, wie man wohl vor der Auswärtstour nach München noch schnell an einen neuen Perso und eine neue EC-Karte kommt und welche Karten man alles sperren lassen muß.

Irgendwann war ich sicher: Der Geldbeutel kann nur zu Hause sein! Wahrscheinlich hatte ich ihn mit dem Brokkoli in den Kühlschrank gelegt, schusselig wie ich bin. Oder einfach mit der Zeitung aus der Tasche geholt und auf den Tisch gelegt.

Also lieh ich mir in der Mittagspause beim Lieblingskollegen eine übertragbare Monatskarte (meine ist natürlich im Geldbeutel) und fuhr wieder heim.

Und da lag er dann!! Mein Geldbeutel hatte sich schon mal den Logenplatz auf dem Sessel gesichert, wahrscheinlich fürs Fußballspiel. Und das faule Stück hatte nicht mal Bier kaltgestellt. Pfff.

Mir fiel das Riesengebirge vom Herzen und ich hab erst mal nen Entwarnungstweet abgesetzt und einen Zimtlikör getrunken. Es war zwar noch lange nicht vier – aber Zimtlikör ist ja auch kein Bier.

Im Büro dann auch nochmal große Erleichterung allerseits – die Kollegen hatten schon für mich sammeln wollen :-)

Ich hatte also heute tagsüber dank meines Geldbeutels und meiner Schussligkeit schon mehr Panik und Herzrasen, als während eines handelsüblichen Fußballspiels. Und eigentlich dachte ich, es könne gar nicht mehr schlimmer werden und ich würde in stoischer Ruhe Eindhoven gegen den HSV schauen können… Ob das geklappt hat, erzähle ich Euch dann im nächsten Post.

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