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11. Apr. 2011

Ach Mensch. Als ich Freitag nach der Arbeit zum Bahnhof hetzte und den Zug nach Hamburg bestieg, hatte ich zweierlei. Wahnsinnig Bock auf Fußball (Nach meinem kleinen Ultra-bedingten Motivationsloch gegen Mainz) und ein sehr ausgeprägtes “Die hau’n wir wech!”-Gefühl.

Ja, das ist Dortmund. Der möglicherweise angehende Meister. Ich weiß. Aber Ihr wisst auch, daß ich IMMER, egal gegen wen, 1887% an mein Team glaube. Mindestens.

Und diesmal… Ich weiß nicht, es war einfach so ein Gefühl. Da paßte prima ins Bild, daß wir auf dem Weg vom Hamburger Hauptbahnhof nach Barmbek am geparkten Mannschaftsbus der Dortmunder vorbeifuhren. Den gegnerischen Bus vorm Spiel zu sehen, war bei mir immer ein gutes Zeichen.

Sonnabend dann Sonne, blauer Himmel, feinstes Fußballwetter. Und diese unruhige Vorfreude, daß heute etwas ganz besonderes geschehen würde. Oder sagen wir… Könnte. Ein Tag, um Geschichte zu schreiben!

Das Wegebier von Eidelstedt zum Bahnhof schmeckte besser als sonst, der Himmel war blauer, ich traf auf mehrere Männer mit Kuttenjeans, über deren Anblick ich mich freute. (Auch, wenn die Hosen im Nachhinein sehr ähnlich aussahen – wurden die womöglich schon fertig mit Aufnähern besetzt verkauft?!?)

Kaum im Block, kam Fäustel schon zum Aufwärmen. Mein Fäustel, von dem jetzt klar ist, daß er uns am Ende der Saison verlassen wird. Da ich nicht gegen Hannover und Freiburg da sein werde, war es für mich das vorletzte Mal, daß er zum Aufwärmen kam. Ich mußte diesmal schon schlucken. Wie soll das erst beim nächsten Mal werden? Ich bin einfach ein Mädchen, ich kann da ja auch nicht gegen an.

Ach ja, der Block. Wir standen wieder ab vom Geschehen. Wir sind uns da zum Glück immer einig – auch, wenn wir nach wie vor grübeln, wie bzw. wo es kommende Saison weitergehen soll. Meine anfängliche Begeisterung über den Platz in 22C ist inzwischen Ernüchterung gewichen. Die Plätze sind gut, keine Frage. Und man kann vermutlich auch nirgends so viel für Mannschaft und Stimmung tun wie dort oben. Der bittere Beigeschmack, nur als rechteloser Gelegenheitsfan (“Das ist unser Block.” “WIR waren auch bei den Halbfinals gegen Bremen und London.”) behandelt zu werden, bleibt.

Dennoch war diesmal Vollgas angesagt, zur Halbzeit hatte ich bereits fiese Halsschmerzen. Die Stimmung im Block war streckenweise sensationell, in der Schlussphase trugen wir unser “Hey, hey, hey, hier kommt Hamburg” ins ganze Stadion hinaus. Gänsehaut. Leider auch, weil das ganze Stadion mit einem Male verstummte, weil… aber ich greife vorweg.

Das Spiel war eins der besseren diese Saison – nicht fußballerisch, keine Frage, aber zumindest von der Leidenschaft. Der HSV kämpfte und zeigte Einsatz, das gefiel. Natürlich hatten wir mehrfach Glück, keinen Treffer gefangen zu haben. Die (falsche) Abseitsentscheidung beim Barrios-Tor. Die Dinger ans Alu. Die Rost’schen Reflexe. Hätte ich nicht eh schon graue Haare… ich hätte sie wohl spätestens bei diesem Spiel bekommen.

In der 39. brachte ich einen typischen Pleitegeiger – ich guckte nämlich mal wieder in die falsche Richtung. Als das gesamte Stadion aufschrie, dachte ich erst, ich hätte ein Tor verpennt. Unser Tor. Es war aber “nur” das elfmeterwürdige Foul an Petric. Puh. (Ja, ich hatte meinen Mladen aus den Augen gelassen. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte!)

Ich gestehe, als ich sah, daß Ruud zum Elfmeter antritt… Ich hatte vom Feeling her ein mieses Gefühl. Und das, obwohl ich nicht um seine verheerende Elfer-Bilanz bei Real wußte.

Sorry, Ruud. Ich hatte ihm unrecht getan. Obwohl Klopp Weidenfeller die richtige Ecke genannt hat, war das Ding drin. Unbändiger Jubel. Freude. Erleichterung. Anne Eck steiht’n Jung mit’n Trudelband…

Die Halbzeit brauchte ich dringend. Durchatmen. Glücksfranzbrötchen essen. Es geht nichts über Rituale, vor allem beim Fußball.

In der zweiten Halbzeit lief ich immer wieder Gefahr, etwas zu verpassen. ich blickte nämlich immer wieder auf die Uhr auf der Anzeigentafel. Innerlich hatte ich schon längst den Countdown ausgerufen. Blöd, daß ungefähr zeitgleich unsere Offensive die Arbeit nach vorne einstellte.

Noch 25 Minuten. Noch 15. Verdammt, Gelb-Rot für Ben-Hatira (78.). Egal, kommt Jungs, noch 10. Oh Gott, noch 2. Noch 1. Verdammt, da ist die Tafel – 3 Minuten Nachspielzeit. Puh.

Innerlich zählte ich weiter. Und gerade, als ich schon mal die Kamera suchen wollte, um das Endstandsensationsergebnisanzeigenfoto zu machen… Kam, was irgendwie kommen mußte: Das verdammte Einseins.

Plötzlich hätte man auf unserer Seite des Stadions eine Stecknadel fallen hören können. Eben noch “Hey, hey, hey, hier kommt Hamburg” in einer enormen Lautstärke – plötzlich Totenstille.

Wir berappelten uns, stimmten unser Lied wieder an. Es waren noch ein paar Sekunden, wir wollten die drei Punkte, den Anschluß nach oben. Aber es reichte nicht.

Natürlich ist es unterm Strich gesehen ein Erfolg. Natürlich ist es auch vom Ergebnis her in Ordnung. Eigentlich.
Aber mal ehrlich…. Wenn man 92 Minuten gegen den vielleicht angehenden deutschen Meister führt – dann ist so ein Ausgleich in letzter Minute schon verdammt bitter.

Es hilft alles nichts – dank der Mainzer Niederlage haben wir trotzdem einen Punkt auf Platz 5 gut gemacht. Auch, wenn das ein schwacher Trost ist.

In diesem Sinne:
Auf geht’s Hamburg, kämpfen und siegen!
NUR DER HSV!

7. Mrz. 2011

Mannmannmann. Da ist Karneval, die Pappnasen aus Mainz kommen, man denkt sich, gut, die sind eh alle etwas träge wegen der vielen Kamelle im Bauch und etwas angetütert von der letzten Prunksitzung, da könnte schon was gehen. Mit nem Sieg wäre man endlich punktgleich mit Platz 5 – und dann bekommste im eigenen Stadion die Hucke voll.

Vierzwo für Mainz. Und das schlimmste: Es war auch in der Höhe verdient. Und das eine HSV-Tor war gar keins – Wembley hat einen Bruder bekommen. Der Ball war nicht nur nicht ganz hinter der Torlinie – er war nicht mal drauf…
Dafür war das eine Mainzer Tor ein HSV-Tor. Ein unglückliches Eigentor von Kacar.

Was war denn da los? Auf dem Platz stand nicht der HSV, sondern die Erste Allgemeine Verunsicherung. Gerade in der zweiten Halbzeit lief überhaupt nix – Ballverluste, Fehlpässe, Stellungsfehler, Vollkatastrophe. Und die erste Halbzeit war auch schon nicht gut.

Eigentlich war es wie so oft. Nur noch schlimmer. Die Abwehr ein Schatten ihrer Selbst, Westermannmannmann machte auch im Mittelfeld seinem Namen alle Ehre.

Elia war wieder nicht im Kader. Er spielt nicht. Also, außer Klavier. Wobei ich mich da fast schon frage – vielleicht ist er gar nicht mehr nicht im Kader, sondern schon längst als Pianist auf großer Tournee? Vielleicht kann/will er wenigstens das…

Was mir wieder mal auffiel: Eine Halbzeit lief alles über rechts. Die andere (zweite) alles über links. Sagt mal… Ist der Rasen auf der einen Seite vom Stadion besser als auf der anderen??

Was mir auch auffiel: Veh hat zur Halbzeit zwei Spieler gewechselt – und dann niemanden mehr zum warm machen geschickt. Auch nicht, als aus einer Zwoeins-Führung ein Zwodrei-Rückstand wurde. Ich bin beileibe kein Trainer – aber das habe ich wissentlich noch nie gesehen. Was, wenn sich einer verletzt? Was, wenn man doch noch aufs Spielgeschehen reagieren will?

CFHH war heute dann wieder da. Vorm Spiel gab es ein paar Worte an den Block. Nicht im Wortlaut zitiert: “Hallo Leute, wir sind nach einer kleinen kreativen Pause wieder da. Wir hoffem Ihr seid nicht mehr böse auf uns. Es geht hier nur gemeinsam. Wir alle sind der HSV.”
Erstes angestimmtes Lied: “Wir steh’n zum HSV…” Das muß jetzt jeder für sich selbst entscheiden – aber ich fand das doch eher, nunja. Ihr kennt mich.

Ich habe heute auch etwas gemacht, was mir wahnsinnig schwer fiel. Nämlich nicht mit. Kein 90-Minuten-Dauersupport. Kein Hüpfen. Keine Lieder, die ich so sehr liebe.
Ich habe stattdessen spielbezogen angefeuert. Geflucht. Und mitgesungen, wenn es aus dem Block kam, oder aus einem anderen Block. Aber ich habe mich heute nicht dirigieren lassen.

Es gab auch ein Wiedersehen mit dem, der vor zwei Wochen unser Plakat runterriß: Er plauderte mit Loddo auf der Anzeigentafel über die Choreo-Sammlung.

Das nächste Heimspiel (Köln) geht ohne mich von Statten, ich bin erst gegen Dortmund wieder dabei. Und vermutlich ist das auch mal ganz gut so. Ich weiß auch noch nicht genau, wie das mit mir, dem Block und den Ultras weitergehen wird. Momentan macht es jedenfalls so keinen Spaß.

Noch ein Wort zum Schiri: Nein, an ihm lag es nicht. Aber wenn ich meinen Job so machen würde wie Rafati seinen… Ich hätte vermutlich keinen mehr.

Besonders schön hat es der Glubberer69 formuliert:

Nach dem Spiel wie so oft klare Worte von Frank Rost, an dem es übrigens auch nicht lag – und der einer der wenigen war, die sich nach dem Spiel bei den Fans für den Support bedankt haben.

Es ist ja seit geraumer Zeit hier so, daß irgendwie alle Spieler zu schlecht sind, alle ausgetauscht werden müssen, alle Spieler zu alt sind, dies und jenes. Ja gut, da gehst du auch nicht grad mit breiter Brust raus. Merkst du ja, wie labil das Ding ist. Glauben Sie mal nicht, dass es als Spieler immer so einfach ist für diesen Verein zu spielen.

Geguttenbergt von Nedfuller, der vom N3 abgetippt hat, während ich den Finger auf der Stoptaste hatte.

Und, als wäre es nicht schon alles scheiße genug, hat der Aufsichtsrat heute über eine vorzeitige Vertragsverlängerung für Bernd Hoffmann und Katja Kraus abgestimmt – es reichte nur für 7:5 Stimmen. Zu wenig. Die Zeichen stehen auf Abschied zum 31.12. – einen Plan, wen sie holen wollen, hat der AR allerdings nicht – das gab Rieckhoff am Telefon gegenüber N3 auch zu. Stattdessen meinte er, alles würde gut – und man habe “in München ja eigentlich immer gut ausgesehen”.

Wisst Ihr, was ich jetzt am lustigsten und hsvigsten fände? Wenn Arnesen sagt: Och nö, wenn Hoffmann nicht mehr da ist, der mich ja geholt hat… Dann komm ich auch nicht.
Aber wir wollen mal nicht den Teufel an die Wand malen.

In der S-Bahn vom Stadion zurück sagte ich sowas wie “Wenn ich doch nur Stricken könnte…” – weil, spätestens jetzt ist mir das wieder klar geworden: Fußball ist Arsch. Manchmal zumindest.
Aber ich kann nicht (sonderlich gut) stricken, Hallenhalma ist nicht so meins und der HSV meine große Liebe – hilft ja alles nix!

Also… Aufstehen, Mund abwischen, Niederlage aus den Stadionklamotten waschen – und weiter geht’s!
NUR DER HSV!

PS: Der Vollständigkeit möchte ich darauf hinweisen, daß ich ohne Franzbrötchen im Stadion war – mein Schanzenbäcker hatte keins mehr und Rosinenfranz ging letztes Mal ja so schön schief. Aber, da sind wir uns vermutlich alle einig: Daran hat’s nicht gelegen! (Oder?)

21. Feb. 2011

Da war es also, das Spiel eins nach der innerstädtischen Niederlage. Und das ausgerechnet gegen den nächsten ungeliebten Gegner von der Stadt, um die sogar die Weser einen Bogen macht…

Vom HSV in Person von Pressesprecher Jörn Wolf gab es auf meine Anfrage eine sehr nette Mail. Er bedankte sich für die Unterstützung, gab sich ebenfalls optimistisch-kämpferisch – erklärte aber, daß versicherungstechnische Gründe die Blockkontrollen erforderlich machen.

Die Sorge, daß der Block merklich leer sein würde, war allerdings unbegründet: Eigentlich war er fast so voll wie immer. Nur die unteren fünf, sechs Reihen im mittleren Teil waren wie immer mit rot-weißem Band abgesperrt – blieben aber leer.

Ich hatte bis morgens um halb drei an einem Transparent gesessen (Bei einer Größe von 2,20m auf 1,40m muß man vorher erst mal ausrechnen, wie groß die Buchstaben sein dürfen) – das wollte irgendwo sichtbar aufgehängt werden. Da die Plätze dafür im Block begrenzt sind, hatten wir eine grandiose, wenn auch sehr äh… mutige Idee: Wir klebten das Ding einfach da hin, wo sonst CFHH steht. Es gab gleich ne Menge Zustimmung – und recht schnell Besuch von CFHH. Das ginge nicht, wir sollten damit in den Nebengang (22 C besteht aus nem breiten Mittelteil und, durch jeweils eine Treppe getrennt, aus zwei “Kuchenblöcken”) umziehen.

Gesagt, getan – nebenan aufgehängt, stolz gewesen, Fotos gemacht.

Und schwupps, der nächste von der CFHH. Ohne groß zu diskutieren erst mal das Transparent abgerissen. Dann ließ er sich doch auf ne Diskussion mit Nedfuller und mir ein.
Das ging sogar sehr nett und höflich vonstatten, brachte allerdings nicht wirklich ein sinnvolles Ergebnis. Sein Standpunkt: “Wir machen uns doch total unglaubwürdig, wenn Ihr das hier aufhängt.”

Wir haben zu zweit sehr lange auf ihn eingeredet – er sagte, er stehe weiter zum Verein, aber derzeit nicht zur Profimannschaft. Daß andere das anders sehen, könne er zwar nicht verstehen, aber akzeptieren.
Dennoch sollten wir das Transparent woanders aufhängen. Auf die Äußerung, daß man es an der von ihm vorgeschlagenen Stelle nicht sehen würde, kam ein grinsenden “Eben.”

Na danke. Man kam ihm auch mit nichts so richtig bei – die Tatsache, daß ein kleiner Teil (Selbst, wenn sie 10 Prozent des Blocks stellen würden – was sie beileibe nicht tun!) dann damit bestimmt, was der Rest des Blocks zu tun hat, wurde nicht wirklich geleugnet.
Es sei ja IHR Block. Dann hätte man allerdings meiner Meinung nach nicht groß “alle Leute, die supporten wollen und für eine bunte Kurve sind” einladen dürfen – oder sie vor Dauerkartenausgabe erst mal gleichschalten müssen.

Das Ende vom Lied war, daß er es scheiße findet, wir es aber, wenn wir meinen, wieder aufhängen sollen – auf die Gefahr hin, daß dann zwei Minuten später der nächste aus der Gruppe ankommt und wir von vorne diskutieren. Nen “Chef”, der ein Machtwort spricht, gibt’s nämlich nicht.
Ned und ich waren uns dann einig, daß der Klügere nachgibt – außerdem ging mein Gaffa-Tape langsam zur Neige.

Angekündigt hatte der zweite übrigens auch, daß sie später in den Block kämen – um lautstark ihren Unmut zu äußern. Tja. Dazu kam es nicht… Irgendwann waren unten die rot-weißen Absperrbänder auch weg und da standen Otto Normalfans. Vielleicht haben sie gemerkt, daß sie ausgepfiffen würden – weil einfach trotz allem zu viele da waren, die weiter hinter der Mannschaft standen.

Die Stimmung war natürlich anders als sonst, keine Frage. Es gab schließlich keinen “Animateur”, auch unten in 25A wo sonst Poptown mit Megaphon vorturnt, war nix.
Aber, das muß man mal ja auch mal ganz klar sagen: Früher ging’s doch auch ohne Vorturner! Und daher wurde supportet. Anfangs zaghaft, später lauter. Manchmal war es sogar so laut, daß ich Ned ungläubig anschaute.
Wir wechselgesangten wie immer mit dem Unterrang, wir hüpften, weil wir keine Bremer sind, es reichte sogar für ein “Steht auf für den HSV”, das sich auf West- und Osttribüne übertrug. Zu meiner großen Freude gab es sogar eine kleine Gruppe, die “Mein Hamburg lieb’ ich sehr” anstimmte.

Hinter uns standen zwar auch so Spezialisten, die meinten, man müsse Tore mit “Derbyversager” feiern – aber die haben wir zum Glück übertönt.

Kommen wir zum Spiel:
Veh hatte am Kader und der Aufstellung einiges geändert. Elia saß auf der Tribüne, Ruud auf der Bank. Beides sehr gut. Jaro blieb auch auf der Bank, das konnte ich jetzt nicht so verstehen. Kacar in der Innenverteidigung, dafür Westermann im defensiven Mittelfeld – letzteres kostete mich enorm viele Nerven.
Ich weiß, daß Westermann ganz gute Passquoten hat. Eigentlich. Denn: Die Pässe, die ankommen, sind in der Regel kurze Querpässe. Was schief geht, sind die (meist langen) in der Vorwärtsbewegung. Das sieht man ziemlich gut auf der leider unverlinkbaren Spielmatrix von bundesliga.de. Und die wären nun mal wichtig, um Zug zum Tor zu bekommen…

Mann des Tages dürfte, ich kann ja auch nix dafür, mal wieder Mladen Petric sein. Superduperzuckertor zum Einsnull kurz vor der Pause, das zwonull von Guerrero vorbereitet. Und den wollten wir gehen lassen…? Mannmannmann.

Daß Guerrero gleich zweimal traf und Ben Hatira kurz vor Schluß auch noch einen rein machte, und das alles gegen Bremen – natürlich ist jetzt nicht wieder alles gut. Eigentlich, das Spiel für sich genommen – Traumergebnis. Zumal man damit Wer da? weiter in Richtung Abgrund (zwote Liga) geschubst hat.

Gleichzeitig klingt die Niederlage von Mittwoch noch nach. Natürlich. Die wird uns wohl auch noch sehr lange nachhängen.

Es war also himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt in einer Woche. Nicht einfach, für so’n Fanherz. Ich versuche einfach, meine eigene Eitelkeit am Riemen reißen. Ja, die Niederlage im Stadtderby war scheiße und tat weh. Aber nüchtern und objektiv (Nein, das bin ich nie beim Fußball!) betrachtet waren es nur drei verlorene Punkte. Noch ist nach oben einiges drin.

Denn die vier Tore und drei Punkte gegen Wer da? waren nicht nur ein bißchen Balsam auf die von Bremen in den letzten Jahren sehr geschundenen HSVer-Seele – sondern schoben uns auch bis auf einen Punkt an die Europapokal-Plätze ran.

Und vielleicht gibt der Mannschaft das viernull jetzt wieder ein bißchen Selbstvertrauen zurück. Wichtig wäre es!
Aber, da muß man auch realistisch bleiben: Bremen war von Anfang an komplett leblos. Unfassbar, was da momentan passiert! Und gerade in der ersten Halbzeit war es auch eine Qual, dem HSV zuzusehen.

So ganz nebenbei haben wir übrigens auch einen neuen Sportchef – Arnesen kommt im Sommer von Chelsea. Basti Reinhardt gibt im Sommer seinen Vorstandsposten zurück und soll wohl als Assistent unter Arnesen lernen. Bisher habe ich noch keine wirkliche Meinung zu Arnesen – klingt erst mal alles ganz gut. Aber so wirklich im Thema bin ich da noch nicht.
Ich bin nur sehr froh, daß Basti bleibt. Der Kerl ist einfach unglaublich. Wenn man bedenkt, wie oft er in seiner langen Zeit beim HSV vor den Kopf gestoßen wurde – und daß er jedes Mal wieder aufgestanden ist und zurück kam.

Um jetzt noch mal die Kurve zu kriegen: Ich bin gespannt, wie es mit den “Wenigen Auserwählten” weitergeht. In der Kurve gab es vielerorts Kritik am Boykottaufruf.
Gerade nach dem vierzunull wird es jetzt natürlich schwer – wenn sie beim nächsten Heimspiel gegen Mainz einfach wieder da sind, als wäre nix gewesen, machen sie sich unglaubwürdig. Der Boykott klang aber auch (sowohl in der Ankündigung, als auch im Gespräch) nach etwas langfristigerem.

Nur… Wann und wie wollen sie denn zurückkommen? Und ist es für sie nicht sogar schlecht zu sehen, daß es auch ohne sie geht? Sicher nicht so laut und ausdauernd, kein 90-Minuten-Dauersupport – aber den kritisieren ja ohnehin viele. Keine riesigen Fahnen, kein Konfetti, keine Blockfahnen – aber dennoch Schalparade und blauweißschwarz.

Ehrlich gesagt – ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, für mich sind sie die Verlierer der letzten Woche. (Abgesehen von Mittwoch, jetzt.) Und mir fällt spontan nur ein einziger Weg ein, um da sauber rauszukommen: Nämlich gar nicht wiederkehren. Die Reihen im Block freigeben, in Zukunft weiterhin die zwote Mannschaft unterstützen, zum Eishockey fahren, etc. – aber eben keine Bundesliga mehr.

Aber zum Glück ist das nicht mein Problem. Ich bin wirklich gespannt, wann und wie es da eine Entscheidung gibt.
Was ich mache, ist indes klar: Weiter supporten.

Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

PS: Liebe Grüße und vielen Dank an Carina, die hier immer fleißig kommentiert und plötzlich Samstag im Stadion mit einem leckeren Franzbrötchen vor mir stand! Ich überlege immer noch, ob es daran lag, daß wir 4:0 gewonnen haben. Dann müßtest Du das nämlich jetzt jedes Mal machen ;-)

19. Feb. 2011

So. Schluß mit dem innerstädtischen Gehate – wie wir alle wissen ist nach dem Nordderby vor dem Nordderby. Morgen kommen unsre ganz speziellen Freunde von der Stinkeweser – und eigentlich sollten wir alle bis in die Haarspitzen motiviert sein, unsere Mannschaft zum Sieg zu schreien.

Stattdessen rufen die Chosen Few, wie die meisten wohl wissen, ein Fanclub, der bei allen Spielen in 22C Stimmung macht, die sich meist ins ganze Stadion überträgt, ein Fanclub, der immer auswärts präsent ist und ohne den es viele der großen, geilen Choreos wohl nicht gäbe, zum Boykott auf.

Ja, genau. Die, die sich “All give some. Some give all.” auf den Leib schreiben, und von denen ich Liedtexte wie “Oh voran Heiliger SV, Du trägst die Farben schwarz, weiß, blau. Ich laß Dich nie wieder allein, ich liebe Dich, mein Sportverein!” (zur Melodie von “Nur geträumt”) kenne, gibt auf.

Ich zitiere den Boykott-Aufruf:

Hallo HSVer!

Wir sind immer noch fassungslos über die historische und unverzeihliche Blamage, die unserem geliebten Verein am Mittwoch zugefügt wurde. Natürlich ist es jedem selbst überlassen wie er seinen Frust artikuliert oder ob er überhaupt zum Spiel kommt. Wir zumindest haben keinen Elan und keine Motivation mehr diese Mannschaft zu unterstützen und werden daher den Support bis auf Weiteres einstellen. Wir würden uns freuen, wenn sich dabei möglichst viele anschließen. Wie es weiter gehen soll wissen wir noch nicht… so jedenfalls nicht!

Um ein deutliches Zeichen zu setzen, bitten wir alle darum den Block 22c am Sonnabend leer zu lassen.

Chosen Few Hamburg

Darunter eine Liste weiterer Fanclubs, die sich dem Aufruf bereits angeschlossen haben.

Bei Facebook, auf der Seite “Block 22C“, eine ähnliche Botschaft:

Hallo 22c Gemeinde,
wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, werden wir bis auf weiteres die Mannschaft nicht mehr in gewohnter Art und Weise unterstützen. Um am Sonnabend, also morgen, gegen Bremen ein deutliches Zeichen zu setzen würden wir uns freuen, wenn ihr euch uns anschließt und den Block 22c leer lasst. Wenn …ihr ins Stadion kommt könnt ihr das Spiel über an unserem Infostand verbringen. Falls sich jemand tatsächlich die Versager noch anschauen will, werden im Bereich des SC Standes die Fernseher laufen.
Macht mit und lasst euch nicht weiter von den Versagern auf der Nase herumtanzen. So kann es nicht weitergehen…

Ich verstehe, wenn man enttäuscht von der Niederlage ist. Das bin ich auch.
Ich verstehe nicht, wenn man von Derbyversagern spricht – die Mannschaft hat über 60 Minuten alles gegeben. Daß sie nach dem Tor komplett paralysiert war, ist schlimm – das kann man jetzt aber nicht ungeschehen machen.

Ich verstehe, wenn Einzelne sich nicht in der Lage sehen, zu supporten. Nein, halt – ich verstehe es nicht. So bin ich nicht. Aber ich könnte akzeptieren, wenn es einzelne tun.
Ich kann nicht verstehen, wenn der Fanclub, der den Stimmungsblock “anführt”, ihn dann im Stich läßt.

Try, fail – TRY HARDER! Das gilt nicht nur für die Mannschaft – das gilt auch für uns Fans.

Es kommt Wer da?, verdammt nochmal. Das sind die, die uns vor zwei Jahren drei Träume auf einmal zertrümmert haben. Schon allein dafür sollte man die Mannschaft morgen supporten, bis man keine Stimme mehr hat.

Wo ist der JETZT ERST RECHT!-Spirit, der früher durch den Volkspark gehallt wäre? Der uns damals vorm Abstieg bewahrt hat?

Ich verstehe, ehrlich gesagt, den gesamten Zweck dieser Aktion nicht. Denken die beteiligten Fanclubs wirklich, der HSV strengt sich jetzt besonders an, um sie zurück zu holen? Äh… Hä?!

Ich habe immer gesagt, daß ich im Herzen ein kleiner Ultrà bin. Daß ich gerne dabei wäre, wenn CFHH Choreos bastelt. Daß ich gerne einen (noch) größeren Teil beitragen würde, als “nur” regelmäßig Geld und Zeit aufzuwenden, um von Berlin nach Hamburg oder sonstwo hin zu pendeln.

Sagen kann man viel – jetzt geht’s um Taten.

Ich habe heute Abend die Register gezogen, die mir einfielen. Man mag das gerne belächeln oder mich für bekloppt erklären – aber ich möchte es zumindest versucht haben. Und es gibt viele, die den Boykott scheiße finden – es scheint also nicht völlig ausweglos.

Ich glaube nicht, daß 22C morgen komplett leer ist. Es gibt mehr als genug Menschen, die dort stehen, die keine CFHH-Mitglieder sind. Allerdings: Das sind eben auch teilweise die, die mal mitsingen… und mal nicht. Ohne Capo und ohne starke Gruppe von “Mitsängern” wird das wohl schwer.

Ich hoffe, daß Poptown, die (bisher) nicht am Boykott teilzunehmen scheinen, unten in 25 A genug Alarm machen, den wir oben aufgreifen können. Und ich hoffe, daß dann auch viele mitziehen – die Mannschaft braucht uns, das steht fest.

Aber, weil ich mich darauf nicht verlassen wollte… Ich habe vorhin eine Mail an den HSV geschrieben und um Mithilfe gebeten. Ich habe erklärt, daß ich es für falsch halte, die Mannschaft jetzt im Stich zu lassen – und daß ich nicht mit Nedfuller alleine im Block stehen will.
Daher habe ich angefragt, ob es nicht möglich wäre, ausnahmsweise die Blockkontrollen zu lockern – und alle Supportwilligen aus anderen Blöcken nach 22C zu bitten. Ich will natürlich nicht 25 A einfach umleiten – der Gedanke war schlichtweg, dort oben weitere Kräfte zu bündeln.

Ich habe bisher keine Antwort bekommen, die Mail ist aber auch erst kurz vor 20 Uhr raus. Falls sich was tut, werdet Ihr es erfahren.

Ich will außerdem morgen eine Botschaft an die Mannschaft senden und werde daher meine erste Zaunfahne/Banner/malsehenwaseswird malen. Wo wir die aufhängen, müssen wir morgen vor Ort sehen. Ich habe auch Zeug mit, das sich für zwei improvisierte Doppelhalter (Wenn ich es mit zwei Armen hochhalten muß, gilt das doch, oder? :)) eignen, das allmächtige Gaffa Tape und Schnur. Mal sehen, was MacGyger damit bastelt.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich kann natürlich keine Superduperchoreo organisieren. Ich kann keine Blockfahne basteln. Und ich habe auch kein Megaphon und weiß nicht mal, ob ich es mit in den Block nehmen könnte.

Aber ich bin auch nur eine. Wenn mehr Leute so bekloppt sind wie ich und ein altes Bettlaken oder ähnliches bemalen (Hey, die Nacht ist noch jung!), können wir vielleicht dennoch für ein bißchen bunte Kurve sorgen.

Und wenn dann jeder noch einen mitbringt, sind wir schon doppelt so viele.

Und wenn jeder, der morgen im Stadion ist, einfach ein bißchen mehr brüllt als sonst, dann können wir die Mannschaft vielleicht gemeinsam ein Stückchen nach vorne schreien. Ich werde jedenfalls versuchen, in 22C das ein oder andere anzustimmen – und ich hoffe, daß nicht nur der nette Herr neben mir einstimmt.

Denn egal, wie oft und gegen wen der HSV verliert – es ist und bleibt unsre Mannschaft.

Daher: Wenn Ihr meiner Meinung seid – helft mit. Schwenkt Euren Schal, nehmt eine Fahne mit, bastelt, klöppelt, strickt – völlig egal. Aber bitte laßt unsren HSV nicht im Stich.

BOYKOTT BOYKOTTIEREN!
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

17. Feb. 2011

Und damit bin ich nicht allein. Basti Reinhardt, den ich schon so sehr ins Herz geschlossen hatte, als er noch in unsrer Innenverteidigung rumstakste und dabei nicht immer gut aussah, nach dem Spiel: “Das ist der bitterste Moment, seit ich beim HSV bin. Wenn ich sehe, wie die Paulianer hier feiern, in unserem Stadion, dann könnte ich kotzen.”

Das heute ist ein verfickter Alptraum, und ich möchte bitte endlich aufwachen.

Ich weiß nicht, ob das auch die bitterste Niederlage meiner Zeit mit dem HSV war. Die zwei Halbfinal-Aus’ gegen Wer da? taten höllisch weh. Wenn ich an Fulham denke, könnte ich auch heute noch heulen.
Aber heute, ganz ehrlich, fühle ich mich persönlich beleidigt.

Hand auf’s Herz: Der HSV war die klar bessere Mannschaft, der Sieg müßte im Lexikon unter dem Wort “unverdient” aufgeführt sein.

Der HSV war leider mal wieder zu doof, ein Tor zu machen. Was da, gerade in der ersten Hälfte, an Großchancen verdaddelt wurde… da flippste völlig aus. Mr. “Ich gebe 100 000% für den HSV” aka. Nistel(unt)rooy hat Dinger vergeben, die hätte meine Omma mi’m Arsch reingemacht. Und die war kein Weltklassestürmer!

Die reichlichen HSV-Ecken blieben leider zu harmlos, geglückte Flanken gab es auch zu wenig. Erst hatten wir kein Glück, und dann… Ihr wißt schon.

Beim Gegentor sahen unsere Herren Innenverteiger, ja Westermannmannmann, ich meine auch Dich, eher teilnahmslos zu. Sieht man ja auch nur selten, so ein Tor vom Stadtrivalen aus nächster Nähe.

Petric gefiel mir sehr gut, nicht nur, weil es Petric ist, Ruud war (mal wieder) eine Enttäuschung, Jaro machte das, was er am besten kann – er lief und lief und lief. Ben-Hatira hätte ich gerne früher unten gesehen, auch, wenn er viel gelaufen ist. Trotzdem kam mir der Wechsel zu spät.

Elia kam zur Halbzeit für Jansen, und spielte mit Schal – so kalt war es eigentlich gar nicht. Spätestens nach diesem Spiel sollte ihm mal bitte jemand sagen, daß er jetzt erst mal so lange keine “Ich bin ja so toll und könnte auch bei den ganz großen Vereinen spielen”-Interviews mehr geben darf, bis er endlich mal Leistung aufm Platz zeigt. Ich sage ihm das auch gerne persönlich.

Übrigens lief bei uns in der ersten Halbzeit sehr viel über rechts, dafür dann in der zweiten Halbzeit sehr viel über links. Auch und vor allem dann, wenn auf der anderen Seite des Spielfelds alles frei war. Äh. Ich hatte das mit dem “Seitenwechsel” ehrlich gesagt anders verstanden.

Zu den Gästen: Sie haben sich heute selbst entlarvt. Als scheinheilig und keinen Deut besser als alle anderen, auch, wenn sie das gerne wären – ganz im Gegenteil.

Der HSV, die Fans im allgemeinen und ich im besonderen wurden nach dem Hinspiel hier, auf Twitter und in diversen gegnerischen Blogs angegangen. Ich fasse mal eben zusammen: Der HSV ist asozial, das wissen wir alle, wir sind alle Schläger und können uns nicht benehmen, was sich u.a. auch in Pyrotechnik und Angriffen auf gegnerische Fans manifestiert.

Um mal nur zwei Aussagen aus meinem eigenen Blog rauszugreifen, verweise ich auf diese Kommentare:

Sparschäler: [...]die spieler und anhänger können stolz auf die grandiose leistung sein, an einem tag ihren verein in den dreck gespielt und geschrien zu haben.[...]
Jekylla: [...]Was Pyro angeht: es mag schicke Folklore sein, dennoch: es ist verboten, es kostet auch den Gastgeberverein Geld und das ist keine besonders ansprechende Art und Weise, Gästeprivilegien wie das Mitbringen aller anderen Feierutensilien zu vergelten.[...]

Heute brannten im Gästeblock zahlreiche Bengalos. Und zwar lange, bevor der St. Adtteilverein auch nur einmal in unserem Strafraum war. Tja. Geht man etwa auch beim Gutmenschenverein nicht sonderlich ansprechend mit den Gästeprivilegien um? Oder waren das am Ende verkleidete HSVer, die die Pyro im Gästeblock abgefackelt haben?

Damit nicht genug: Die Polizei mußte irgendwann in den Gästeblock eindringen, es gab zunächst Prügeleien unter den Fans, später dann mit der Polizei. Bidde?
Ich habe schon viel erlebt – auch damals den massiven Polizeieinsatz im Block von ZSKA Moskau aus nächster Nähe, ich saß schräg drüber. Aber das heute – nun denn. Muß jeder selber wissen. Wenn wir auswärts fahren, dann hauen wir uns allerdings in der Regel nicht gegenseitig aufs Maul…

Eine grandiose Leistung, um den eigenen Verein in den Dreck zu ziehen, erbrachte heute Pliquett. Ja, prima, er durfte sein erstes Saisonspiel machen. Yay! Ja, fein, er hat den Kasten sauber gehalten und das Derby gewonnen. Aber ermächtigt ihn das dazu, Mladen Petric, der ihm nichts getan hat, persönlich widerholt mit dessen Jubel-Geste zu verhöhnen und danach in Kung-Fu-Manier unsre Eckfahne umzutreten?

Ganz ehrlich: Wäre ich Fan des St. Adtteilvereins, mir wäre es peinlich, solch einen Spieler im Kader zu haben. Aber vermutlich ist das ja jetzt “was anderes” und gehört zur Folklore. Is klar. Man stelle sich nur vor, das hätte einer von uns gemacht.

Den versuchten Sturm auf die HSV-Kneipe aufm Kiez und die dabei verletzten Polizisten erwähne ich mal nur der Vollständigkeit halber…

Wenden wir uns lieber etwas tollem zu: Der heutigen Choreo.

Hammer. Die gesamte Nord ergab ein riesiges Bild – so sah das von meinem Platz aus:

Und so insgesamt:


Video von Muddii aka. @AG_HAM

Schön, oder? Geholfen hat’s leider aber auch nicht. Genausowenig wie der großartige Empfang des Mannschaftsbusses. Wir waren auch da – und wäre ich Spieler und hätte in diesem Bus gesessen, der von hunderten Fans und zahlreichen großen Fahnen am Stadion begrüßt wurde – ich hätte Rotz und Wasser zusammengeheult.

Ganz ehrlich, ich könnte jetzt problemlos bis Samstag durchkotzen, so sehr geht mir das alles auf den Sack. Aber ich nehme jetzt einfach mal @MarcusKroeger beim Wort:
Nach der letzten Derbyniederlage ‘77 brachen die goldenen HSV-Jahre an.

Wenn das der Preis ist, den wir noch zahlen mußten, um nächste Saison Meister zu werden – bitte schön. Viel Spaß mit den drei Punkten. Es werden für lange Zeit die letzten gegen uns sein.

Und jetzt alle, auch ich: Aufstehen, Mund abwischen – Sonnabend geht’s weiter.
NUR DER HSV!

7. Feb. 2011

Stell Dir vor, es ist Derby, und der Rasen macht nicht mit…

Ja, ich weiß – es gibt kein schlechtes Wetter in Hamburg, es gibt nur schlechte Kleidung. Ich weiß das – aber sag das mal dem Rasen, der Sommers wie Winters nackich im Stadion rumliegt!
Oder auch nicht liegt – wie Freitag Nachmittag kurz nach 14 Uhr.
rasen

Nedfuller und ich waren beim Training – Schietwetter hin oder her. Aber: Es war sehr sehr nass. Es wäre wohl besser gewesen, nur in Badekleidung und Flipflops zum Training zu gehen, weil dann das Wasser, das vorne in die Schuhe läuft, hinten gleich wieder abfließen kann. Dazu war es aber wiederum zu kalt.

Das Training dauerte rund eine Stunde – und ich war danach nass bis auf die Knochen. Sogar meine Socken waren so nass, als kämen sie frisch aus der Waschmaschine. Meine Kamera war so pitschnass, daß ich streckenweise Angst hatte, sie würde nie wieder trocken werden. Und hinterher durfte ich feststellen, daß durch den Starkregen fast alle Bilder “verwischt” sind. Hmpf.

Es war mein erster Trainingsbesuch beim HSV. Ich fand’s klasse, das würde ich gerne öfter machen. Nach Möglichkeit auch mal bei besserem Wetter. Dann werden auch die Fotos nicht so grauschleierig.
Und die Spieler hätten mehr Spaß. Denn der Einzige, der aussah als hätte er Spaß, war Jaro, der hier irgendwie auch als einer der sieben Zwerge durchgehen würde:

Wobei, bei dem Foto fällt mir ein: Willst Du mit Stil die Straße rocken – nimm die Hose aus den Socken!!

Eigentlich war das Derbywochenende perfekt geplant. Anreise am Donnerstag Abend. Freitag Training, abends zur Eröffnung des Quatsch Comedy Clubs in der neuen Location. Samstag shoppen, Sonntag Derby, Montag vor der Arbeit zurück nach Berlin.

Seit Wochen haben wir alle auf das Derby hingefiebert, der Spannungsbogen war schon fast auf dem Höhepunkt, ich sang den ganzen Tag HSV-Lieder, beim Einkaufen mit HSV-Cap wurde man von den Kassierern angesprochen und dann… PFF! Luft raus. Als hätte einer den Stecker rausgezogen. Schöne Scheiße!

Aber was will man machen, Petrus war wohl einfach nicht nach Derby. Es hat Freitag und Samstag zusammen in Hamburg mehr geregnet, als sonst im Schnitt im ganzen Februar. (49 mm vs. 41,3 mm). Für Zweifler – der Deutsche Wetterdienst hat alle Daten im Netz.

Klar ärgert mich die Absage – schließlich wird die Neuansetzung aller Voraussicht nach unter der Woche sein, man hört immer wieder den 16.2. 18 Uhr. Das ist für einen auswärtigen Fan wie mich natürlich ganz große Scheiße. Erneut hoffen, daß ich Urlaub bekomme, erneut ne Bahnfahrkarte nach Hamburg zahlen, nochmal vor der Arbeit aus Hamburg nach Berlin zurück. Dies um so mehr, als ein paar Tage später mit dem Nordderby dann die nächste Fahrt nach Hamburg ansteht.

Aber: Das ist höhere Gewalt. Wer jetzt schreit, der Rasen sei zu spät verlegt worden, vergißt offenbar, daß noch Anfang dieser Woche ganz Hamburg auf Blitzeis durch die Gegend gerutscht ist. Und auch der alte Rasen hätte derartige Wassermassen wohl nicht aufnehmen können – und ein Fußballspiel mit einem ruhenden Ball geht nunmal auch nicht.

Das Spiel auswärts austragen war ja leider auch keine Möglichkeit – man bringt halt keinen ganzen Schuhladen in ner Schuhschachtel unter. (Ganz davon ab – ich hab im Sportclub auf N3 den Rasen der Gäste gesehen. Überraschenderweise stand auch der Zentimeter hoch unter Wasser. Sehr schön auch Armin Veh zu dem Thema.)

Bei Union Berlin weiß ich, wie das gelaufen wäre – da hätten sich die Fans mit Föhnen, Ventilatoren und Strohhalmen bewaffnet im Stadion getroffen und schwupps! wäre das Derby in trockenen Tüchern gewesen.

Ich bin allerdings schon erstaunt, wie viele Rasenexperten sich in meinem Bekanntenkreis auf beiden Seiten befinden. Waren die alle auf der Baumschule, oder woher kennen die sich so gut mit Grünzeug aus?

Wie ich den verhinderten Derby-Sonntag verbracht habe? Ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann wellnessen in der “The Cottage Sauna Ahrensburg”. Das war fast so heiß wie ein Stadtderby. Anschließend hab ich Bananen-Schoko-Muffins und Pizza gebacken. Wer braucht da noch Fußball…? Genau: Ich!

Ich würde vorschlagen, wir lassen jetzt alle mal ein wenig Gras über die Sache wachsen – und starten demnächst nen neuen Anlauf. Notfalls mit Wasserball, Schnorchel und Schwimmflossen.
Und nächstes Mal hoffentlich ohne Vollidioten, die sich aufm Kiez gegenseitig die Rübe einschlagen wollen.

Und alle Rasenexperten gehen jetzt bitte in ihren eigenen Garten, Unkraut jäten.
In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

25. Jan. 2011

Was ist besser, als Fußball im TV? Genau: Fußball live im Stadion! Endlich wieder hüpfen, singen, klatschen, anfeuern. Was hatte ich es vermisst!

Vor dem Spiel ein gemütliches Wegebier mit @HerrEberhardt, zum Abendessen im Stadion eine leckere Bratwurst mit Nedfuller – und dann ab in den Block, der längst mein Zuhause geworden ist.

Wenn ich das letzte Mal schon so über den Support gemeckert habe, muß ich diesmal loben: Die Stimmung im Block war recht gut, die Gesänge gingen ineinander über, es wurde dauerhaft angefeuert. Klar, nach oben war noch Luft – aber das Problem dürfte sich bei den nächsten beiden Heimspielen von alleine lösen.

Ich muß allerdings zugeben: Langsam wird es doch anstrengend, gleichzeitig zu hüpfen und aus voller Kehle zu singen. Muß wohl daran liegen, daß ich schon wieder älter geworden bin…

Die Eintracht, die ja bekanntermaßen der Club ist, den ich neben meinem HSV am meisten mag, machte einen auf HSV – und kam quasi ohne Abwehr. Dadurch stand alles, was hessisch babbele konnte oder wenigstens einen Adler (Nicht René!) auf der Brust trug, sehr tief – und machte dem HSV das Leben schwer. Gleichzeitig wurde, wenn sie mal den Ball hatten, versucht, ihn irgendwie nach vorne auf Gekas zu bolzen.

Ja, es war kein schönes Spiel. Es war aber auch, zumindest in der ersten Halbzeit, ein Spiel ohne Panikattacken meinerseits. Auch mal schön!
Es gab die ein oder andere Torchance, nichts zwingendes… Aber der HSV schien mir doch zumindest die spielbestimmende Mannschaft mit mehr Ballbesitz zu sein.

Blöderweise knallten nach ner halben Stunde unser Neu-Innenverteidiger Kacar und unser Ex-Spieler Meier so zusammen, daß beide vom Platz mußten. Fortan schien es mir wieder etwas hühnerhaufiger da hinten. Aber nicht so, daß ich zur nächsten Packung Haarfärbemittel hätte greifen müssen.

Nach der Halbzeitpause, vielleicht lag es am Äbbelwoi in der Pause, kam die Eintracht doch ein wenig aus den Puschen. Es gab plötzlich auf Frankfurter Seite sogar sowas ähnliches wie Ballbesitz und Freiheiten. Zum Glück wußten sie damit nicht wirklich was anzufangen.

Stattdessen machte mein Mladen das Einsnull – ich vermute, es handelt sich dabei um ein verspätetes Geburtstagsgeschenk für mich. Fand ich gut.

Gibt mir nämlich auch endlich mal die Möglichkeit, mein T-Shirt zu bloggen:

Äh, ja.

Während Petric also das tat, was alle von ihm erwarten – gut aussehen Tore schießen – macht Ruud vor allem eins: Stunk. Kinners, ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr mir diese Nummer auf den Zeiger geht.
Ruud kam zu uns, da war er nichts. Verletzt, ausgemustert, auf der Tribüne. Wir haben ihn, übertrieben gesagt, aufgepäppelt – und jetzt spielt er sogar wieder Nationalelf. In biblischem Alter.

Und was macht er? Will zurück zu Real, um “einmal die Champions League zu gewinnen”.
Seien wir ehrlich: Wenn Real nicht grade verletzungstechnisch im Sturm sowas von Scheiße am Fuß hätte – die würden nichtmal im Traum dran denken, van Nistelrooy zurückzuholen.

Für den HSV dagegen ist Ruud das feine Tafelsilber, das man für besondere Anlässe aus dem Schrank holt. Oder, wenn man es sich leisten kann, sogar jeden Tag benutzt – über das man sich aber dann auch jeden einzelnen Tag freut. Weil man sich noch gut dran erinnert, wie das war, als man nur das billige Ikea-Besteck hatte.

Wenn ich jetzt lese, daß Ruud jammert, der HSV wisse gar nicht, was er ihm antue – dann möchte ich meine rechte Hand zur Faust ballen und den Arm so lange ausstrecken, bis mir ein Herr van Nistelrooy dagegen läuft. (Das war kein Aufruf zur Gewalt, liebe Fans des St. Adtteilvereins – das war allenfalls ein Aufruf zur Unachtsamkeit beim Spazierengehen.)

Macht er sich eigentlich klar, was er dem HSV damit antut? Was er verlangt?? Daß der Verein sein eigenes Ziel, nämlich einen internationalen Wettbewerb zu erreichen, abschenkt, um einem einzelnen Spieler, der jetzt 12 Monate da ist, einen Wunsch zu erfüllen?

Wo, lieber Ruud, soll das denn hinführen? Nehmen wir Troche, der ist schon viel länger beim HSV. Der ist recht klein, aber hey, vielleicht wollte er immer mal ne Saison bei nem Bundesligisten im Tor stehen! Na klar, komm her, hier, Torwarthandschuhe, rein ins Tor! Wir kriegen die Bude voll? Macht doch nix, Hauptsache, der Troche is glücklich!

Läuft das so in Holland? In der Premier League? Bei Real Madrid? Vermutlich nicht. Wieso, zum Teufel, soll es dann ausgerechnet beim HSV so laufen – wir sind doch nicht die Wohlfahrt!

Und wenn ich dann noch lese, daß Ruud sogar anbot, dem HSV aus eigener Tasche eine Ablöse zu zahlen und in Madrid ohne Gehalt zu spielen – dann ist der Ofen bei mir wirklich aus. Zahlen wir, frage ich mich, ihm vielleicht schlichtweg zuviel Gehalt?

Und ja, ich sage “wir”, wenn ich vom HSV spreche. Dafür wurde ich gestern auf Facebook belächelt – aber hey, wir sind ein e.V., und ich damit Teil des Ganzen, oder nicht?
Außerdem könnte ich mir vermutlich, wenn ich das ganze Geld, das ich in den vergangenen 15 Jahren (Zeitraum grob geschätzt) für Tickets, Zugfahrten, Flüge, Hotels, Glücksfranzbrötchen und Glückssocken, sowie Wegebiere, Haarfärbemittel und was man halt sonst noch so braucht, ausgegeben habe, gespart hätte, meinen eigenen van Nistelrooy kaufen. Aber dann würde ich mich nur noch mehr über ihn aufregen.

Weißt Du was, Ruud? Bejubel Dich doch bitte beim nächsten Mal selbst, wenn Deine Rückennummer ausgerufen wird. Ich glaube, ich hab da nämlich keinen Bock mehr zu.

‘Schuldigung, das mußte jetzt mal raus.

Was ich eigentlich hab sagen wollen:
Es war kein schönes Spiel, aber unterm Strich stimmte das Ergebnis. Man könnte gerne auch mal mit mehr als einem Tor gewinnen – aber hey, zunull, drei Siege in Folge, vier Punkte auf die Champions League-Qualifikation – ich will wirklich nicht meckern.

Ein Problem habe ich übrigens zum Schluß noch: Ich hatte, ganz Tradition, vorm Spiel beim Schanzenbäcker ein Franzbrötchen gekauft. Wie immer. Es gab allerdings, und das versetzte mich spontan in Panik, keine normalen Franzbrötchen. Das geringste Übel schien mir das Rosinenfranzbrötchen – das sah nämlich so aus, als wären trotz des Namens kaum Rosinen drin.
So richtig Lust schien ich unterbewußt allerdings nicht drauf zu haben. Denn als wir nach dem Spiel zurück zur S-Bahn sind, fiel mir plötzlich siedend heiß ein: Anders als sonst hab ich das Ding nicht in der Halbzeitpause gegessen.

Nur: Was heißt das jetzt für die Zukunft? Muß ich jetzt immer ein Rosinenfranzbrötchen kaufen, es aber es nicht essen?

In diesem Sinne:
Spieler kommen und gehen, die Raute bleibt bestehen.
NUR DER HSV!

13. Dez. 2010

Ich hab die Schnauze voll, ich hab die Schnauze voll, ich hab, ich hab, ich hab die Schnauze voll!

Ja, Kinners, ich bin geladen und muß hier heute mal ein wenig Dampf ablassen. Und das liegt nicht nur am zwovier gegen Leverkusen.

Ich hab die Schnauze voll, daß ein Block, der sich Stimmungsblock nennt, nach einem Gegentor laut und langanhaltend “Hoffmann raus” skandiert. War Hoffmann auf dem Platz? Ich hab ihn nicht gesehen. Hat Hoffmann Gegentore verschuldet oder klare Torchancen verdaddelt? Nicht, daß mir aufgefallen wäre. Trainiert Hoffmann die Mannschaft, macht Hoffmann die Aufstellung? Wohl kaum.

Also, liebe “Hoffmann raus”-Forderer:
Wem hilft das, in so einer Situation? Wie soll es die Mannschaft nach vorne pushen, wie den Spielstand drehen? Und was ändert es an der aktuellen Tabellensituation, wenn Hoffmann weg ist?!
Meint Ihr wirklich, der HSV hätte derzeit keine anderen Probleme, als Hoffmann? Und vor allem, mit den Erfahrungen der Trainer- und Sportchefsuchen der letzten Jahre: Wer soll denn danach kommen?

Ich hab, ehrlich gesagt, auch die Schnauze voll von einem sonst hervorragenden Capo, der beim dreieins, wenn noch knapp ne halbe Stunde zu spielen ist, durch die Flüstertüte sagt “Also, ganz ehrlich, ich glaub, hier geht heut nix mehr. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch rumdrehen” – und einem Block, der sich danach geschlossen umdreht. Also alle, außer mir.
‘Schulligung, versteh ich nicht. Geht nicht, in meinen Augen. Zwei Tore in 30 Minuten sind kein Ding der Unmöglichkeit. Selbst für den HSV nicht.

Man kann sauer sein, klar. Man kann frustriert sein. Aber man kann doch nicht nach zwo Dritteln vom Spiel schon aufgeben?!
Das war schon immer gegen meine Überzeugung – und wird immer gegen meine Überzeugung sein. Da halte ich es mit meiner lieben Freundin J., Eintracht-Fan, die vor einem halben Leben, als wir uns in der Bahn zum damals noch Waldstadion kennenlernten, sagte: “Wenn ich nicht mehr an meine Mannschaft glaube, muß ich auch nimmer hingehen. Ich glaube IMMER an die Eintracht, egal wie es steht und egal, gegen wen es geht.”

Warum muß man also den Rücken zum Spielfeld drehen? Die Spieler nehmen das vermutlich eh nicht wahr – ich hoffe, die haben die Augen auf dem Ball und dem Gegner, oder meinetwegen auf dem nächsten Gehaltsscheck – nicht auf Block 22C.

Wir regen uns alle auf, wenn eine Mannschaft gegen den Trainer spielt. Aber gegen die Mannschaft supporten ist okay, oder wie?

Ich hab die Schnauze voll von Menschen, die vom HSV Einsatz verlangen, und wollen, daß die Jungs kämpfen bis zur letzten Minute, egal, wie weit sie zurückliegen – und selbst im Block das Kämpfen aufgeben. Wofür hat Mozart uns denn damals extra “Wir! Woll’n! Euch! Kämpfen seh’n!” komponiert?!
Nicht nur der HSV war schlecht – sondern auch der “Stimmungsblock” 22C. Von den Menschen, die auf ihrer Homepage alle in den Block einladen, die “richtig abgehen” wollen, war jedenfalls über weite Strecken nicht viel zu sehen und zu hören.

Und wie war das? “Der Block 22C hat sich jedoch als oberstes Ziel gesetzt, die Mannschaft des glorreichen Hamburger Sport-Verein e.V. egal in welcher Situation bedingungslos zu unterstützen, was normalerweise auch immer gelingt.”
Ah ja. Egal welche Situation? Bedingungslos? Unterstützen? Sorry – aber davon war spätestens ab der 66. Minute nichts mehr zu spüren. Es wurde nur noch laut, wenn es gegen Hoffmann ging.

Ich hab die Schnauze voll von “Fans”, die die eigene Mannschaft auspfeifen – und das auch noch während des Spiels. Ich glaube, die wissen sehr wohl selbst, daß sie Grütze spielen. Und erkennen den Spielstand spätestens beim Blick auf die Anzeigentafel. Warum muß man pfeifen, statt wenigstens zu versuchen, die Mannschaft nach vorne zu singen? Warum kein “JETZT ERST RECHT” auf den Rängen?

Ich selbst würde NIE, und obwohl man nie “nie” sagen soll, kann ich es hier tun, meinen HSV auspfeifen. Wer meint, es tun zu müssen, soll es bitte nach dem Spiel tun, wenn wirklich nichts mehr zu retten ist. Dann, wenn die Mannschaft in die Kurve kommt. Aber nicht während des Spiels.

Ich hab die Schnauze voll von Leuten, die vom HSV auf dem Rasen Einsatz und Kampfgeist fordern – und diesen dann selbst nicht bringen, wenn es um den Support geht. Warum nicht mal mit gutem Beispiel vorangehen und den HSV, egal, wie schlecht und uninspiriert er spielt, zum Kämpfen auffordern? Selbst Einsatz zeigen, nicht nur verlangen?

Ich hab die Schnauze voll von Menschen, die einen Trainerwechsel fordern – denn ich frage mich: Liegt es wirklich (nur) an Veh? Hilft ein Trainerwechsel – oder hilft es nicht eher, Teile der Mannschaft auszutauschen – oder zumindest mal ne Weile zum Nachdenken auf die Bank zu setzen? Oder sich irgendwie in die Winterpause zu retten und mit den dann hoffentlich zurückgekehrten Verletzten bei quasi Null anzufangen? So mit einem erkennbaren System, Einsatz und einem echten Kampf um die Stammplätze?

Und, ja, natürlich: Ich hab auch die Schnauze voll vom völlig ohne Einsatz agierenden HSV, der sich einfach kampflos seinem Schicksal ergibt.
Ich hab die Schnauze voll von Zé Roberto, dessen Auftritt eine ziemliche Frechheit war (trotz des Eckstoß’, der im einseins mündete).
Ich hab die Schnauze voll von einer Mannschaft, die sich quasi selbst aufstellt – weil Veh durch diverse langwierigen Verletzungen wenig Alternativen hat. Da kann leider keiner was für – aber die Spieler müssen sich im Training ja nicht sonderlich anstrengen, es ist bei vielen ja eh klar, daß sie spielen. Wer soll es auch sonst tun, is ja keiner da!
Und daß Veh in, nennen wir das Kind ruhig beim Namen, der Krise dann doch lieber auf die mittelmäßigen Alten mit Erfahrung vertraut, statt auf unerfahrene Junge… Ich finde es nicht unbedingt gut, kann es ein Stück weit aber doch nachvollziehen.

Trotz dieser nicht vorhandenen Leistung am Sonnabend ist für mich klar: Ich gehe schon länger zum HSV als irgendeiner der Profis. Und ich werde auch dann noch zum HSV gehen, wenn die alle schon wieder irgendwo anders ihre Brötchen verdienen.
Und deshalb werde ich auch immer FÜR meine Mannschaft anfeuern. Nicht gegen sie.

Also, aufstehen, Mund abwischen – it ain’t Winterpause ’til the fat man climbs down the chimney. Oder so ähnlich.
In letzter Zeit fielen die Spiele gegen Gladbach ja häufiger mal ersatzlos aus – hoffen wir, daß das kommendes Wochenende anders wird.

Glaube, Liebe Hoffnung.
NUR DER HSV!

PS: Training war Freitag leider um 16 Uhr in der Arena – nicht öffentlich. Daher konnte ich keine Fotos machen… und keine guten Ratschläge mit dem Nudelholz übermitteln.

PPS: Wir haben Sidney Sam bei der Mannschaftsaufstellung höflich zurück in Hamburg begrüßt. Daß er dennoch ein Tor gegen uns macht – geschenkt, is ja schließlich sein Job. Daß er dann aber mehrfach, ausgiebig und vielleicht sogar mit Zunge das Leverkusen-Wappen auf seiner Brust knutscht und auf den Leverkusen-Schriftzug auf seinem Rücken deutet? Kann man machen. Muß man aber nicht. Ich vermute, nächstes Mal gibt’s keinen höflichen Applaus mehr. Von mir zumindest nicht.

8. Nov. 2010

Die Mandelentzündung war auskuriert, ich war etwa drei Tage gesund… und schon klang ich wieder wie Bonnie Tyler nach einer Stange Zigaretten und einer Flasche Whiskey. Fragt mich nicht, was da los ist… ich war früher NIE krank. Diesmal also Husten, damit er nicht so alleine ist, Halsschmerzen und Heiserkeit dazu. Perfekt für ein Fußballspiel.

Nicht hingehen stand natürlich nicht zur Debatte (Stichwort: Wer arbeiten kann, kann auch zum Fußball!), hingehen und schweigen ebenfalls nicht.
Also fuhr ich harte Geschütze auf: Salbeitee. Zur Erklärung: Ich bin davon überzeugt, daß der Teufel die Salbeibonbons gleich nach Werder Bremen und Rosenkohl erschaffen hat. Salbeitee steht ungefähr auf der gleichen Stufe wie die Bonbons. Aber ich vertrete die Theorie, daß etwas, das so eklig schmeckt, einfach helfen MUSS.

Und siehe da: Sonnabend, 13 Uhr, als wir uns aufmachten Richtung Stadion – waren Halsweh und Heiserkeit weg. Der Husten war noch da, aber das macht ja nix.

Also ab in den Block, mittig, ein paar Reihen hinter den Chosen Few. Perfekt. Die Stimmung: großartig. Endlich mal wieder! Ich habe fast 90 Minuten gesungen, geklatscht und supportet. Lauthals. Hinterher klang ich zwar wieder die Bonnie Tylers kleine Schwester – aber ein bißchen Schwund is halt immer.
Während das tolle Schal-Lied (Mein Ohrwurm seit Tagen!) nicht gesungen wurde, kam endlich mal wieder “Nur geträumt” zum Einsatz. Ich kenne das schon länger (Irgendein Auswärtsspiel, meine ich. Frankfurt?) – es ist anfangs für viele etwas tricky, aber wenn es alle können, klasse.
Auch das Lied mit den vier Zeilen, von der man eine immer falsch versteht, wurde gesungen. Ich empfand es diesmal als etwas dynamischer und weniger einschläfernd als gegen Bayern. Nachdem wir letztes Mal also erst “Nordikone” und später “schreit die Kurve” sangen, sang diesmal der ganze Block sehr ausdauernd “Hamburg/ Hamburger SV/ Für die Kurve/ Schießt für uns ein Tor” – um anschließend von Jojo via Megaphon darauf hingewiesen zu werden: “Es heißt HÖRT die Kurve”…. Ups.

Apropos Kurve. Die Gästekurve war extrem leer. Offenbar gab es diesmal keine Busfahrt aus Sinsheim mit Ticket, Schal und Eintrittskarte für nen Zehner…

Das Spiel hatte noch nicht richtig begonnen, da pfiff Perl auch schon Elfmeter. Gegen uns. Weil Pitroipa Ba im Strafraum gefoult hat. Also… Haben soll.
Pitroipa ist nämlich der, der schon mehrfach elfmeterreif gefoult wurde, aber noch nie einen Elfmeter bekommen hat. Weil er so ne halbe Portion ist und Streichholzbeinchen hat. Da denkt man als Schiri vermutlich, den KÖNNE man gar nicht foulen, weil er so klein und schmal ist, daß man ihn ja gar nicht richtig TRIFFT.

Und eben jener Pitti hat jetzt also Ba gelegt. Zum Vergleich: Pitti ist 1,76 Meter groß, wiegt 60 Kilo. Demba Ba dagegen ist 1,89 Meter groß und 84 Kilo schwer. Kinners, mal ehrlich: Der Ba ist ein Mann wie ein Baum (kein Bonsai!) – den KANN einer wie Pitroipa doch gar nicht legen. Also, es sei denn, er hat ne Axt in der Hose – aber das wäre aufgefallen.

Naja, vielleicht hat der Schiri zu Hause ja auch SAP… Es gab jedenfalls Elfmeter – einsnull Hoppenheim. Hmpf.

Der HSV anschließend mit viel Einsatz – und viel Chaos. Das neue System (Schon das dritte diese Saison, wenn ich mich nicht irre?) ging irgendwie nicht so wirklich auf, es lief so wenig über die Außen, daß selbst mir auffiel, daß sie alles durch die Mitte versuchen, wo natürlich dicht war – und wenn es dann mal zu ner guten Möglichkeit kam, wurde sie nicht genutzt. Es schien eines dieser Spiele zu werden, in denen man mehr Ballbesitz hat, die Kugel aber nicht im gegnerischen Netz unterbringt.

Dazu kam mein besonderer Freund Westermann. Selbst Herr Nedfuller begann irgendwann, Fehlpässe von ihm vorher anzusagen. Sie trafen jedes Mal ein.
Man erzählt sich, ich habe ihn sehr wüst gepöbelt und irgendwann gedroht, ihm höchstpersönlich die Kapitänsbinde wegzunehmen, wenn es sonst keiner täte. Außerdem hätte ich angeboten, Rozehnal (!!) ein One-Way-Ticket nach Hamburg zu finanzieren…

Und plötzlich, kurz vorm Halbzeitpfiff, gabs doch nochmal ne gute Möglichkeit. Vorlage Petric, Tor. Torschütze: Westermann. Man ist versucht, zu sagen: ausgerechnet.

Nach der Pause war dann richtig Leidenschaft auf dem Platz. Die Spielanteile waren geringer, es war immer noch Chaos – aber der Einsatz war da! So muß das. Selbst Westermann war nimmer so schlimm, ich glaube, ich mußte gar nimmer pöbeln.

Irgendwie hatte ich da schon im Gefühl, daß alles gut wird. Und dann kam die Erlösung: Das zwoeins durch meinen Mladen. Hach. Ich hatte, Euch kann ichs ja sagen, Pipi inne Augen. Weil es so verdammt, verdammt, verdammt wichtig war.

Drei Punkte, ein Sieg gegen ein weiteres Team aus der Spitzengruppe. Es ist schon bezeichnend: Der HSV hat gegen Mainz (aktuell 2.), Frankfurt (3.) und Hoffenheim (5.) gewonnen – und gegen Köln (17.), Wolfsburg (12.) und Bremen (11.) verloren.
Als nächstes: Am Freitag auswärts bei Dortmund. Die sind Erster. Sollte dann also ganz gut laufen…

Und jetzt entschuldigt mich: Auf mich wartet eine Tasse Salbeitee.
NUR DER HSV!


Es war Fahnentag. Ich hatte keine – das Wegebier reichte dafür nicht aus….

PS: Vor mir stand übrigens ein Mädel, die wohl Angst hatte, daß während dem Spiel zu Hause bei ihr eingebrochen wird. Sie hatte offenbar all ihr Make-Up aufgetragen und das ganze Parfum aufgelegt, trug dazu ihren kompletten Schmuck um den Hals. Nun ja.

PPS: Was ist eigentlich Wer da?s Torhüter von Beruf? Gnihihi!

25. Okt. 2010

Mandelentzündung und Heimspiel gegen Bayern – das paßt wie… nunja. Ihr kennt mich ja. Ins Stadion gehen und NICHT alles geben? Darüber hat Hollywood eine ganze Filmreihe gedreht, blöderweise mit Tom Cruise in der Hauptrolle, wo ich den doch gar nicht so mag. Es wäre eine Mission:Impossible gewesen, beim Nord-Süd-Gipfel krankheitsbedingt die Klappe zu halten. Aber als hätte er es gewußt – Dienstags meinte mein Arzt, er bekommt mich bis Freitags hin. (Nicht hin im Sinne von “kaputt” – das war ich schließlich schon.)

Afrikagroßen Penicillin-Tabletten sei Dank war ich dann also doch fit fürs Spiel der Spiele. Endlich wieder Hamburg, endlich wieder Heimspiel, endlich wieder 22C. Und: Endlich wieder Bayern!

Seit November 2006 haben die Bayern nicht mehr bei uns gewonnen, das letzte Tor gelang ihnen im September 2007. Klingt gut, ne?
Für mich ist Bayern eh nie ein Angstgegner – aber mit einem mehr als verpatzten Saisonstart erst recht nicht. Klar, Bayern hatte Dienstag Champions League gespielt, Doppelbelastung, blablabla. Aber hey, da wurde ihnen ja sogar das Tore schießen vom Gegner abgenommen!

Konnte also eigentlich nix schief gehen, ich hatte schließlich auch noch das Trikot an – und war folglich eine der bei Nedfuller erwähnten Optimisten.

Und dann so… Tja. Das Spiel war mittelmäßig, Bayern, wenn man bedenkt, daß es BAYERN ist, schlecht, der HSV hat keine groben Fehler gemacht, aber auch nicht wirklich was richtig.
Guerrero fand ich über weite Strecken unterirdisch, ich habe recht früh gefordert, daß er gegen Petric getauscht wird. Aber gut, wenn ich Petric fordere, werde ich ja immer nur belächelt.

Überhaupt, Petric. Es war mir, ehrlich gesagt, etwas peinlich, daß ausgerechnet mein Mladen beim Aufwärmen als Einziger auf Mädchen machte und lange Hosen trug. Sogar Zé Roberto trug Shorts! Okay, ihm sind dabei offenbar die Beine eingefroren, denn in der zweiten Halbzeit stellte er das Laufen irgendwann so extrem ein, daß wir eine Verletzung vermuteten.

Bayern in Form von Schweinsteiger (Irgendwer twitterte, er sei mehr Schwein als Steiger) macht mal wieder das, was er immer macht: Rost kaputt. Nachdem er im Auswärtsspiel letzte Saison am Ellenbogen verletzt wurde, war es diesmal das Knie. Verdacht auf Außenbandriss. Hoffentlich bestätigt sich das nicht!

Wobei man ja sagen muß: Im Tor haben wir ein echtes Luxusproblem. Unser erster Bundesligatorwart ist verletzt? Okay, dann wechseln wir einfach einen weiteren Erstligatorhüter ein! Ätsch. So kommt Drobny auch mal zu Einsätzen – geprüft wurde er nicht wirklich, Bayern schoß meist lieber am Tor vorbei als aufs Tor.

Im Vorbeischießen war der HSV leider auch nicht schlecht. Noch besser allerdings im Treffen. Den Pfosten. Das hätte der große Tag von Pittiplatsch werden können… aber es hat leider nicht sollen sein.

Petric kam dann ganz labbadiaesk um die 60. Minute – und gefiel mir noch nicht so richtig. Ich hatte immer den Eindruck, er will sich nicht das schöne weiße Trikot dreckig machen. Ich hatte gehofft, er macht im dritten Heimspiel gegen Bayern zum dritten Mal den Einsnull-Siegtreffer – aber neiiiiiin. Irgendwie scheint er noch nicht völlig zurück zur alten Form gefunden haben. Leider. Immerhin: Der Pass auf Pitti (siehe oben) war klasse.

Auf der anderen Seite spielte Buttbuttbutt mit einem Trikot, das er sich scheinbar vom Schiri geliehen hatte. Ich würde nicht schwören wollen, daß er und Manuel Gräfe nicht zwischendurch mal die Plätze getauscht haben. Hat aber auch nix geändert.

Positiv muß man erwähnen: Bayern ist jetzt seit 290 Minuten in Hamburg ohne Tor. Kaufen können wir uns dafür allerdings nichts. Und während ich in den 90ern über ein Unentschieden gegen Bayern noch in Freudentaumel verfallen wäre, finde ich es diesmal schlichtweg zu wenig. Zwei verschenkte Punkte. Schade!

Auch die Stimmung war mehr so lala. Es schienen mir viele “Fußball-Touris” da zu sein, die nur gucken und nicht supporten. Im A-Rang erkannte man nur in Teilen von 25A Bewegung, vom Rest kaum kaum was oben an. Wechselgesänge mit dem A-Rang wurden zum Trauerspiel. Das muß sich ändern!

Während ich die lustige Schal-schwing-Choreo inzwischen kann, gab es auch (zumindest für mich) neues Liedgut. Sehr eingängiges, einfaches, mit nur vier Zeilen Text. Blöd nur, wenn man über Zeile drei sehr lange rätselt… und irgendwann zum Ergebnis kommt, daß der Text lautet: “Hamburg/ Hamburger SV/ Nordikone/ Schieß’ für uns ein Toooohooohooor!”
Und dann, nach mehreren Runden, in denen man diesen Text laut mitgesungen hat, Nedfuller neben einem plötzlich wispert “Oh. Der hat “Schreit die Kurve!” gesungen!”
Ups. Aber wie sagt der von mir sehr geschätzte Rolf Stahlhofen immer? “Ihr müßt nicht schön und richtig singen – sondern laut und ehrlich!” – ich hoffe, das gilt auch beim Fußball.

Abschließend möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß das Mädchen, das von diesem ganzen Taktikkram ja nur so mädchenmäßig Ahnung hat (Ich!), von Nedfuller für das Taktikgebrabbel im Stadion gelobt wurde. Ha!

Am Mittwoch geht’s dann also nach Frankfurt zum DFB-Pokal. Tissi, übernehmen Sie!

Bis dahin… NUR DER HSV!

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