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18.3. Anderlecht - HSV 21.3. HSV - Schalke

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17. Mrz. 2010

Das ist übrigens mein Kindernudelholz. Damit hat schon Klein-Pleite gebacken… damals, vorm Krieg. Ich backe damit ehrlich gesagt heute noch Kuchen, Pizza und Kram.
Und jetzt machen wir zusammen die Anderlecht-Tour. ;-)

15. Mrz. 2010

Stell Dir vor, es ist Fußball - und keiner spielt mit!

Mannmannmann. Jetzt ist das Spiel in Leverkusen schon über 12 Stunden her und ich hab immer noch so nen Hals, daß er heute morgen kaum durch den Kopfausschnitt meines Pullovers paßte.

Was zur Hölle war das denn??
Ich kann doch nicht vorm Spiel noch davon sprechen, daß ich bei nem Sieg den Anschluß an die Champions-League-Plätze habe… und dann sowas abliefern?
Also, halt: Daß man es KANN, hat der HSV ja gestern bewiesen. Man SOLLTE es nur nicht.

Es gibt für das Spiel gestern eigentlich nur einen Ausdruck: desolat. Nein, halt, es gibt noch ein zweites Wort dafür: Scheiße!

Dabei sah es zu Beginn ganz ordentlich aus… auch, wenn Pillenkusen plötzlich einsnull führte. Machte ja nix, kurz drauf knallte die Nummer 1 im deutschen Tor (Muahaha!) mit Hyypiä (Der Name klingt für mich immer, wie wenn Scooter bei “Hyper Hyper” plötzlich brechen muß… was ja verständlich wäre.) zusammen, Zé ließ sich nicht lang bitten, einseins.

Tja. Bis dahin war ja alles in Ordnung. Dann kam die Pause.
Ich frage mich, was Brüno seinen Spielern sagte. Oder was im Pausentee war. Oder wieso die Abwehr nach der Pause lieber ins Kino ist, anstatt zurück auf den Platz zu kommen.
Kurz: ich frage mich, warum zum Teufel wir uns 4:2 auseinander nehmen ließen… und das auch noch verdient! Da half es auch nix, daß Rozehnal offenbar alles tut, um doch noch einen Platz in meinem Herzen zu ergattern - sogar das 3:2 schießen. Es kam auch wenig bis keine Freude darüber auf, weil direkt im Anschluß das 4:2 fiel.

Den einzigen Vergleich, den der HSV gewann, war der auf den Rängen. Ich habe eigentlich 90 Minuten fast nur HSV-Gesänge gehört.

Gegen seinen Ex-Club hat Brüno also schön verkackt. Vielleicht setzt sich das ja wenigstens fort, und Magath verkackt mit Schalke am Sonntag auch gegen seinen Ex-Club. Wobei… Magath war bei so vielen Vereinen, der käme dann ja aus dem Verkacken gar nimmer raus.
(Sind eigentlich Kinder anwesend? Muß ich das alles piepsen? Ach, egal, is doch wahr!)

Mannmannmann. Sollte der HSV es tatsächlich wagen, auch die nächsten zwei Spiele (Anderlecht auswärts, daheim gegen Schalke) so eine gequirlte Kacke zusammenzuspielen, dann sehen wir uns möglicherweise im TV.

Da mir auf Twitter niemand helfen konnte, hier nochmal die Frage:
Darf man so ein Nudelholz eigentlich im Handgepäck transportieren?

12. Mrz. 2010

Gestern Abend saß ich vorm Fernseher und blickte in mein Wohnzimmer. In das in Hamburg, das schöne, große, mit dem grünen Teppichboden und den vielen Sitzgelegenheiten.

Europapokaaaaaal gegen Anderlecht, Heimspiel - und das ohne mich. Schlimmschlimm, ging aber nicht anders.

Und dann saß ich da, bepöbelte Laaser, der erst Rincón für Trochowski hielt, dann Trochowski für Rincón… (Wo kann ich mich für seinen Job bewerben?), hatte beim -zu dem Zeitpunkt unverdienten- einsnull von Toooooooooooooriiiis Mathijsen einen Kloß im Hals, wollte beim sensationellen zwonull von Ruuuuuuuuuuuuud aufspringen und ihn feiern, fluchte beim leider sehr schönen Freistoß zum zwoeins.

Und dann, zwote Halbzeit, der HSV endlich etwas engagierter, besser als in Halbzeit eins. Zé Roberto irgendwie trotzdem nach wie vor hinter den Erwartungen, Elia neben sich. Und dann, plötzlich: Jaaaaaaaaaaaa!rolim. Mit einem Tor.
Ja, genau - DER Jarolim, der alles andere ist als ein Torjäger. Unglaublich. Und ich war nicht dabei!

Es gab noch knifflige Situationen, ich wollte Rost mal wieder einen Antrag machen, ich versuchte mal wieder, den Weltrekord im Luftanhalten zu brechen… und das alles zu Hause auf dem Sofa mit dem Gefühl, nichts ausrichten zu können.
Und dann, endlich: Schlußpfiff, dreieins, Europapokaaaaaaaaaaaaaal!

Und das alles vor einem ganz besonderen Publikum: Paolo Guerrero ist zurück!! Er hat es endlich geschafft, seine Flugangst zu überwinden, und landete während des Spiels in Hamburg, kam noch ins Stadion. Willkommen zurück, kleiner Krieger! Ich würde mich über ein Comeback mit der Raute auf der Brust sehr freuen.

Doch zurück zum Spiel: Die Ausgangslage fürs Rückspiel in Brüssel ist nicht schlecht, aber auch nicht soooo sicher, daß ich mich dort zu Tode langweilen werde.

Etwas traurig war ich natürlich, daß ich nicht dabei war. Immerhin: Der HSV kennt mich - und wußte mich zu trösten.

9. Mrz. 2010

…und das, nachdem ich heute Nacht geträumt habe, daß ich auf der Rückfahrt von ner Auswärtstour meinen schönen Koffer (mit HSV-Aufkleber!) im Bus zum Flughafen vergesse. Ich habe den Rest der Nacht damit verbracht, herauszufinden, wie ich jetzt an diesen verdammten Koffer komme… schließlich waren da auch meine Glückssocken und die Hummel Hummel drin!

Als ich aufwachte, war ich immer noch leicht panisch. Bis mir einfiel, daß der Koffer da ist, wo er hingehört - auf der Kofferablage im Flur… Puuuh!

(Und ja, ich bin bekloppt. Das wundert Euch jetzt aber nicht ernsthaft - oder?)

8. Mrz. 2010

…Hamburg war wirklich schlapp, war wirklich…

Wenn der beste Verein der Welt gegen den letzten der Liga spielt, ist das eigentlich ein klares Ding. Denn wir wissen alle: der HSV hat ein großes Herz. Von den großen nehmen, den kleinen geben - das ist schon lange so, da kann man die Uhr nach stellen.

Ich hatte diesmal echt keine Lust auf dieses “Sozialamt der Liga”-Ding. Und irgendwie auch das Gefühl, daß an der Tür diesmal das “Geschlossen”-Schild hängen würde.

Angesichts der Tabellensituation hätte man leicht übermütig werden können und ein 6:0, 7:0 oder 8:0 des HSV erwarten. Aber ich weiß es ja besser, ich kenn meine Pappenheimer…

So war dann auch die Erleichterung groß, als Jansen kurz vor der Pause endlich das einsnull machte. Denn bis dahin… nun ja. Also nen Klassenunterschied sah man nicht unbedingt. Und das ist noch nett ausgedrückt.

Noch schlimmer wurde es nach der Pause: da bettelte der HSV mal wieder um den Ausgleich. Also alles wie immer.
Das Spiel war einfach grottig, selbst den großen Zé(h) sah man kaum. Was war denn da los? Und wie soll das so am Donnerstag gegen Anderlecht oder am Sonntag in Leverkusen klappen? Mannmannmann. Da muß einfach mehr kommen, auch - oder gerade gegen den Tabellenletzten!

Es war kein schöner Sieg, aber ein verdammt wichtiger. Zumal zeitgleich Bayern nur einseins in Köln spielte (Das Tor für Köln schoß Lukas Podolski, seht Ihr, liebe Kollegen - man kann das auch sagen, ohne ausgerechnet das Wort “ausgerechnet” zu benutzen!).
Schalke gewann, okay… das is doof. Aber Wer da? spielte auch nur unentschieden, nur Dortmund sitzt uns sehr dicht im Nacken.

Nach dem schlechten Spiel am Samstag trat der HSV dann Sonntag gleich nochmal an - gegen Leverkusen. Also… sozusagen. Denn das zwischenzeitliche 3:0 für den Glubb aus Nürrrrnberch schossen zweimal Choupo und einmal Tavares - also lauter HSVer. Der Endstand lautete 3:2, ich nehm das mal als gutes Omen für Sonntag.

Die größte Freude des Spieltags bereitete mir allerdings der Sieg von Hannover 96. Die Niederlagenserie seit dem Tod von Robert Enke tat einem auch als Nicht-H96-Fan in der Seele weh.

Größter Lacher des Spieltags: Hoffenheim verliert gegen den Karnevalsverein aus Mainz zu Hause mit 0:1. Willkommen im Mittelmaß, Herr Hopp. Sagte nicht neulich noch irgendein Funktionär von 18,99 was von wegen “internationale Klasse” und “bekannt in ganz Europa”? Nun, dann hält sich jetzt wohl ganz Europa den Bauch vor Lachen… falls die da nicht grad andere Probleme haben, als nen Dorfverein mit Größenwahn.

Drückt mir mal bitte alle Dienstag ab 10 die Daumen - da werde ich mich online um ein Auswärtsticket für Anderlecht prügeln, das Hinspiel Donnerstag werde ich leider nicht live im Stadion verfolgen können.

Und jetzt alleeeee: Hey, was geht ab…

2. Mrz. 2010

Im zweiten Anlauf hat es dann also geklappt mit der Auswärtstour nach München. Frau Pleitegeiger, die Herren Glückssocken und die Hummel Hummel bestiegen Sonntag Morgen um 6.52 Uhr den ICE nach München. Das ist schon unter der Woche früh, für einen Sonntag aber… urks. Aber was macht man nicht alles für den HSV.

Sogar die Bahn schien besonders motiviert - fuhr sie doch auf den sechs Stunden Fahrt sensationelle zehn Minuten Verfrühung raus. Das ist mir noch NIE passiert!!

In München traf ich dann auf @HerrEberhardt und @HeideJensinger - das Motto des Tages lautete #Frittenfett. So heiß waren wir nämlich auf das Spiel!

Wir zogen dann erst mal ein wenig durch die Innenstadt - die zu unsrer großen Freude komplett in schwarz-weiß-blauer Hand war! Aber okay, wäre ich Bayern-Fan wäre mir das auch so unangenehm, daß ich es nicht auf der Straße zeigen wollen würde.

Auf dem Marienplatz saßen rund 20 HSVer biertrinkend im Straßencafé - es war echtes Kaiserwetter! Wir drei positionierten uns und “Haaaa Essss Vaaauuu!”ten sie an. Natürlich bekamen wir ein lautes HSV-Echo. Und so standen wir da und wechselgesangten auf dem Marienplatz. Sensationell. Ein bayerisches, älteres Touri-Ehepaar war richtig angetan von so viel Einsatz!

Letztlich landeten wir dann in der Augustiner Bierhalle, die fest in der Hand der Hamburger war. Es gab eine kurze Schrecksekunde, als ein bulliger Typ mit leichter Schlagseite sich fast Nase an Nase zu Herrn Eberhardt beugte und etwas sagte, was klang wie “Ich kann Dich mal??” - wir dachten schon, der wollte eine Schlägerei anzetteln. Dabei wollte er uns nur erzählen, daß um 15 Uhr der Mob mit Begleitschutz losgeht. Puuuuh!

Um 15 Uhr waren dann weder Mob noch Begleitschutz draußen - da man aber leider eh nicht wirklich zur Arroganz Arena laufen kann, war das nicht ganz so tragisch… Wir fuhren dann also raus nach Fröttmaning.

Erster Eindruck von außen: Das Schlauchboot ist ganz schön groß. Drin dann die Feststellung: das Ding ist wie meine Handtasche - innen noch größer als außen!
Über die Luftkissenoptik kann man ja streiten, aber drin fand ichs dann schon irgendwie recht imposant. Wenn auch nicht so schön wie mein Wohnzimmer im Volkspark.

Ich fand es ja recht aufmerksam vom Verein, auf jeden Stuhl extraweiches Klopapier zu hängen. Allerdings war es sehr befremdlich, daß sich das dann alle um den Hals hängten…

Während ein paar Tage vor dem Spiel viele Bekannte noch damit beschäftigt waren zu überlegen, ob der HSV in München 4:0, 5:0 oder 6:0 abgewatscht wird, war mir völlig klar, daß ich Punkte mit nach Hause nehme. Nur ob einen oder drei, da war ich noch unentschlossen.

Die erste Halbzeit empfand ich dann auch als ziemlich gut. Bayern spielte bei weitem nicht so überragend, wie man es vom FC Großkotz erwartet hätte (also… allgemein. Ich ja eh nicht), der HSV hielt ganz gut gegen. Nur Tore blieben leider Fehlanzeige.

Die Stimmung in der Arena kam einzig und alleine aus dem Gästeblock, als Bayern”fan” hat man es wohl nicht so mit dem Anfeuern. Mir wurde von Daheimgebliebenen per SMS bescheinigt, was ich schon im Block merkte: man hörte nur uns. Heimspielstimmung in der Arroganz-Arena! Als Höhepunkt sangen wir “Hamburg, meine Perle”, Schalparade inklusive.

Oh, da fällt mir Loddo ein - und das Münchner Pendant dazu. Es war schon sehr lustig zu sehen, wie voll die Hosen des Münchner Stadionsprechers waren, der vorm Spiel zigfach darauf hinwies, daß der HSV ja “hoffentlich nicht die Geburtstagsfeier versaut” - hat hier jemand Angstgegner gesagt??

Unglücklich war der Zusammenprall von Schweinsteiger und Rost, aufgrund dessen Rost in der Pause in der Kabine bleiben mußte - Verdacht auf Ellbogenbruch! Der Verdacht hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, es ist wohl “nur” eine Prellung. Dennoch mußte Hesl ran. Wir feierten ihn erst mal ordentlich an - und nach jeder Parade schallten “Woooolfgang”-Rufe durchs Schlauchboot.

Schade war, daß Hesl dennoch hinter sich greifen mußte. Das Gegentor war ärgerlich. Und unverdient. Und man hätte es womöglich halten können. Oder es gar nicht erst so weit kommen lassen - gell, Herr Demel?

Ach, überhaupt, Demel. Gefiel mir nicht, sorry Guy. Und was Elia da für nen Mist zusammengespielt hat, erschloß sich mir auch nicht ganz. Aber die ganzen HSV-Fehlpässe waren nicht weiter schlimm, weil auch der ach-so-hochgelobte FCBäh über weite Strecken zu doof war, den Ball zu halten.

Es kotzt mich an, daß wir den scheiß Bayern (is doch wahr!) nicht in die Geburtstagsbowle gespuckt und den Kuchen zermatscht haben. Ich wäre gerne zum Party-Crasher geworden.
So ganz nebenbei ging mit einem doch eher lächerlichen Bayernsieg -ich hätte ein Unentschieden durchaus angemessen gefunden- leider meine Siegesserie zu Ende. Es war meine erste Niederlage diese Saison.

Nein, es ist sicher keine Schande, in München zu verlieren. Schon gar nicht, wenn es die erste Niederlage in fünf Jahren ist. Es wäre aber einfach wunderbar gewesen, den Bayern die erste Tabellenführung seit 652 Tagen zu versauen und das mitten in all der widerlichen “Mia san Mia”-Feierlichkeit.

Was mich so nervt an München? Diese Großkotzigkeit. Diese Selbstverständlichkeit. Dieses verdammte Eventpublikum, das erst in der 79. Minute nach dem Einsnull mal anfängt, zu singen. Dieses “natürlich sind wir Tabellenführer, wir sind ja die Besten” - ach ja? Wo wart Ihr denn dann, die letzten 652 Tage??

Eins steht fest: München (Als Stadt. Als Verein sowieso.) und ich - wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr.
Ich habe fertig!

2. Mrz. 2010

Eigentlich wollte ich nach dem Bayernspiel ja das hier bloggen. Tu ich jetzt trotzdem. Der “echte” Blogpost kommt dann gleich nach…

Berlin-München und zurück: 73 Euro
Karte im Gästeblock: 40 Euro
Übernachtung mit Frühstück: 49 Euro

Den Bayern ihren 110. Geburtstag versauen: unbezahlbar.

Die meisten Dinge kann man kaufen. Für alles andere: NUR DER HSV!

27. Feb. 2010

Mannmannmann. Meinen Plan, in stoischer Ruhe das Spiel zu verfolgen, trat ich schon in der zweiten Spielminute in die Tonne - da schoß nämlich Eindhoven das einsnull, während der HSV wohl noch in der Kabine war.

Damit war der Hinspielsieg erst mal fürn Arsch und ausgewischt. Der HSV brauchte dringend ein Tor! Das ist allerdings schwer, wenn der Gegner die ganze Zeit am Drücker ist.

Es fiel dann, “zu einem psychologisch schlechten Zeitpunkt” (Kinners nennt mir mal bitte einen psychologisch GUTEN Zeitpunkt für ein Gegentor??) kurz vor der Halbzeit auch noch das zwonull.

Ab da suchte ich dann nicht mehr meinen Geldbeutel, sondern meine Contenance.

Drüben bei Twitter mußte ich dann auch gleich noch mal meine Trainer-Qualitäten unter Beweis stellen:

Tja, was soll ich sagen? Mein Mladen hört halt auf mich!! 46. Spielminute, Toooooor durch die Nummer 10: Mladen PETRIC! Verzeihung. Jetzt ist grad der Stadionsprecher mit mir durchgegangen.
Es war ja fast schon sowas wie das zweite Tor von Petric, das zwonull hatte er mehr als unglücklich bei nem Freistoß abgefälscht… Grmpf.

Es sah nach dem Anschlußtreffer dann also schon viel weniger scheiße aus als vorher, weil Auswärtstore ja doppelt zählen, Ihr kennt das Spielchen. Ich verfluchte einmal mehr den Erfinder der 90-minütigen Fußballspiele, war noch ziemlich lang, um das Ergebnis über die Zeit zu schaukeln - und der HSV schien auch die Schaukel vergessen zu haben. Grmpf.

Irgendwann erinnerten sich dann offenbar auch alle Beteiligten daran, daß ja quasi grade Deutschland gegen Holland spielt und man da schon der Tradition wegen Kratzen und Beißen muß. Es gab massig gelbe Karten.

Dann flog erst Dzsudzsak vom Platz, weil er dem Schiri an die Wäsche wollte (hier bitte Amerell-Witz einfügen). Doch anstatt in Überzahl das Ding nach Hause zu bringen, erinnerte sich Demel wohl dran, daß gelb seine Lieblingsfarbe ist… und holte sich gleich zwei davon ab. Nur ist minus mal minus eben plus, und zweimal gelb gelbrot.

Es gab dann noch ein rüdes Engelaar-Foul gegen Petric, den ließ Labbadia danach wieder viel zu lange aufm Platz. Bänderanriss im Knöchel, Einsatz in München morgen immer noch unklar. Grmpf.

Für Petric kam Boateng, der schon nach ein paar Minuten im Strafraum gelegt wurde - Elfmeter! Piotr Tooooooorowski machte endlich mal wieder, was man von ihm erwartet - zwozwo!

Es waren noch rund 10 Minuten Spielzeit, Eindhoven hätte jetzt ein 4:2 gebraucht, um noch ne Runde weiterzukommen. Ich begann schon mal, den Auswärtstrip für die nächste Runde zu planen… als das 3:2 fiel. PANIK!!

Die 5 Minuten Nachspielzeit gaben mir dann komplett den Rest. Von meiner geplanten stoischen Ruhe war genau GAR NIX zu sehen.
Aber dank Rost wurde dann doch alles gut.

Der HSV verlor zwar, gewann aber den Einzug ins Achtelfinale. Nach diversen Unentschieden, die Niederlagen waren jetzt also endlich mal eine Niederlage, die ein Sieg war.

Lobend erwähnen möchte ich auf PSV-Seite übrigens die Kollegen Afellay und Dzsudzsak. Nicht für ihren Fußball - sondern für ihre Namen. Ich verstand nämlich jedes Mal “Waffelei” und “Schuhschrank” - typisch Frau…

In diesem Sinne… Europapokaaaaaaaaaaaaaaaaaaal!

PS. Ich werde das Anderlecht-Hinspiel in Hamburg aller Voraussicht nach nicht live im Stadion sehen können, sondern stattdessen zum Rückspiel nach Brüssel fliegen. Daher suche ich händeringend a) ne Möglichkeit, sicher und ohne abstürzenden Server an Gästetickets zu kommen und b) ein okayes, bezahlbares Hotel. Falls jemand helfen kann, bitte in den Kommentaren zu Wort melden!

25. Feb. 2010

Es gibt wenig Themen, zu denen jeder was zu sagen hat. Weisheitszähne sind aber so ein Thema. Das hab ich damals gemerkt, als ich meine OPs hatte. Da hatte vorher und hinterher (Da konnte ich mich nicht wehren, mein Kopf war quadratisch geschwollen und ich konnte nicht sonderlich gut sprechen) jeder Geschichten zu erzählen. Mutmachende (”Es hat gar nicht weh getan und ich war einen Tag später schon wieder im Büro!”) und beängstigende (”Mir hat der Zahnarzt beim Zähne ziehen die Nasenscheidewand gebrochen”).

Noch so’n Thema, das weiß ich seit heute: verlorene Geldbeutel.
Ich bin so jemand, der eigentlich (Klopf auf Holz) selten was verliert. Ich verlege ständig alles - aber wirklich irgendwo liegen lassen? Nö.

Ich gehe jeden Morgen aus dem Haus und habe Schlüssel, Geldbeutel, Hausausweis und Handy bei mir. Und wenn ich abends nach Hause gehe, dann hab ich das auch alles noch.

Ich glaube, das letzte Mal, daß ich was verloren habe bzw. irgendwo liegen ließ, da war ich sowas wie 8. Da war ich mit ner Freundin und ihrem Vater in einem Spaßbad in Weinheim und hab dort meine Badeschlappen stehenlassen.

Egal. Jedenfalls wollte ich heute früh in den Bus einsteigen, zückte gerade den Geldbeutel, um meine Fahrkarte zu zeigen - und griff voll ins Leere. Da war kein Geldbeutel.

Es empfiehlt sich aber auch nicht, ohne Fahrkarte in Berlin Bus zu fahren. Nicht, weil da kontrolliert werden würde - das ist mir in all den Jahren nur einmal passiert. Nein, weil man dem Busfahrer beim Einsteigen das Ticket zeigen muß. Laut Aushang erst ab 20 Uhr, aber wer einmal versucht hat, ohne Vorzeigen am Fahrer vorbeizugehen und ein freundliches “Junge Frau, würden Se mir mal det Ticket zeijen, wa?” entgegengeschmettert bekam, der weiß, daß in Berlin der Busfahrer bestimmt, wann 20 Uhr ist. Nämlich immer.

Ich ging also zurück in meine Wohnung, um den Geldbeutel vom Tisch zu nehmen - wo er nicht lag.

Für große Suchaktionen hatte ich keine Zeit, ich war mittlerweile auch überzeugt, daß der Geldbeutel im Büro auf meinem Schreibtisch liegt, weil ich doch da gestern 5 Euro rausgenommen hatte, bevor ich ans Salatbüffet bin… Man kann sich Dinge echt schön reden. Sogar dann, wenn man die Kollegin anruft, und die einem versichert, daß da kein Geldbeutel liegt.

Ich saß also gerade im Bus zur Arbeit, das Ticket hatte ich so ziemlich mit dem letzten Kleingeld, das aufzutreiben war, bezahlt (Der nächste Schritt wäre sonst ein “Ham Se mal nen Euro?” gewesen), als mir einfiel: Der Geldbeutel muß gestern ja noch dagewesen sein, ich kam ja irgendwie nach Hause.

Aber das ist das Problem, wenn alle Tage gleich sind: Was weiß denn ich, ob ich gestern wirklich beim Einsteigen dem Fahrer den Fahrschein gezeigt hatte - oder ob das vorgestern war? Ich stehe ja auch oft unter der Dusche und überlege, ob ich mir jetzt schon die Haare shampooniert habe, oder ob das gestern war…

Aus dem Bus twitterte ich dann erst mal: “Fuck. Mein Geldbeutel ist weg. Ich bete, daß er auf meinem Schreibtisch im Büro liegt. Kollegin verneint das allerdings.” - und wenig später hatte ich Reaktionen von überall. Aufmunternde Replys, Daumendrücken, Geschichten, wer wie wo seinen Geldbeutel verloren und irgendwann zurückbekommen hat, Links, um EC-Karten sperren zu lassen. Kurz: Meine halbe Timeline litt mit mir mit!

Im Büro stellte ich dann fest, daß da wirklich kein Geldbeutel liegt. Aber auch da ging die Anteilnahme weiter - irgendwie hatte jeder schon mal nen Geldbeutel verloren und auf Irrwegen zurückbekommen.

Egal, ob Männlein oder Weiblein, ob HSV, Bayern oder Sankt Pauli - bei verlorenen Geldbeuteln ist dann alle Konkurrenz erst mal verflogen. Vielleicht wäre das ja mal ein Ansatz für den Weltfrieden. Bin Laden und Obama sollten sich einfach mal zusammensetzen und über Weisheitszähne, verlorene Geldbeutel und kalte Füße philosophieren…

Aber ich schweife ab. Ich versuchte dann erst mal, zu arbeiten. Einfach ist das nicht, wenn man in Gedanken die Fächer seines Geldbeutels durchgeht und überlegt, wie man wohl vor der Auswärtstour nach München noch schnell an einen neuen Perso und eine neue EC-Karte kommt und welche Karten man alles sperren lassen muß.

Irgendwann war ich sicher: Der Geldbeutel kann nur zu Hause sein! Wahrscheinlich hatte ich ihn mit dem Brokkoli in den Kühlschrank gelegt, schusselig wie ich bin. Oder einfach mit der Zeitung aus der Tasche geholt und auf den Tisch gelegt.

Also lieh ich mir in der Mittagspause beim Lieblingskollegen eine übertragbare Monatskarte (meine ist natürlich im Geldbeutel) und fuhr wieder heim.

Und da lag er dann!! Mein Geldbeutel hatte sich schon mal den Logenplatz auf dem Sessel gesichert, wahrscheinlich fürs Fußballspiel. Und das faule Stück hatte nicht mal Bier kaltgestellt. Pfff.

Mir fiel das Riesengebirge vom Herzen und ich hab erst mal nen Entwarnungstweet abgesetzt und einen Zimtlikör getrunken. Es war zwar noch lange nicht vier - aber Zimtlikör ist ja auch kein Bier.

Im Büro dann auch nochmal große Erleichterung allerseits - die Kollegen hatten schon für mich sammeln wollen :-)

Ich hatte also heute tagsüber dank meines Geldbeutels und meiner Schussligkeit schon mehr Panik und Herzrasen, als während eines handelsüblichen Fußballspiels. Und eigentlich dachte ich, es könne gar nicht mehr schlimmer werden und ich würde in stoischer Ruhe Eindhoven gegen den HSV schauen können… Ob das geklappt hat, erzähle ich Euch dann im nächsten Post.

22. Feb. 2010

Bevor jetzt hier Beschwerden wegen der Überschrift kommen: Das ist ein Lied der Rodgau Monotones. Und wenn wir ehrlich sind, hatte die DFL bei der Spielansetzung ja wirklich kein Erbarmen mit dem HSV. Schließlich mußte der nur 40 Stunden und 30 Minuten vorher noch gegen Eindhoven spielen. Das riecht dann doch fast schon nach Wettbewerbsverzerrung.
Andererseits bin ich ja ein großer Freund von “Das ist doch deren Job, die sollen sich nicht so anstellen” - ich saß schließlich auch nach nur rund 4 Stunden Schlaf am Freitag morgen wieder pünktlich in Berlin an meinem Arbeitsplatz.

Vor dem Spiel hatte mich Kid aus der Klappergass zum Interview gebeten und ich durfte mich über Araberhengste und lila Fanklamotten auslassen. Dort äußerte ich auch die leise Hoffnung, daß die Eintracht sich als guter Gast erweist und uns drei Punkte als Gastgeschenk mitbringt.

Ganz so einfach sollte es dann leider nicht werden. Objektiv gesehen hätte der HSV, wenn er vorne dranbleiben will, das Spiel einfach gewinnen müssen. Tat er aber nicht.

Das vielleicht positivste insgesamt aus HSV-Sicht war die Rückkehr von Zé Roberto in die Startelf. Ja, es gab auch Torchancen. Aber es blieben eben nur Chancen.

Ruud van Nistelrooy war nicht im Kader, Berg und Petric brachten den Ball im Tor nicht unter. Demel versuchte kurz vor Schluß noch recht peinlich einen Elfer zu schinden. Aber mit seinem Tiefflug durch den Strafraum beeindruckte er weder den Schiri bei seinem Bundesligadebüt, noch die Frankfurter Adler.

Die Leistung des HSV war insgesamt mehr so unbefriedigend. Da Schalke patzte, hätte man wunderbar den Rückstand auf Platz drei verkleinern können. Aber neiiin, es bleib ja bei einem eher langweiligen, nichtssagenden nullnull.

Wenigstens bleibt so die Beziehung zu meiner lieben Freundin J., ihres Zeichens Eintracht-Fan, unbelastet. Das ist aber auch das einzig positive, was ich dem ganzen gerade abgewinnen kann. Denn eigentlich fühlt sich das nullnull mal wieder mehr wie eine Niederlage an.

In diesem Sinne: Aufstehen, Mund abwischen - und in Eindhoven und München besser machen!

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