Da is' das Ding!

 

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20. Sep. 2014

Eine Woche nach meinem ersten echten Auswärtsspiel folgte mein erstes echtes Heimspiel. Ein Heimspiel, zu dem ich nicht mit dem Zug, sondern mit der S-Bahn anreisen würde. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit den Spielen in Berlin! Dort war ich nie wirklich zu Hause.

Ich freute mir schon Tage vorher ein Loch in den Bauch. Abweichend von der Sonnabend-Tradition bestand ich drauf, das Frühstück in meine Wohnung zu verlegen.

Zum üblichen Treffpunkt in Eidelstedt mußten wir zehn Minuten vorher los - ich habe die S-Bahn vor der Haustür und brauche nur fünf Minuten mit der Bahn. Mein fettes Grinsen darüber sprach wohl Bände.

Insgesamt war ich gespannt, wie sich das alles anfühlen würde. Mein Umzug war ja nicht die einzige Änderung in der Sommerpause.

Als ersten Gast sollten wir Paderborn begrüßen - Aufsteiger, aber nicht so ‘gefährlich’ wie Köln. Dachte ich. Da geht was. Dachte ich. Wenn wir so wie in Köln spielen, hauen wir die wech. Dachte ich.

Tja.

Aber von vorn.

Endlich wieder zu Hause

Trotz Umzugs, Ausgliederung, CFHH-Rücktritt wirkte erst mal alles wie immer. Der Weg zum Stadion, die Vorfreude, die Kontrollen am Eingang. Die Begrüßung mit dem Lieblingsordner in 22 c. Das Ächzen, bis wir da ankamen, wo wir seit Jahren stehen. Und das ENDLICH WIEDER ZU HAUSE in meinem Herzen.

Wer sich an die sportliche Seite der letzten Saison erinnert, weiß: wie immer ist nicht immer gut. Leider war es auch auf dem Platz wie immer. Oder zumindest wie letzte Saison.

Ideenloses Rumgestümper, kaum Bälle nach vorne, kaum Torschüsse, folglich auch mal wieder keine HSV-Tore.

Dafür von Paderborn blamieren lassen und drei Buden kassiert.

Tja.

Erstes Heimspiel und schon wieder alles doof. Schon wieder “Wir woll’n Euch kämpfen seh’n” und andere Rufe, die ich eigentlich so schnell nicht wieder hören wollte.

Erstes Heimspiel und schon wieder mit schlechter Laune und gesenktem Haupt ausm Block.

Unterm Strich lief mein erstes echtes Heimspiel nicht wirklich so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Hätte ich das gewusst, hätte ich auch in Berlin bleiben können!

(An die mitlesenden Umzugshelfer: keine Sorge. Ich geb’ den Jungs noch mal ‘ne Chance. Mindestens eine.)

15. Sep. 2014

Meine ersten Jahre als HSV-Fan bin ich fast ausschließlich auswärts gefahren. Klar, wenn man Teenie ist und 600 km von Hamburg entfernt wohnt, ist das mit den Heimspielen eher schwierig. Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt, Lautern - sehr viel mehr war damals nicht drin.

Durch meinen Umzug nach Berlin nach dem Studium rückte Hamburg in Pendel-Distanz und meine Anzahl an Heimspielen stieg rapide an und der Radius meiner Auswärtsfahrten erweiterte sich.
Mit der Dauerkarte kamen dann noch mehr Heimspiele dazu. Dennoch war natürlich jedes Heimspiel irgendwie auch ein Auswärtsspiel.

Gleichzeitig fühlten sich aber meine Auswärtsspiele auch nie ganz richtig an - sie begannen und endeten eben nicht in Hamburg.

Jetzt also, endlich: echte Auswärtsspiele und echte Heimspiele.

Wir starteten in die Saison mit einer Auswärtstour nach Köln. Mit dem Auto ging’s am Sonnabend früh los auf die Autobahn. Außer einigen Regengüssen, die uns so die Sicht nahmen, daß wir nur noch mit 40 km/h voran kamen, lief alles super.

Wir kamen unterwegs durch lustige Ortschaften mit Namen wie ‘Sträßchen’ (Es war auch nur ein Sträßchen mit wenigen Häusern rechts und links) und ‘Fettehenne’ (Ich konnte keinerlei Geflügel entdecken - was für ein Etikettenschwindel!).

Die Suche nach dem für Gäste empfohlenen Parkplatz kostete uns in Köln fast mehr Zeit als die ganze Fahrt - es schien P1 bis P3 zu geben, aber eben keinen P4. Und genau zu dem wollten/ sollten wir.

Irgendwann siegte die Ungeduld und wir parkten einfach auf dem nächstbesten.

Also rein in die Klamotte und ab in den Gästeblock. Umgucken. Durchatmen. Endlich wieder Fußball!

Köln begrüßte uns (oder eher sich selbst in der Bundesliga) mit Cheerleadern, Konfetti und einem kölschen Spruchband.

Spruchband

Bei Zwischenständen von anderen Plätzen ertönt ein Meckern von Hennes und die Brötchentaste im Parkhaus nebenan heißt offenbar ‘Kiss & Ride’. Aber hey, andere (Bundes)Länder, und so.

Statt Brötchentaste

Das Spiel an sich war ganz okay. Der HSV traf das Tor nicht, kassierte aber wenigstens auch kein Gegentor. Man wird ja bescheiden.

Endstand

Auf der Rückfahrt gab’s wieder Starkregen und bei ‘Friedhelm’s Truckstop’ okaye Currywurst und ziemlich großartige Pommes.

WDR 2 spielte allen Ernstes im August ‘Last Christmas’ und in Leverkusen stand zu meiner großen Überraschung plötzlich ein Stadion neben dem Grünstreifen der Autobahn - und das ganz ohne Vorwarnung.

Unterm Strich waren wir dann also 873,3 Kilometer und rund 14 Stunden unterwegs, für 90 Minuten Fußball und null Tore…

Aber hey, endlich wieder Fußball! Und nachts von einer Auswärtsfahrt zurück zu kommen und an Köhlbrandbrücke und Hafenkränen vorbei nach Hamburg rein zu fahren…. HACH!

12. Sep. 2014

Ich war unzählige Male vor meinem Umzug in Hamburg. Ich dachte, ich würde die Stadt kennen. Das tue ich auch, auf meine Art. Aber eben anders. Mit den Augen von jemandem, der sonntags wieder in den Zug steigt und weg fährt.

Jetzt lebe ich hier, und erlebe die Stadt völlig neu. Als Hamburger. Verzeihung: Quiddje.

Vor einigen Wochen nach der Arbeit, es war wunderbar warm, fuhr ich zum Hafen. Ich wollte schon länger mal wieder mit der Hafenfähre fahren, schließlich habe ich ja inzwischen eine Profi Card des HVV.

Es war mir völlig egal, wohin ich dabei fahre. Hauptsache, Fähre.

Die erste, die kommt, fährt Richtung Finkenwerder. Also rauf aufs Schiff, die Nase in den Wind halten und darüber freuen, wie die Sonne sich in den sanften Wellen der Elbe bricht.

Unterwegs überlege ich, wo ich eigentlich aussteigen will. Als wir Neumühlen erreichen, springe ich spontan vom Schiff. Eine gute Entscheidung.

Ich laufe am Museumshafen vorbei, passiere die Biergärten und Restaurants. Es ist heiß, ich brauche dringend eine Abkühlung und finde sie bei “Sutsche”, kurz bevor der Weg aufhört, und der Elbstrand beginnt. Sutsche, das hat man mir mittlerweile beigebracht, ist nie verkehrt. Und wenn ein Laden Sutsche heißt und hausgemachtes Eis verspricht, dann wird auch das so verkehrt nicht sein.

Sutsche to go

Wenig später sitze ich mit meiner Eiswaffel am Elbstrand und es ist tatsächlich alles richtig und gut. Hach. Ich ziehe die Schuhe aus und vergrabe die nackten Füße im warmen Sand. Wieso hab ich das nicht viel früher gemacht?

Man hört das Plätschern der Wellen, wenn ein größerer Pott die Wasseroberfläche durchpflügt. Gegenüber beladen meine geliebten Hafenkräne einen großen Kahn mit Hamburg Süd Containern. Es rummst und scheppert, wenn die Container aufeinander treffen. Ich frage mich, wo sie wohl hin geschippert werden. Und ob sie nicht lieber hier blieben, mit Blick auf den Elbstrand.

Hach, Hamburg.

So. Genug im Sand gesessen… Ich gehe auf die Wellen am Ufer zu und merke, daß ich die einzige bin. Nur ein paar Meter weiter planscht ein Kind. Sonst halten sich alle vom Wasser fern, obwohl es unglaublich heiß ist. Egal. Muß jetzt sein.

Meine innere Fünfjährige planscht begeistert im Wasser rum und gräbt die Zehen in den nassen Sand. Irgendwann fällt mir ein, daß ich kein Handtuch mit habe. Und mir beim Gehen gleich die Füße panieren werde. Ach, egal.

Ich laufe los, durch den Sand, immer an der Elbe lang. Mit den Schuhen in der Hand und einem fetten Grinsen im Gesicht. Hach, Hamburg. Ich hatte ja immer geahnt, daß ich hierher gehöre. Langsam merke ich, daß ich damit recht hatte.

Ich komme an der Strandperle an, es ist knackevoll. Alleine hinsetzen mag ich mich nicht. Der Plan fürs nächste mal ist aber klar: In Begleitung wiederkommen, und in der Strandperle ein Bier trinken. Aber keins aus Bremen.

23. Aug. 2014

83 Tage ist es her, daß ich in Fürth gezittert, gebangt und geheult habe. 83 Tage, daß ich zuletzt ein HSV-Trikot trug und Socken mit der Raute drauf.

83 Tage, in denen ich versucht habe, mir klar zu machen: Es liegt nicht an mir. Ich kann im Block machen und tragen, was ich will - es bringt mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr Punkte als wenn ich es lasse.

Deshalb versuche ich diese Saison, mit einigen Automatismen und Traditionen zu brechen.

Ich bin gerade ohne die Hose nach Köln unterwegs, die ich viele Jahre fast ganzjährig ins Stadion trug. Die nur nach Niederlagen in die Wäsche kam. Bloß nix ins Stadion anziehen, was schon mal verloren hat! Never change a winning outfit! (Unterwäsche und Socken ausgenommen - wobei ich auch meine HSV-Socken peinlich genau nach Ergebnissen getrennt wusch)

Die zerschlissene Kapuzenjacke mit der Raute blieb in Hamburg, die alten Stadionschuhe mit der gebrochenen Sohle werde ich heute nicht tragen. Mein Tuch werde ich wohl mitnehmen - aber nur, weil es seit meinem ersten Heimspiel mit mir bei allen Spielen war.

Ich trage zwar Trikot, aber nicht das, das ich die vergangenen Jahre immer trug. Sondern ein Auswärtstrikot von einer der letzten Saisons.

Denn das wichtigste ist im Stadion doch ohnehin, daß ich die Raute im Herzen trage - und die hab ich immer dabei. Im Optimalfall trage ich dazu nach Abpfiff noch ein Lächeln im Gesicht. Dann sind die andern Klamotten eh egal.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

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18. Aug. 2014

Da ist sie also, die neue Saison… als einer der letzten hat der HSV die vergangene Saison beendet. Da ist es wohl nur fair, daß der HSV auch als einer der letzten in die neue Spielzeit startet.

Anders als in den vergangenen Jahren werde ich heute nicht zum ersten Pflichtspiel im Stadion sein. Eigentlich hatte ich mich, so absurd das klingt, darauf gefreut. Ich wäre gerne nach Cottbus gefahren, und hätte die Tradition des ersten Pflichtspiels aufrecht erhalten. Die Ansetzung auf Montagabend machte es dann allerdings unmöglich.

Ich habe in den letzten Tagen sehr viel über den HSV diskutiert. Was hat die letzte Saison mit uns gemacht? Was die Ausgliederung? Hat sich für mich als Fan auch emotional etwas geändert?

Lange Zeit konnte ich diese Frage nicht wirklich beantworten. Auch ich war sauer, enttäuscht, und wußte nicht, wie es für mich weitergeht. Doch letztlich wurde mir klar: der HSV ist mein Verein, egal welche Rechtsform er hat. Natürlich bin auch ich nicht begeistert, vor allem von bestimmten Personen, aber das ändert nichts an meiner Liebe zu den Rothosen.

Auch die sportliche Krise war extrem anstrengend. Nach der vergangenen Saison war ich einfach nur leer. Ich habe in der Schlußphase des Abstiegskampfes schlecht geschlafen, ja, noch schlechter als sonst, und war erst einmal froh, nicht mehr zum Fußball zu ‘müssen’.

Immer wieder fragte ich mich während der Sommerpause, ob ich etwas vermisse. Ehrlich gesagt war die Antwort jedes mal: nein. Es gab auch so genug zu tun. Und wenn es nur war, die fußballfreien Wochenenden zu genießen.

Je näher die neue Saison rückte, desto häufiger stellte ich mir die Frage, ob ich mich freue. Es ist wie immer: ich möchte dem Trainer, der Mannschaft und dem Verein eine neue Chance geben.

Die Erinnerung an die vergangene Saison und all die Kraft, die sie mich als Fan gekostet hat, ist allerdings noch sehr präsent. Und irgendwo im Hinterkopf schwingt ein ‘Bitte nicht noch mal!’ mit. Deshalb vermisse ich das große FUCKYEAHFUSSBALL-Gefühl momentan noch.

Dennoch habe ich inzwischen festgestellt, daß das Kribbeln noch da ist. Oder wieder. Da ist nämlich immer noch dieses Zucken im Zeigefinger, wenn jemand auf Twitter oder Facebook Steher für ein Auswärtsspiel übrig hat…

Und auch, wenn beim HSV vieles anders, und nicht alles besser ist - auch bei mir hat sich in der Sommerpause ja manches geändert. Und ich freue mich zum Beispiel darauf, endlich 17 “echte” Heimspiele in der Liga zu haben. Der Rest wird spätestens kommen, wenn ich das erste Mal wieder in den Block komme und die Mannschaft auf dem Rasen sehe.

In diesem Sinne:
Auf eine entspanntere Saison! Wir sehen uns in Köln.

Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

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14. Jul. 2014

So. Es war lange still hier, aus unterschiedlichen Gründen.

Natürlich hat der HSV und die letzte Saison auch mich viel Kraft gekostet. Ich habe darüber hinaus aber in den vergangenen Monaten parallel zum Abstiegskampf auch mein komplettes Leben über den Haufen geworfen. Ich habe meinen Job und meine Wohnung gekündigt und bin nach Hamburg gezogen.

Hamburg, endlich.
Endlich echte Heimspiele, endlich Freunde, endlich (und das ist das wichtigste!) nicht mehr pendeln.

Aber eben auch: zehn Jahre Berlin in Kisten packen, Wohnung in Hamburg suchen, umziehen.

Seit 20.6. wohne ich jetzt in Hamburg, es ist immer noch nicht alles ausgepackt und immer noch viel zu tun.
Ich habe immer noch keinen Festnetzanschluß und werde fast wahnsinnig darüber. Aber… Hamburg. Das wiegt vieles auf.

Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja bald auch wieder, regelmäßig zu bloggen.

Moin Hamburg

25. Feb. 2014

Normalerweise freue ich mich jedes Mal auf den Anblick der Arena. Auf die HSV-Fahnen, die stolz im Wind flattern. Auf Uwes Fuß. Auf den Gang ins Wohnzimmer, das Spiel, das Drumherum. Fußballtage sind Feiertage.

Dieses Mal war alles anders. In der S-Bahn war mir schlecht, weil ich wußte, was mich erwartet. Die Fahnen auf Halbmast, Uwes Fuß umringt von Blumen, Kerzen und letzten Grüßen. Das erste Spiel ohne Hermann. Hermann Rieger, Ex-Physiotherapeut, Namensgeber des Dinos, HSV-Ikone.

Hermann, den ich so oft in der Kurve gesehen hatte, der mir bei meinen europäischen Auswärtsspielen fast immer begegnet war. Hermann, der immer gut gelaunt war, alle Burschi nannte, immer lächelnd und zuversichtlich den Daumen in die Höhe reckte - egal, wie krank er eigentlich war.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Nicht-HSVer verstehen können. Da ich Uwe Seeler und Kevin Keegan nie habe spielen sehen, war Hermann für mich der Inbegriff des HSV. Die Konstante, die all die Jahre da war. Die personifizierte Raute.

Und ich weiß, daß ich damit bei weitem nicht die Einzige bin. Am Mittwoch, einen Tag nach seinem Tod, gab es einen spontanen Trauermarsch. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde bis morgens um vier eine Abschieds-Choreo vorbereitet.

Beim Basteln mußte ich aus organisatorischen Gründen leider passen, beim Aufbau am nächsten Morgen war ich dabei. Es wurde eine Blockfahne in Position gebracht, die Spruchbänder vorbereitet und Tausende schwarze Pappen gefaltet und verteilt.

Dann folgte der schlimmste Teil des Tages: das Spiel. Und ja, ich weiß, wie das aus der Sicht derer, die das Ergebnis kennen, klingt.

Ich habe schon häufig ein Tränchen im Stadion verdrückt und mache daraus auch keinen Hehl. Aber selbst Jaros Abschied, der mir wirklich zugesetzt hat, war ein Lachkrampf gegen das, was vorm Anpfiff kam.

Bei der Mannschaftsaufstellung rief Loddo bei jedem Spieler die Trikotnummer und HERMANN. Das Stadion antwortete mit RIEGER. Also der Teil, der vor lauter Kloß im Hals noch was rausbrachte. Klappte bei mir nicht bei allen Spielern.

Die Choreo war beeindruckend und ergreifend. Eine wunderbare Geste, um an einen tollen Menschen zu erinnern.


Danke für alles und Servus, Burschi. Wir werden Dich nie vergessen!
Danke an @HeideJensinger für das Foto!

All das überstrahlte, was auf dem Platz und am Rande des Platzes passierte. Das erste Spiel von Mirko Slomka als Trainer des HSV, das Comeback von Rajkovic, der von Fink einst verbannt wurde und danach nie wieder zurück in die erste Elf fand.

Und ja, irgendwie überstrahlte es auch das erste Spiel des HSV seit langem, in dem er Fußball spielte. Präzisen Fußball, in dem einfach mal alles klappte. In dem keiner nachließ. In dem alle gemeinsam an einem Strang zogen.

Nach den krassen Patzern gegen Braunschweig flog Adler wieder wie früher und hielt und hielt und hielt. Jiracek, der so lange nicht auf dem Platz gestanden hatte, machte ein Tor der Art, wie es sonst der HSV in den letzten Spielen reihenweise kassierte - es hätte eigentlich nicht fallen dürfen. Lasogga hat zwei Dortmunder neben sich und flankt trotzdem, Jiracek hat zwei Dortmunder neben sich und köpft (!) trotzdem den Ball ins Tor. Und natürlich Schallanollu, der einfach mal aus 41 Metern einen Freistoß ins Tor zimmert. BÄMM!

Trotz Platz 17, trotz Niederlagenserie, Trainerwechsel und Querelen, trotz dem hauchdünnen Ein-Punkte-Vorsprung auf Platz 18: Ich hatte zu keiner Sekunde Angst, daß das Spiel verloren geht. Im Gegenteil - ich war, was das betraf, von Anfang an die Ruhe selbst.

Der Heimsieg, das Dreinull gegen Dortmund - es tat wahnsinnig gut, keine Frage. Und doch war es ein bittersüßer Sieg.

Wie sagte Jojo nach dem Spiel so schön zu mir? “Eigentlich wollte ich heute ein Spiel des HSV sehen, aber die waren irgendwie nicht da….”
Ich weiß nicht, wer da unsere Trikots trug. Aber sie standen ihnen verdammt gut. Vielleicht haben sich ja nach dem DFB-Pokal gegen Bayern auch Thiago & Co. im Kabinentrakt verlaufen - und dann beschlossen, Dortmund noch ein wenig auf Abstand zu halten.

Vielleicht saß aber auch einfach Hermann neben dem Fußballgott und hat ihm auf die Finger gehauen.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

6. Feb. 2014

Am Sonntag war Murmeltiertag. Ihr wisst schon, dieser Tag aus “Und täglich grüßt das Murmeltier”, an dem sie ein kleines, unschuldiges Nagetier aus dem Winterschlaf reißen, um zu gucken, ob es seinen Schatten sieht. Entschuldigung, aber… GEBT DEM VIEH DOCH ERST MAL KAFFEE, DAMIT ES DIE AUGEN AUF KRIEGT!

Äh. Verzeihung. Ich schweife ab.

Manchmal habe ich jedenfalls das Gefühl, daß wir HSV-Fans auch in einer Zeitschleife festhängen, wie Bill Murray im Film. Da, wo wir jetzt stehen, standen wir doch schonmal. Also… mehrfach. Regelmäßig, um genau zu sein.
Die Mannschaft macht dumme Fehler und verliert mehrere Spiele in Folge, in der Tabelle geht’s steil nach unten, die Medien hauen drauf, die Fans brechen entweder in Panik und Tränen aus, oder wenden sich ab. Uns Uwe macht sich Sorgen, Beckenbauer auch - und irgendwann fliegt der Trainer und es geht doch noch alles gut.

Man könnte fast sagen, Uns Uwe ist unser Mumeltier. Er kommt verschlafen aus seinem Bau, guckt irgendwo in die Kamera und macht sich Sorgen. Manchmal ist es der Schatten der Bayern, der übermächtig auf dem HSV liegt, manchmal ist es der Schatten des fehlenden Geldes, aktuell halt… na ja, Ihr kennt die Tabelle. Aber Winter bleibt es quasi ohnehin immer - nicht nur die nächsten sechs Wochen. Da hat’s das Murmeltier in den Staaten irgendwie besser.

Am Samstag in Sinsheim war’s natürlich besonders schattig. Und damit meine ich jetzt nicht die Temperaturen, sondern die Spielweise des HSV.

Ein bekannter italienischer Trainer würde sagen: HSV habe gespielt wie Flasche leer! Und klar, ein Pfandautomat wäre die Lösung für unsere überzähligen Spieler, die wir anders nicht los werden… aber auf so einer Flasche sind ja nur maximal 25 Cent, das füllt die leeren Kassen auch nicht.

Jedenfalls war da von “Gras fressen” leider wenig zu sehen, im Gegenteil, der HSV war lammfromm. Nicht mal den Rasen haben wir ihnen kaputt getreten! (Ähnlichkeiten zu ehemaligen Sinsheimer Torhütern sind rein zufällig und nicht beabsichtigt!)

Und damit das endlich aufhört, wird jetzt das komplette Team ausgetauscht. Und der Trainer dazu. Damit das heimlich und unbeobachtet noch vor dem Hertha-Spiel über die Bühne gehen konnte, wurde als Ablenkungsmanöver der Vertrag von Tah im Internet verbreitet und der von Cal Schal Hakan vorzeitig verlängert.

Ich möchte aber nicht, daß Ihr am Samstag beim Warmmachen hintenüber kippt, deshalb heute, exklusiv nur hier: Der Hamburger Sennen-Verein. Damit endlich mal wieder Gras gefressen wird - und zwar roh!


Trainer: Thomas Schaaf
Auf der Ersatzbank: Timo Ochs, Tobias Feisthammel, Keith Cowan, Makoto Hasebe, Tom Trybull, Patrick Ebert, Elroy Lammers

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

4. Feb. 2014

Neues Jahr, neuer Versuch. Vielleicht schaffe ich es ja 2014 ansatzweise regelmäßig, hier sowas ähnliches wie Tagebuch zu bloggen. Bei anderen lese ich das nämlich sehr gerne.

Gelesen: Seit ich den E-Reader habe, lese ich wieder etwas mehr. Aktuell “Doctor Sleep” von Stephen King, vorher habe ich “Mad About The Boy” von Helen Fielding (fertig) gelesen. Hmmm. Ich mochte Bridget Jones ja immer sehr, ich sah da gewisse chaotische Parallelen… Aber der Sprung, den die Figur seit dem ersten und zweiten Teil gemacht hat, war mir dann doch etwas ZU groß. Und zu krass, ehrlich gesagt.

Gegessen: Endlich mal wieder neue Dinge probiert: Fenchel (Hatte ich noch nicht bewusst gegessen, bzw es war einfach zu lange her) und Mairübchen. Beides für gut befunden, das gibt’s jetzt gerne öfter.

Und dieses Neun-Gänge-Menü für 20 Personen, zu dem ich im Januar eingeladen war, das hat mich schon schwer und nachhaltig beeindruckt.

Gemacht: Festgestellt, daß ich zu wenig trinke. Also Wasser und sowas, vor allem im Büro. Deshalb achte ich jetzt seit letzter Woche Dienstag (Montag hatte ich frei) extrem drauf und rechne mit. Im Büro trinke ich jetzt vor allem Tee, Tee, Tee. Und Wasser. Und natürlich Kaffee. Und abends nochmal Tee, aus einer 0,6-Liter-Tasse. Das gibt ein Stück… am Donnerstag hatte ich abends 4,4 Liter auf der Uhr. Das hätte ich vorher nie für möglich gehalten.

Endlich mal wieder beim Friseur gewesen. Nicht zugequatscht worden, kein Verkaufsgespräch abwehren müssen, nicht auf graue oder kaputte Haare angesprochen worden… und dann auch noch zufrieden mit dem Schnitt. Da gehe ich jetzt öfter hin!

Gefreut: Mein Quiz war im Fernsehen!!! Zu verdanken habe ich das dem wunderbaren @Kirscheplotzer.

Geguckt: Ganz viel Trash natürlich… schließlich ist Januar! Und irgendwer muß Sendungen wie Dschungelcamp und Bachelor ja gucken. Da Ihr nicht wollt, opfere ich mich halt.

Gereist: Nach Hamburg natürlich. Rückrundenauftakt. Ich hatte es mir anders vorgestellt…

Gefroren: Scheiß die Wand an… JA! Wie ein Schneider. Obwohl ich gegen Schalke den halben Kleiderschrank anhatte… half alles nix.

Gelacht: Unter anderem über diesen Dialog:
Och, ich probier’ mal diesen Sandorn-Tee. - Sanddorn. - Sandorn. - Hier, guck, die Packung. Zwei D. Sanddorn. - Nee, Sandorn. Das zweite D ist stumm. (Ja, ich gebe ungern zu, daß ich im Unrecht bin. Merkt man das etwa?)

31. Jan. 2014

So ein Leben als HSV-Fan ist ja ein wenig wie das Leben als Teilnehmer im Dschungelcamp. Gut, Kandidat bei “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” war ich zwar noch nie - aber man weiß ja in etwa, was einen da so erwartet. Außer, man ist Insasse - dann glaubt man offenbar vorm Abflug ernsthaft, das werde in Köln in einem Studio gedreht und nachts schlafe man im Himmelbett eines Luxushotels. Aber #ibes ist nun mal kein Ibis… (Ja, ich gebe zu, das tat ein wenig weh.)

Jedes Wochenende lädt die DFL zur Ekelprüfung. Nein, damit meine ich jetzt nichtmal unliebsame Gegner… sondern eher das, was das Team meines Herzens auf dem Rasen abliefert. Denn, seien wir ehrlich: schön ist das derzeit nicht. Manchmal möchte ich schon rufen “Ich bin ein HSV-Fan, holt mich hier raus!” - aber dann wäre das Spiel für mich vorbei, das ist ja auch keine Lösung.

Denn da kämpfen Woche für Woche elf Mann mehr oder weniger enthusiastisch um den Sieg - und die Punkte, die das Überleben in der Liga sichern. Anders als im Dschungelcamp gibt’s nämlich in der Bundesliga keine Grundration à la Reis und Bohnen… Im Gegenteil! Auch vermeintlich sichere drei Punkte müssen erst mal erkämpft werden. Das klappt dann leider auch nicht immer…

Gut, wir Fans rufen nicht an, um über die Mannschaftsaufstellung abzustimmen, das macht immer noch der Trainer selbst. So blöd fände ich die Idee allerdings gar nicht - man müsste ja nur die 01805 29091887 (18,87 Euro/Anruf) schalten und schwupps… wäre vielleicht nicht das Loch in der Abwehr, aber immerhin das in der Vereinskasse gestopft.

Manchmal erinnert sogar der Kader an ein durchschnittliches Teilnehmerfeld des Dschungelcamps: Da finden sich dann große Namen, die ihre besten Zeiten längst hinter sich haben, und Leute, von denen noch niemals jemand gehört hat. Eigentlich fehlt nur noch das Lagerfeuer, um das sich alle scharen. Wobei… Im eigenen Strafraum brennt’s ja leider auch oft lichterloh.

Doch nochmal zurück zu den Ekelprüfungen… Die Dschungel-Gucker unter Euch wissen, es gibt nicht nur die. Manchmal geht’s auch um Geschick, dann muß man zumeist irgendwo balancieren - zum Beispiel am Abgrund zur Abstiegszone. Das macht der HSV seit vielen Jahren recht erfolgreich. Hoffen wir, daß er dabei nie das Gleichgewicht verliert!
Oder es geht darum, sich zusammen zu reißen und sich zu überwinden - zu Dingen, die man sonst vielleicht nicht täte. Also auch mal nem verlorenen Ball hinterher zu rennen, beispielsweise.

Morgen wartet jetzt aber erst mal die nächste Ekelprüfung im Kraichgau: Gras fressen, am besten viel. Und mit möglichst vielen Sternen, äh, Punkten, nach Hause kommen.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

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