Da is’ das Ding!

 

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1. Sep. 2012

Geschichte wiederholt sich, sagen die einen.
Zerbrochene Beziehungen kann man nicht kitten, sagen die anderen.

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Und da fängt auch die Geschichte des zweiten van der Vaart-Gastspiels in Hamburg an.

Gestern, kurz vor dem Ende der Transferperiode, die Überraschung: Van der Vaart kehrt zurück zum HSV.
Ganz Hamburg ist außer sich vor Freude. Ganz Hamburg? Neiiiin! Ein von einer unbeugsamen Bloggerin besetztes Stückchen Internet hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten…

Denn während man mir sonst oft vorwirft, ich sei eine hoffnungslose Fußball-Romantikerin, will ich hier irgendwie nicht in die Jubelarien einstimmen. Ich bin skeptisch und hoffe, daß das gut geht.

Als ich gestern Bedenken äußerte, wurde mir immer überrascht mit einer Suggestivfrage geantwortet. “Wieso, der ist doch gut?”, “Warum denn – nur, weil damals die Rückholaktion von Ali Albertz nichts brachte?” und “Waaas? Etwa immer noch wegen dem Valencia-Trikot?” waren nur drei der gehörten Varianten.

Ja und nein, möchte ich antworten – und doch ist es viel mehr als nur das.

Lassen wir doch einfach zum Start van der Vaart selbst zu Wort kommen.

Ich verspreche den Fans eine geile Saison. (…) Ich werde mich für die Raute zerreißen, bin mit Kopf und Herz dabei.

Rafael van der Vaart im Juli 2007

Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.

Rafael van der Vaart im August 2007

Es fühlt sich ein bisschen so an, wie nach Hause zu kommen.

Rafael van der Vaart im August 2012

Dazu kommen Eskarpaden wie das Foto mit dem Valencia-Trikot und die “Verhoben!”-Aktion.

Ganz ehrlich: Da bin ich Elefant, da vergesse ich nicht.

Dennoch: Natürlich hatte van der Vaart eine klasse Zeit beim HSV. Er sagte gestern bei seiner Vorstellung, er hatte hier seine beste Zeit – was vielleicht auch daran liegt, daß er sich bei Tottenham und Real eben gegen echte Stars durchsetzen mußte. Bei uns nur gegen Trochowski und Arslan.

Natürlich habe ich die Spiele nicht vergessen. Die Tore. Die Euphorie.

Aber: Ich habe auch nicht vergessen, wie oft er verletzt war. Und wie dann die komplette Mannschaft auseinanderbröckelte, weil sie sich plötzlich nicht mehr hinter ihm verstecken konnte.

Und es war damals ja auch nicht NUR van der Vaart. Es waren ja auch Olic, van Buyten, Kompany & Co.
Ich hätte halt zum jetzigen Zeitpunkt gerne keinen Star für die Mannschaft gekauft, sondern eine Mannschaft aufgebaut, die der Star ist.

Es ist ja auch nicht so, daß der HSV nur ein bißchen von seiner vorgegebenen Linie “Umbruch! Sparen!” abgerückt ist – meiner Meinung nach wurde mit der Verpflichtung van der Vaarts die gesamten letzten Monate über den Haufen geworfen.

Man hat Petric gehen lassen (Und damit meine ich jetzt kein romantisches MEIN MLADEN, sondern eher den Stürmer, der uns weiter doch gut zu Gesicht stünde), weil er zu viel verdiente – und holt jetzt van der Vaart, der nicht nur viel verdient, sondern auch nen großen Brocken Ablöse kostet.

Andererseits passt das natürlich in die Linie, Westermann über Monate hinweg im Mittelfeld stark zu reden – und ihn jetzt, nach der Verpflichtung von Badelj und Jiracek, doch wieder in die Innenverteidigung zu ziehen.

Vielleicht ist die Linie, die der HSV verfolgt, derzeit ja eine Schlangenlinie…?

Aber zurück zu van der Vaart.

Auch über die Art der Finanzierung habe ich nachgedacht. Ein Milliardär, der Fan des HSV und von van der Vaart ist, und vor einigen Wochen noch eine etwas tollkühne Pressemitteilung zu dem Thema auf den Markt geworfen hat, gibt dem HSV jetzt ein günstiges Darlehen, um den Transfer finanzieren zu können. Außerdem gibt er die Anteile an sechs Spielern zurück, erhält aber im Falle eines vdV-Transfers einen Teil des Erlöses.

Meine Bedenken dabei: Wir werfen Hoffenheim vor, sich von einem Milliardär, der Geld in den Verein pumpt, Dinge diktieren zu lassen. Aber machen wir es denn hier so anders? Sind wir jetzt nicht auch ein bißchen Hoffenheim? Hätte der HSV wirklich so lange und intensiv um van der Vaart gebuhlt, wenn nicht von außen immer wieder entsprechende Impulse gekommen wären?

Und was bedeutet die Verpflichtung für Spieler wie Arslan oder Çalhano?lu? Werden sie in seinem Schatten reifen können und zum Einsatz kommen, wenn er gesperrt oder verletzt ist – oder verdrängt er sie völlig und sie verlassen uns, wie so viele Jungspieler vor ihnen, vorzeitig und gefrustet?

Wird diese Rückholaktion eine von Erfolg gekrönte – oder reiht sie sich eher ein in die unglücklichen Comebacks von Doll, Albertz oder jüngst Podolski in Köln?

Bei seiner Vorstellung sprach van der Vaart auch davon, daß das Vertrauen zurück kommen muß.

Da bin ich ganz bei ihm: Er muß sich mein Vertrauen erst wieder erarbeiten. Diese Chance wird er selbstverständlich bekommen. Ich pfeife ja eh keine eigenen Spieler aus, werde aber hier auch nicht in die allgemeine Hysterie einstimmen.

Ich bin einfach gespannt, und hoffe, er bringt uns tatsächlich weiter. Er sprach ja selbst gleich erst mal von Europa League… und noch bevor seine Verpflichtung offiziell war, passte der erste Wettanbieter die Quoten für HSV-Abstieg und HSV-Meisterschaft an.

Während wir letztes Wochenende schon nach einem Spiel abgestiegen waren und die ersten Fans die Route nach Sandhausen ausgedruckt haben, erwarte ich nachher in Bremen vorm Anpfiff die vorzeitige Übergabe der Meisterschale. Hat eigentlich mal jemand geguckt, ob die ersten schon feiernd vorm Rathaus stehen…?

In diesem Sinne:
Willkommen zurück, Rafa.
Nur der HSV!

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