Da is’ das Ding!

 

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25. Okt. 2011

“Hoide nicht, Felix!” stand auf dem T-Shirt, das Loddo unter der Winterjacke trug. Ja, Kinners, Winterjacke. Es ist langsam wieder so weit. Und es dauert vermutlich auch nicht mehr lang, bis die Strumpfhosen-unter-der-Stadionjeans-Zeit beginnt… und man sich über jedes “Hüpfe, Hamburg, hüpf, olé olé” freut, weil Bewegung eben auch irgendwie warm macht…

Irgendwie absurd, beim letzten Heimspiel hab ich noch nen halben Verknallungsanfall bekommen vor lauter warm – und diesmal war’s dann doch recht kühl, trotz dickerer Jacke.

Vorm Anpfiff wurde mir zum ersten Mal warm ums Herz: Statt der übrigen CD mit Disco-Chartmukke-Dingelingeling spielte der Herr am Stadion-CD-Player “Mein Hamburg lieb’ ich sehr” – und der ganze Block sang mit. HACH!! Da werden bei mir immer Erinnerungen an Glasgow wach. DAS war ne tolle Tour!!
Lieber Stadion-DJ: Bitte beibehalten!

Finks Einstand war mehr so lala – nach weniger als zwei Minuten eine Reihe von Fehlern und zackbumm – nulleins.
Erst verliert Aogo blöd den Ball, dann läßt er flanken, wo er nicht dürfte – und dann schaut Rajkovic dem Ball hinterher, wie er im Tor landet. Da schien das “Hoide nicht, Felix!” auf Loddos Shirt plötzlich ziemlich unangebracht.

Aber fußballabergläubisch, wie ich nun mal so bin, war ich fast geneigt, das frühe Gegentor als Zeichen vom Fußballgott zu deuten. Dahingehend, daß alles gut wird.
Denn wäre das Spiel letztlich dreieins für den HSV ausgegangen, es wäre das genaue Spiegelbild meines allerersten HSV- und Thorsten-Fink-Spiels gewesen.

Und genau daran dachte ich nochmal, als nach einer genialen Kombination Petric die Möglichkeit zum Ausgleich hatte – nur blöderweise lasch auf den Torwart schoss. Schade. Ich hätte gerne gesehen, daß sich Fußballgeschichte wiederholt.

Dem HSV gelang dann in der zwoten Halbzeit das verdiente einseins – natürlich in Person von Mladen Petric. Ich, die bei Toren ja gerne mal im falschen Moment in die falsche Richtung guckt, sah das Ding diesmal fast wie in Zeitlupe – und hatte sogar noch Zeit, vor dem Abschluß sowas wie “Oh Gott, BITTE!!” zu rufen. (Immerhin hab ich nicht Schnucki gesagt!)

Die halb befürchtete (gibt gelb), halb erhoffte (is schon ganz nett anzusehen) Jubel-Peepshow blieb allerdings aus. Dafür bekamen die Medien Fotos, wie Fink Arnesen jubelnd auf den Rücken sprang.

Überhaupt, Fink. Er wirkte abends im Sportstudio-Interview sehr sympathisch. Ich will ja nicht schon wieder voreilig Trainer ins Herz schließen, aber das könnte schon was werden, mit ihm und mir.

Auch (und vielleicht sogar genau wegen) dieser Perle, die das ZDF aus dem Giftschrank kramte: Thorsten Fink 1990, zu seiner Zeit bei Wattenscheid, in, äh… “interessanter” Klamotte bei Jauch im Sportstudio. Gnihihi.

Aber zurück ins Jahr 2011: Fink scheint zu wissen, was er will, er scheint eine Vision zu haben, wie er Fußball spielen lassen will. Das ist etwas, was mir bei Oenning immer fehlte (Vielleicht tue ich ihm da aber auch Unrecht).

Das Spiel des HSV war recht ansehnlich, Töre gefiel mir wie immer gut. Lam kam für meinen Geschmack zu spät ins Spiel, den hätte man früher bringen können, um nochmal Druck nach vorne zu machen.
Das Zwoeins wäre drin gewesen. Und meiner Meinung nach auch verdient. Der HSV hatte 20:7 Torchancen, gewann mehr Zweikämpfe und hatte mehr Ballbesitz – so ein Spiel kann, nein, MUSS, man dann vielleicht auch einfach mal gewinnen.

Was ich allerdings nicht verstehe:
Daß vier Trainer Drobny die weiten, hohen Abstöße mittenrein, die fast nie ankommen, noch nicht abgewöhnt haben. Mich machen die Dinger irre. Zumal Drobny damit auch gerne wartet, bis wirklich jeder Gegner wieder auf seine Position gelaufen ist, damit man auch ja nicht schnell einen Angriff ausführen kann. Grrrr.

Zumal ich mir denke (Wir erinnern uns, ich bin ne Frau und hab von dem ganzen Krempel keine Ahnung): Diese langen, hohen Bälle machen doch noch weniger Sinn, wenn wir (Wie im Sportstudio so herrlich anschaulich in der 3-D-Analyse erklärt, daß sogar ich es verstanden habe) mit einem hängenden Sechser, der aus der Mitte der Innenverteidigung das Spiel aufbauen soll, spielen?

Und wieso Jansen, der mir eh nicht sonderlich gefiel, gegen Ende vorm Strafraum zwei Mann vor sich hat und die lieber anschießt, als den außen freistehenden Aogo anzuspielen, der prima hätte in die Mitte vors Tor flanken können…. Seufz.

Egal. Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt. Und da zeitgleich Bayern in Hannover verloren hat, ist uns die Tabellenspitze sogar einen Schritt nähergekommen. Und Letzter sind wir auch nicht mehr. Ha!

Heute Abend ist aber erst mal DFB-Pokal, in Trier. Mein alter Stadion-Kumpel B. ist vor Ort – der hat uns ja schon in Freiburg Glück gebracht.

Abschließend hätte ich mal gerne noch ein Problem – und Eure Hilfe dafür. Denn Sonnabend, als ich auf dem Weg zum Stadion bei “meinem” Schanzenbäcker einlief, gab es keine Glücksfranzbrötchen mehr. Nur noch Kürbis und Rosinen – und sorry, das ging ja mal GAR nicht.
Weil ein Hamburgbesuch ohne Franzbrötchen aber kein Hamburgbesuch ist, holte ich mir im Hauptbahnhof bei “Franz&Friends” ein Hungerfranzbrötchen. Gegessen wurde das aber auch traditionell in der Halbzeitpause.

Nur… Was jetzt?! Esse ich beim nächsten Stadionbesuch ein Glücksfranz vom Schanzenbäcker? Ein Hungerfranz von Franz&Friends? Ist jetzt ein Hungerfranz ein Glücksfranz? Oder esse ich etwa gar kein Franz mehr? (Noooaaaiiin!)
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Ich finde, das ist eine so wichtige Frage, die müssen wir demokratisch lösen.
In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

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