Da is’ das Ding!

 

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28. Nov. 2012

Am Freitag, als der Herr Nedfuller (verständlicherweise!) völlig genervt nach dem Düsseldorf-Spiel auf die Mannschaft schimpfte, Beister und Son “nie wieder sehen” wollte und sogar das böse A-Wort in den Mund nahm, da tat ich das, was ich immer tue: Ich glaubte an den HSV. O-Ton: “Ja, es war eine Katastrophe. Aber es war doch nur EIN Spiel – am Dienstag hauen wir Schalke weg und dann sind wir wieder im Soll!”

Ich sollte Lotto spielen, Toto, Rennquintett, irgendwas. Aber Ihr wißt ja, der Aberglaube.

Dienstagabend, 20 Uhr, Schalke in Hamburg – das ist zwar eine tolle Partie, aber für Heimauswärtsfahrer auch denkbar blöd terminiert. Wenn ich Frühschicht habe und vom Büro direkt nach Hamburg fahre, kommt mein ICE laut Fahrplan um 19.56 Uhr in Hamburg an. Das klappt nicht ganz. Und “nur” für das Spiel freinehmen, in Hamburg pennen und morgens vor der Arbeit wieder zurück… Puh. Geht, klar, unzählige Male gemacht. Aber auch anstrengend und ich werde ja nicht jünger, der Urlaub nicht mehr, und überhaupt.
Ich wußte ja, was mir entgeht. Weil ich tatsächlich, wie gegen Dortmund auch, keine Sekunde am Sieg gezweifelt habe.

Aber vor den Sieg hatte der Fußballgott den Stimmungsboykott gesetzt. Heute begann die Kampagne “12:12″ – in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden der nächsten Spiele wird geschwiegen – im Zuge der “Keine Stimme, keine Stimmung”-Aktion gegen das DFL-Sicherheitspapier, das am 12.12. verabschiedet werden soll.

Vorm Anpfiff: Laut wie immer. Hamburg, meine Perle. Wo ist im Hamburg der Norden. HSV forever and ever. Ihr kennt das.

Und dann, Anpfiff – Totenstille. So muß sich ein Geisterspiel anhören. Fußball ohne Stimmung ist irgendwie… Fußball ohne Stimmung.
Gegenüber in der O2 World spielten parallel die Toten Hosen – in der Arena, in der der HSV spielte, war zunächst tote Hose. Zumindest auf den Rängen.

Auf dem Rasen dagegen: Ein völlig anderer HSV als zuletzt in Düsseldorf. Zum einen von der Aufstellung her: van der Vaart verletzt, Son verletzt, Rincon angeschlagen. Aogo nicht links hinten, sondern auf der linken Seite im Mittelfeld. Der HSV seit längerer Zeit mal wieder nicht nur mit Raute aufm Trikot, sondern auch aufm Platz. Skjelbred in der Startelf.

Und was soll ich sagen? Das sah verdammt gut aus! In den ersten zehn Minuten gleich zwei gute Chancen durch Aogo und Rudnevs.

Pünktlich in Spielminute 12:12 brandete Support auf – und weckte damit offenbar Schalke, denn die fanden dann plötzlich besser ins Spiel. Schalke wird also offenbar von einem Applausometer angetrieben. Oder brauchen unsre etwa Ruhe, um konzentriert spielen zu können? Ich werde das beobachten, 12:12 geht ja weiter.

Es ging mit Nullnull in die Halbzeit, ich wechselte (wie gegen Mainz übrigens!) einen Tee in meiner HSV-Tasse ein – und die komplette Journaille unkte schon wieder.
Man müsse dem HSV in der zweiten Halbzeit ja eigentlich gar kein Tor hinstellen, die würden das dann ja eh nimmer treffen, ohne van der Vaart schon gar nicht und BÄÄÄMM! Maxi Beister mit einem unfassbaren Strahl. Einsnull.

Und während ich noch so grenzdebil vor mich hingrinste und die Scooter-Tormelodie in meinem Kopf nachhallte – Ruuudiiii zum Zwonull. Was ist eigentlich das Gegenteil von “Glück auf”?

Plötzlich ist mir wieder klar, weshalb ich diesen Verein so liebe: Er ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt.

Kurz vorm Ende wurde es dann noch mal kurz spannend: Rincón macht die Ballerina, hat die Arme überm Kopf, der Ball knallt gegen – Elfmeter. Für mich einer dieser “WO SOLL ER DENN DIE AXT HERNEHMEN UM SICH MAL EBEN DIE HAND ABZUHACKEN?”-Elfmeter, aber hey, vermutlich bin ich deshalb kein Schiesdrichter geworden. Memo an Arnesen: Im Winter Spieler mit abschraubbaren Armen kaufen.

Adler hält den eigentlichen Elfmeter, aber leider den Ball nicht fest – der landet direkt vor Huntelaars Füßen – zwoeins.

In der Nachspielzeit dann ein Elfer für uns – und der erste Gedanke: Wer schießt den jetzt? Badelj – und das sicher. DREIEINS! Schlußpfiff! FUCKYEAHHEIMSIEG!
Und zwar schon der vierte diese Saison – das ist erschreckenderweise einer mehr als in der kompletten letzten.

Der HSV wechselt von “Oh Gott, sind wir schlecht!” zu “Oh Gott, sind wir gut!” in fünf Tagen. Hoffen wir, daß wir nicht wieder in einer Achterbahn sitzen, die auf den nächsten Abgrund zusteuern – sondern daß wir ausnahmsweise mal Tickets für den Hochseilgarten haben.

Jetzt weiß ich übrigens auch wieder, was Ihr immer mit dem “van der Vaart-Effekt” meintet: Daß der HSV ohne ihn besser spielt als mit. Können wir den noch irgendwie umtauschen..? ;-)

Beim nächsten Heimspiel bin ich dann auch endlichendlich wieder mit dabei. Auch, wenn die letzten zwei Heimsiege ohne mich stattfanden und ich langsam Angst habe, daß man mir inzwischen die Dauerkarte gesperrt hat.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

Oder, um es heute mal mit Scooter zu sagen:
ALWAYS HAMBURG!

27. Nov. 2012

Tja, so ist das, wenn man nicht aufpasst – dann hat man plötzlich zwei Spiele nicht verbloggt und das dritte steht vor der Tür. Mit anderen Worten: Waaaaaah, ich muß bloggen!

Zum Sieg gezittert (HSV – Mainz)

Woran man merkt, daß es Winter wird? Die ersten Profis fangen an, mit Handschuhen zu spielen… Da hofft man als Fan auf den Rängen dann, daß der HSV herzerwärmend spielt. Tut er leider nicht immer.

Ich mußte aus diversen Gründen auf das Spiel verzichten. Es war “nur” Mainz, das tut nicht ganz so weh, dachte ich… Aber wenn sich dann der Stadion-Freundeskreis auf Twitter zusammenfindet, während man selbst weit entfernt auf dem Sofa sitzt… doof. Auch Heimspiele am Fernseher sind mittlerweile ungewohnt und doof. Im Stadion habe ich doch immer noch das Gefühl, etwas beitragen zu können. Und wenn es nur meine Unterstützung ist.

Die HummelHummel nahm das Spiel und die Tatsache, daß sie durch meine Abwesenheit “sturmfrei” hatte, zum Anlaß, ohne mich ins Stadion zu gehen – zum ersten Mal. Pah! Womöglich hat sie hinter meinem Rücken auch noch Bier getrunken…

Aber, was soll ich sagen… Die HummelHummel summte den HSV zum Heimsieg. Es war nicht schön, eigentlich war es pure Willenskraft. Aber letzte Saison hätten wir genau solche Spiele noch verloren. Einsnull Son, nach Vorarbeit von Beister. Mehr muß dann auch nicht.

Alt(es) Bier und alte Leiden (F95 – HSV)

“Lasst uns ein Spiel spielen” stand am Freitag auf einem großen Banner am Gästeblock in Düsseldorf. Das Spiel ging allerdings gleich doppelt verloren.
Zum einen artete eine Pyro-Aktion im Gästeblock in einem Feuer aus, nicht nur der Spiel-spielen-Banner, sondern u.a. auch das darunter hängende Banner der CFHH verbrannten. Es gab mehrere leicht Verletzte – und einen großen Dummen: den HSV.

Diese Aktion wird verdammt teuer, sie war unfassbar dämlich – und sie ist Wasser auf die Mühlen aller Sicherheitspapier-Befürworter. Wieso man so etwas idiotisches auch noch direkt unter einem “Sicherheitspapier ablehnen”-Transparent machen muß… ich verstehe es nicht. Denn SO wird das wohl eher nichts und schadet uns allen. Ganz ab davon, daß man sich schön zum Gespött der restlichen Bundesliga gemacht hat – mit Pyro eigene Banner verbrennen ist schon für Fortgeschrittene.

Das andere Spiel, das verloren ging, war das auf dem Platz. Denn während am Spielfeldrand da Flammen loderten, wo sie keiner wollte, war auf dem Platz tote Hose. Zumindest beim HSV.

Man möchte das kaum Fußball nennen – und eigentlich auch gar nicht näher drüber nachdenken. Zwonull bei einem Aufsteiger verlieren, das ist schon ziemlich bitter.

Ist jetzt aber auch wurscht, in wenigen Minuten singt Loddo wieder “Hamburg, meine Perle” und es geht von vorne los. Leider schon wieder ohne mich. Aber das hat gegen Mainz ja auch geklappt.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

Die Zwischenüberschriften wurden erneut präsentiert von CrazyChemist. Irgendwann lasse ich ihn auch noch für mich bloggen, Ihr findet mich dann im Schatten in der Hängematte ;-)

16. Nov. 2012

Anfang der Woche zuckten viele HSV-Anhänger bei dieser Meldung zusammen: Die Bundesligauhr, die in der Nord-West-Ecke des Stadions die Bundesligazugehörigkeit des Vereins anzeigte, ist kaputt. Reparatur unmöglich.

Auch meine erste Reaktion war: Waaaaaaaaaaaaaaaaah! Was jetzt? Ist die Zeit des HSV in der Bundesliga abgelaufen? Oder ist damit jetzt doch die ewige Erstligazugehörigkeit gesichert? Darf man überhaupt rein theoretisch absteigen, wenn dabei keiner mitstoppt, nach welcher Ewigkeit es passiert?

Auch der HSV wußte nicht so ganz, wie man damit umgehen sollte – und ließ auf hsv.de abstimmen. Soll eine neue Uhr her oder der Platz künftig leer bleiben?

Schon vor Ende der Abstimmung gab es zahlreiche Hilfsangebote:
Eine kleine, organisierte Gruppe von HSV-Fans begann sofort nach der Hiobsbotschaft, alle Uhren in ihre Umfeld ebenfalls anzuhalten. Zunächst die am eigenen Arm und an der Wand, später auch die im Büro oder Kaufhaus. Einfach die komplette Zeit anhalten. Dann kann ja nichts passieren.

Fans aus dem Hamburger Problemvorort an der Weser wollten eine Sanduhr stiften. In Erinnerung daran, daß sämtliche Titel-Hoffnungen des HSV Jahr für Jahr versanden. Natürlich ein völlig indiskutabler Ansatz!

Der HSV selbst dachte Gerüchten zufolge darüber nach, die Stadionuhr durch einen sogenannten Kurzzeitmesser zu ersetzen. Der Wecker, der sonst meist in der Küche eingesetzt wird, läuft maximal eine Stunde, dann klingelt er. Die Verantwortlichen waren sich aber nicht sicher, ob es mit den DFL-Statuten vereinbar wäre, durch externe Weckeinrichtungen vorm Spielende die von Zeit zu Zeit etwas schläfrige HSV-Abwehr aufzuwecken.

Ein etwas ungewöhnlicher Ansatz kam von einer Hamburger Brauerei, die eng mit dem HSV verbunden ist: Sie bot an, eine sogenannte Alkoholuhr einzubauen. Normalerweise wird der Alkohol in der Uhr durch einen elektrischen Widerstand erhitzt – im Stadion hätte diese Uhr völlig ohne Stromzufuhr betrieben werden können: mit dem Widerstand der Fans. Die äußern sich schließlich ständig lautstark gegen irgendwas – den Gegner, den Vorstand, die Ticketpreise, die Kooperationspartner, den Stadionnamen. Kritiker befürchteten allerdings, daß Fans bei Sicherheitsspielen ohne Vollbierausschank die Uhr zerstören und sich den enthaltenen Alkohol einverleiben könnten.

Ein weiterer, unbeliebter aber immerhin umweltfreundlicher Vorschlag bestand darin, die neue Uhr mit einem Windrad zu speisen. Betrieben mit der heißen Luft, die manche Menschen aus dem HSV-Umfeld immer so von sich geben.

Selbst aus dem Schwarzwald erreichte den HSV ein Hilfsangebot: Man wollte eine spezielle Kuckucksuhr zu bauen, bei der sich vor dem Anpfiff und nach dem Abpfiff, zum Beginn der Halbzeit und nach HSV-Toren ein Türchen öffnet und Dino Herrmann an einer Feder herauskatapultiert wird, der, natürlich, nicht KUCKUCK! rufen sollte, sondern NUR DER HSV! Da die Stadionuhr aber direkt über einem Stehplatzblock hängt, schien hier das Verletzungsrisiko zu hoch.

Zuletzt wurde gar über eine Sonnenuhr nachgedacht – da so vielen HSV-Fans diese zu jeder Tages- und Nachtzeit aus dem Hintern scheint, egal wie düster es um den Verein steht.

Man darf gespannt sein, welche Uhr nun künftig im Stadion hängen wird. Ich wäre ja dafür, daß sie einen Gong bekommt. Damit die Gegner sofort wissen, daß ihr Stündchen geschlagen hat.

In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

12. Nov. 2012

Nach der Niederlage gegen Bayern letztes Wochenende gab Fink das Ziel für die nächsten drei Spiele vor: 7 Punkte sollen es gegen Freiburg, Mainz und Düsseldorf werden, also zwei Siege und ein Unentschieden.

Vor dem Spiel ein wenig Aufregung, Mancienne fiel grippebedingt aus, Paul Scharner rückte in die erste Elf. Es sollte sein Startelfdebüt werden, und ich freute mich sehr für ihn und war extrem gespannt, wie er sich präsentieren würde.

In der 10. Minute sah Scharner die erste gelbe Karte. In der 34. Minute dann die zweite. Gelb-rot, Unterzahl. Hmpf.

Bis zum Platzverweis gefiel mir Scharner eigentlich recht gut. Die Situation, die zur gelb-roten Karte führte, war blöd, klar, das hätte er anders lösen müssen.

Aber irgendwie verstehe ich ihn… In Freiburg, einer der Städte mit den meisten Sonnenstunden Deutschlands, schüttete es nämlich wie aus Eimern. Da wäre ich auch lieber schnell ins Trockene…!

Dennoch glaube ich, daß er sich selbst damit am meisten geschadet hat. Die Medien werden jetzt erst recht das Bild vom “(B)Ösi” zeichnen. Und er hat sich um die Chance gebracht, Fink im Spiel zu überzeugen – und landet beim nächsten Mal sehr wahrscheinlich wieder auf der Bank.

Nach dem Platzverweis ging Beister (wollte zwar, konnte aber nicht) runter, Bruma kam, um das Loch in der Innenverteidigung zu stopfen.
Doch eigentlich spielte der HSV dann sogar mit drei Innenverteidigern: van der Vaart half immer wieder hinten aus, sagte selbst, er habe noch nie so viel gegrätscht.

Bemerkenswert vor allem: die kämpferische Leistung der gesamten Mannschaft.

Allerdings: Während ich mich sonst oft fragte, ob der HSV die Abwehr in der Kabine vergessen hat, hatte ich diesmal streckenweise die Befürchtung, daß der ein oder andere den Kopf ausgeschaltet hat.
Damit meine ich nicht nur den Platzverweis – sondern auch, wie van der Vaart wenig später pöbelnd auf den Schiri zustürmt (gelb) und Adlers “Flügelschlag” in der Nachspielzeit gegen Kruse (zum Glück auch nur gelb).

Das sind Karten, die vermeidbar wären… und zum Glück ohne Folgen blieben.

Das Spiel endete Nullnull – und irgendwie fühle ich mich schuldig. Ich habe nämlich parallel zum Spiel Bagels gebacken. Und das ist ja quasi nix anderes als schmackhafte Nullen aus Teig…
Nächstes Mal mache ich dann Zwieback!

In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

5. Nov. 2012

Mein Hamburg lieb’ ich sehr
sind die Zeiten auch oft schwer,
weiß ich doch, hier gehör’ ich her!
(Abschlach, “Mein Hamburg lieb’ ich sehr”

Es gibt diese Momente im Leben eines Fußball-Fans, in denen einem wieder schlagartig klar wird, wieso man Wochenende für Wochenende opfert, im Sommer in der Kurve schwitzt, statt am See zu liegen, und im Winter im Block friert.
Wieso man hunderte Kilometer zum Fußball fährt, hunderte Euro in Tickets und Fahrten investiert, wenn man es doch auch alles ganz bequem zu Hause auf dem Sofa haben könnte. Da wäre das Bier billiger, das Klo immer frei und es würde einem auch keiner auf die Zehen hüpfen.

Meist sind diese Momente Momente des Triumphs. Wichtige Siege, Titelgewinne gar, traumhafte Tore. Magische Momente, die man nie vergessen wird.

Mein Hach-Moment am Sonnabend gegen Bayern war ein anderer. Der HSV lag 0:3 hinten, das Spiel war fast um, selbst meine unerschütterliche Hoffnung hatte einen Sprung. Es war kalt, die Klamotten waren klamm, der Regen vom Hinweg noch immer nicht ganz getrocknet. Eigentlich war alles doof.
Und dann stimmte jemand die magischen Zeilen an: “Ich hab’ nen harten Tag gehabt, und mußte noch mal raus…” Schals reckten sich in die Höhe, alle sangen mit.

Abschlachs “Mein Hamburg lieb’ ich sehr” war, da waren wir uns einig, das richtige Lied im richtigen Moment. Ich hatte Gänsehaut – und obschon alle nach ca. 80 Minuten Fußball angeschlagene Stimmen hatten, sangen wir laut im Chor.

In diesem Moment, da war plötzlich alles wieder gut. Alles egal. Hauptsache, HSV.

Zum ersten Mal sang ich das Lied übrigens in der Fremde, damals, im Europapokal in Glasgow.

Zurück nach Hamburg.
Samstag abend, Flutlicht, HSV – FCB. Klassiker, Nord-Süd-Derby, Ihr wisst schon.
Das Duell fand bereits zum 95. mal in der Bundesliga statt, gegen keinen anderen Gegner hat der HSV öfter verloren, gegen keinen anderen ein schlechteres Torverhältnis.

Und dennoch war da diese Serie… In den letzten 5 Spielen hatten die Bayern in Hamburg nicht gewinnen können, zweimal sogar verloren. Der letzte Sieg datierte vom November 2006.

Eine Serie, die wir wohl alle gern fortgeführt hätten. Eigentlich. Allerdings war leider gegen die Bayern diesmal kein Kraut gewachsen – selbst zu zwölft nicht. Denn der zwölfte Mann, also wir Fans, waren in Bestform. Die Stimmung im Block war toll, die Mannschaft wurde fast durchgängig nach vorne gesungen und geschrien.
Neben “Mein Hamburg” waren die Highlights hier sicherlich mein geliebtes Schal-Lied (“Hey, HSV…”) und die Tatsache, daß wir zum Schlußpfiff und danach noch so laut gesungen haben, daß wir die Gäste nicht feiern hören mußten.

Denn auf die Gäste hatten wir einen Hals – nicht etwa wegen des Spiels, des Ergebnisses oder ihrer Vereins-Wahl. Sondern weil die Schickeria gleich vier Fahnen des St. Adtteilvereins im Block schwang. (Mehr als Bayern-Fahnen, übrigens. Zumindest immer, als ich hinguckte.)
Daß es die Schickeria war, erzählten uns Fans aus dem Gästeblock nach dem Spiel. Und, ganz ehrlich: Das ist in meinen Augen einfach nur billige Provokation.

Aber zurück zum Spiel.
Der HSV mit einem anderen System, 4-3-3, kein echter Stürmer. Schon vorher fragte man sich, wohin man denn, so wir ihn hätten, mit dem Ball dann solle. Richtung Bank, wo Rudnevs sitzt? Vermutlich eher nicht… So gingen Flanken in die Mitte dann halt meist ins Leere.

In der Anfangsphase sah das alles noch ganz ordentlich aus, da war ich noch optimistisch. Daß kurz vor der Halbzeit das Nulleins fiel – nunja. Doof, aber noch verschmerzbar.
Nach dem Nullzwo aus einer eigentlich unmöglichen Position heraus fiel irgendwie alles auseinander. Es war dann nur noch ein kopfloses Anrennen. Meist auch nur ein kopfloses hinterher Rennen… Das Nulldrei verbesserte die Stimmung dann auch nicht wirklich.

Machen wir uns nix vor: Zu Hause verlieren, zumal in dieser Höhe, ist doof. Aber: Wir sind (diesen) Bayern momentan einfach nicht gewachsen. Schade, aber das war absehbar. Die Niederlage ist daher nicht schlimm. Wichtig werden die nächsten Spiele!

Die Laufleistung des HSV entsprach übrigens fast der der Bayern: 114,3 zu 114,6 km. Der Teufel steckt also hinterm Komma.

Der Satz des Spieltages (Ich zitiere mich selbst): “Oh, ich habe noch ein Torkonfett in der Hosentasche!” (Oder wie sonst lautet bitteschön die korrekte Einzahl von Torkonfetti, hmmm?)

Das Bild des Tages: Das Stadion in blau.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

1. Nov. 2012

Juli

* Das erste Wochenende nach dem Urlaub verbringe ich gleich im Büro. Überhaupt blieb von Juli nur wenig hängen, außer Arbeit. Fußball war ja auch keiner…

* Ich entdecke zufällig ein Straßenschild, an dem sich Clet zu Schaffen gemacht hat… und freue mich sehr, weil die im Toskana-Urlaub 2011 an jeder Ecke hingen.

* Meine Eltern besuchten mich in Berlin und wir verbrachten einige wunderbare Tage mit spazierengehen, shoppen und quatschen.

* Ich habe endlich meine neue Dauerkarte und das erste Auswärtsticket der Saison in der Post.

* An einem sonnigen Samstag hole ich das verstaubte Fahrrad aus dem Keller und radle mal wieder durch Berlin. Prompt entdecke ich eine besonders hübsche Fahrrad-Ampel.

August

* Ich fahre ein paar Tage nach Hause und schaffe es endlich mal wieder in die Kulturbrauerei. Sonnenschein, nette Gesellschaft und das großartige Kellerbier – hach!

* Ich beginne die neue Saison am heißesten Tag des Jahres mit dem DFB-Pokal in Karlsruhe. Blöde Idee.

* Ich fahre endlichendlichendlich wieder nach Hamburg und feiere Wiedersehen mit der Stadt, dem HSV, meinem Block und natürlich meinen Stadion-Jungs, zu denen diese Saison auch ein Stadion-Mädel gehört :)

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