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23. Dez. 2012

Vor knapp zwei Wochen war Nikolaus. Und obwohl ich diverse Paar Stiefel besitze (So viel Frau bin ich dann doch…) und das ein oder andere Paar davon sogar blank war – dieses Jahr wurde ich vom dicken, alten Mann mit der Rute vergessen.

Ehrlich gesagt – das ist nicht das erste Mal, daß mich der Nikolaus vergisst. Und während ich dieses Mal fast damit gerechnet hatte, daß die Stiefelchen leer bleiben, war es beim ersten Mal wirklich schlimm.

Da war ich nämlich noch im Kindergarten. Ob das damals wirklich am Nikolaustag war – ich weiß es nicht. Es gab aber einen Krabbelsack (aka. Wichteln) – und alle bekamen was, nur ich nicht.

Ich war damals wohl noch nicht so großmäulig und pöbelig wie heute veranlagt – und habe nichts gesagt. Irgendwann fiel es dann aber doch auf, und ich bekam auch ein Geschenk. Und zwar ein Mäppchen in der Form eines Fußballs.

Damals fand ich das vermutlich doof – ich war so um und bei 4 Jahre alt, klar, Stifte waren damals immer super – aber ein halbrundes Mäppchen, das außen mit Fünf- und Sechsecken bedruckt war? Das fand ich damals wohl eher so meh.

Und doch – das Mäppchen war ja nunmal da. Ich kann mich erinnern, daß außen irgendwann Aufkleber aus Duplos oder Hanutas draufgeklebt waren – die passten prima in die Vielecken. Und daran, daß das Mäppchen innen grün war, erinnere ich mich auch.

Immer, wenn ich mich heute frage, wieso zur Hölle ich Fußball-Fan geworden bin, und mich nicht für irgendetwas mädchenhaft-elegantes interessiere, bei dem man weder lange in der Kälte rumstehen, noch sich die Seele aus dem Hals schreien muß… Dann bin ich geneigt, dem dusseligen Kindergarten-Nikolaus die Schuld zu geben.

Am Mittwoch war dann plötzlich alles wieder wie damals, im Kindergarten. Der Nikolaus kam etwas verspätet, und zwar nach Nyon. Im Sack hatte er klangvolle Namen wie Arsenal, Lazio oder Galatasaray. Namen, bei denen man voller Fußball-Fernweh aufseufzt und sofort Flüge buchen möchte.

Doch wie an jenem Dezembertag in den Achtzigern hatte der Nikolaus auch diesmal nichts für mich im Sack, beschert wurden stattdessen Schalke, Bayern, Gladbach & Co.
Mit einem Unterschied zu damals: Diesmal wusste ich es schon vorher.

In diesem Sinne:
Europapokaaaaaaaal
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

PS: Keine Sorge, völlig leer ausgegangen bin ich 2012 dann doch nicht. Der Nikolausi hatte sich nur in der Stadt geirrt…

28. Nov. 2012

Am Freitag, als der Herr Nedfuller (verständlicherweise!) völlig genervt nach dem Düsseldorf-Spiel auf die Mannschaft schimpfte, Beister und Son “nie wieder sehen” wollte und sogar das böse A-Wort in den Mund nahm, da tat ich das, was ich immer tue: Ich glaubte an den HSV. O-Ton: “Ja, es war eine Katastrophe. Aber es war doch nur EIN Spiel – am Dienstag hauen wir Schalke weg und dann sind wir wieder im Soll!”

Ich sollte Lotto spielen, Toto, Rennquintett, irgendwas. Aber Ihr wißt ja, der Aberglaube.

Dienstagabend, 20 Uhr, Schalke in Hamburg – das ist zwar eine tolle Partie, aber für Heimauswärtsfahrer auch denkbar blöd terminiert. Wenn ich Frühschicht habe und vom Büro direkt nach Hamburg fahre, kommt mein ICE laut Fahrplan um 19.56 Uhr in Hamburg an. Das klappt nicht ganz. Und “nur” für das Spiel freinehmen, in Hamburg pennen und morgens vor der Arbeit wieder zurück… Puh. Geht, klar, unzählige Male gemacht. Aber auch anstrengend und ich werde ja nicht jünger, der Urlaub nicht mehr, und überhaupt.
Ich wußte ja, was mir entgeht. Weil ich tatsächlich, wie gegen Dortmund auch, keine Sekunde am Sieg gezweifelt habe.

Aber vor den Sieg hatte der Fußballgott den Stimmungsboykott gesetzt. Heute begann die Kampagne “12:12″ – in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden der nächsten Spiele wird geschwiegen – im Zuge der “Keine Stimme, keine Stimmung”-Aktion gegen das DFL-Sicherheitspapier, das am 12.12. verabschiedet werden soll.

Vorm Anpfiff: Laut wie immer. Hamburg, meine Perle. Wo ist im Hamburg der Norden. HSV forever and ever. Ihr kennt das.

Und dann, Anpfiff – Totenstille. So muß sich ein Geisterspiel anhören. Fußball ohne Stimmung ist irgendwie… Fußball ohne Stimmung.
Gegenüber in der O2 World spielten parallel die Toten Hosen – in der Arena, in der der HSV spielte, war zunächst tote Hose. Zumindest auf den Rängen.

Auf dem Rasen dagegen: Ein völlig anderer HSV als zuletzt in Düsseldorf. Zum einen von der Aufstellung her: van der Vaart verletzt, Son verletzt, Rincon angeschlagen. Aogo nicht links hinten, sondern auf der linken Seite im Mittelfeld. Der HSV seit längerer Zeit mal wieder nicht nur mit Raute aufm Trikot, sondern auch aufm Platz. Skjelbred in der Startelf.

Und was soll ich sagen? Das sah verdammt gut aus! In den ersten zehn Minuten gleich zwei gute Chancen durch Aogo und Rudnevs.

Pünktlich in Spielminute 12:12 brandete Support auf – und weckte damit offenbar Schalke, denn die fanden dann plötzlich besser ins Spiel. Schalke wird also offenbar von einem Applausometer angetrieben. Oder brauchen unsre etwa Ruhe, um konzentriert spielen zu können? Ich werde das beobachten, 12:12 geht ja weiter.

Es ging mit Nullnull in die Halbzeit, ich wechselte (wie gegen Mainz übrigens!) einen Tee in meiner HSV-Tasse ein – und die komplette Journaille unkte schon wieder.
Man müsse dem HSV in der zweiten Halbzeit ja eigentlich gar kein Tor hinstellen, die würden das dann ja eh nimmer treffen, ohne van der Vaart schon gar nicht und BÄÄÄMM! Maxi Beister mit einem unfassbaren Strahl. Einsnull.

Und während ich noch so grenzdebil vor mich hingrinste und die Scooter-Tormelodie in meinem Kopf nachhallte – Ruuudiiii zum Zwonull. Was ist eigentlich das Gegenteil von “Glück auf”?

Plötzlich ist mir wieder klar, weshalb ich diesen Verein so liebe: Er ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt.

Kurz vorm Ende wurde es dann noch mal kurz spannend: Rincón macht die Ballerina, hat die Arme überm Kopf, der Ball knallt gegen – Elfmeter. Für mich einer dieser “WO SOLL ER DENN DIE AXT HERNEHMEN UM SICH MAL EBEN DIE HAND ABZUHACKEN?”-Elfmeter, aber hey, vermutlich bin ich deshalb kein Schiesdrichter geworden. Memo an Arnesen: Im Winter Spieler mit abschraubbaren Armen kaufen.

Adler hält den eigentlichen Elfmeter, aber leider den Ball nicht fest – der landet direkt vor Huntelaars Füßen – zwoeins.

In der Nachspielzeit dann ein Elfer für uns – und der erste Gedanke: Wer schießt den jetzt? Badelj – und das sicher. DREIEINS! Schlußpfiff! FUCKYEAHHEIMSIEG!
Und zwar schon der vierte diese Saison – das ist erschreckenderweise einer mehr als in der kompletten letzten.

Der HSV wechselt von “Oh Gott, sind wir schlecht!” zu “Oh Gott, sind wir gut!” in fünf Tagen. Hoffen wir, daß wir nicht wieder in einer Achterbahn sitzen, die auf den nächsten Abgrund zusteuern – sondern daß wir ausnahmsweise mal Tickets für den Hochseilgarten haben.

Jetzt weiß ich übrigens auch wieder, was Ihr immer mit dem “van der Vaart-Effekt” meintet: Daß der HSV ohne ihn besser spielt als mit. Können wir den noch irgendwie umtauschen..? ;-)

Beim nächsten Heimspiel bin ich dann auch endlichendlich wieder mit dabei. Auch, wenn die letzten zwei Heimsiege ohne mich stattfanden und ich langsam Angst habe, daß man mir inzwischen die Dauerkarte gesperrt hat.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

Oder, um es heute mal mit Scooter zu sagen:
ALWAYS HAMBURG!

27. Nov. 2012

Tja, so ist das, wenn man nicht aufpasst – dann hat man plötzlich zwei Spiele nicht verbloggt und das dritte steht vor der Tür. Mit anderen Worten: Waaaaaah, ich muß bloggen!

Zum Sieg gezittert (HSV – Mainz)

Woran man merkt, daß es Winter wird? Die ersten Profis fangen an, mit Handschuhen zu spielen… Da hofft man als Fan auf den Rängen dann, daß der HSV herzerwärmend spielt. Tut er leider nicht immer.

Ich mußte aus diversen Gründen auf das Spiel verzichten. Es war “nur” Mainz, das tut nicht ganz so weh, dachte ich… Aber wenn sich dann der Stadion-Freundeskreis auf Twitter zusammenfindet, während man selbst weit entfernt auf dem Sofa sitzt… doof. Auch Heimspiele am Fernseher sind mittlerweile ungewohnt und doof. Im Stadion habe ich doch immer noch das Gefühl, etwas beitragen zu können. Und wenn es nur meine Unterstützung ist.

Die HummelHummel nahm das Spiel und die Tatsache, daß sie durch meine Abwesenheit “sturmfrei” hatte, zum Anlaß, ohne mich ins Stadion zu gehen – zum ersten Mal. Pah! Womöglich hat sie hinter meinem Rücken auch noch Bier getrunken…

Aber, was soll ich sagen… Die HummelHummel summte den HSV zum Heimsieg. Es war nicht schön, eigentlich war es pure Willenskraft. Aber letzte Saison hätten wir genau solche Spiele noch verloren. Einsnull Son, nach Vorarbeit von Beister. Mehr muß dann auch nicht.

Alt(es) Bier und alte Leiden (F95 – HSV)

“Lasst uns ein Spiel spielen” stand am Freitag auf einem großen Banner am Gästeblock in Düsseldorf. Das Spiel ging allerdings gleich doppelt verloren.
Zum einen artete eine Pyro-Aktion im Gästeblock in einem Feuer aus, nicht nur der Spiel-spielen-Banner, sondern u.a. auch das darunter hängende Banner der CFHH verbrannten. Es gab mehrere leicht Verletzte – und einen großen Dummen: den HSV.

Diese Aktion wird verdammt teuer, sie war unfassbar dämlich – und sie ist Wasser auf die Mühlen aller Sicherheitspapier-Befürworter. Wieso man so etwas idiotisches auch noch direkt unter einem “Sicherheitspapier ablehnen”-Transparent machen muß… ich verstehe es nicht. Denn SO wird das wohl eher nichts und schadet uns allen. Ganz ab davon, daß man sich schön zum Gespött der restlichen Bundesliga gemacht hat – mit Pyro eigene Banner verbrennen ist schon für Fortgeschrittene.

Das andere Spiel, das verloren ging, war das auf dem Platz. Denn während am Spielfeldrand da Flammen loderten, wo sie keiner wollte, war auf dem Platz tote Hose. Zumindest beim HSV.

Man möchte das kaum Fußball nennen – und eigentlich auch gar nicht näher drüber nachdenken. Zwonull bei einem Aufsteiger verlieren, das ist schon ziemlich bitter.

Ist jetzt aber auch wurscht, in wenigen Minuten singt Loddo wieder “Hamburg, meine Perle” und es geht von vorne los. Leider schon wieder ohne mich. Aber das hat gegen Mainz ja auch geklappt.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

Die Zwischenüberschriften wurden erneut präsentiert von CrazyChemist. Irgendwann lasse ich ihn auch noch für mich bloggen, Ihr findet mich dann im Schatten in der Hängematte ;-)

16. Nov. 2012

Anfang der Woche zuckten viele HSV-Anhänger bei dieser Meldung zusammen: Die Bundesligauhr, die in der Nord-West-Ecke des Stadions die Bundesligazugehörigkeit des Vereins anzeigte, ist kaputt. Reparatur unmöglich.

Auch meine erste Reaktion war: Waaaaaaaaaaaaaaaaah! Was jetzt? Ist die Zeit des HSV in der Bundesliga abgelaufen? Oder ist damit jetzt doch die ewige Erstligazugehörigkeit gesichert? Darf man überhaupt rein theoretisch absteigen, wenn dabei keiner mitstoppt, nach welcher Ewigkeit es passiert?

Auch der HSV wußte nicht so ganz, wie man damit umgehen sollte – und ließ auf hsv.de abstimmen. Soll eine neue Uhr her oder der Platz künftig leer bleiben?

Schon vor Ende der Abstimmung gab es zahlreiche Hilfsangebote:
Eine kleine, organisierte Gruppe von HSV-Fans begann sofort nach der Hiobsbotschaft, alle Uhren in ihre Umfeld ebenfalls anzuhalten. Zunächst die am eigenen Arm und an der Wand, später auch die im Büro oder Kaufhaus. Einfach die komplette Zeit anhalten. Dann kann ja nichts passieren.

Fans aus dem Hamburger Problemvorort an der Weser wollten eine Sanduhr stiften. In Erinnerung daran, daß sämtliche Titel-Hoffnungen des HSV Jahr für Jahr versanden. Natürlich ein völlig indiskutabler Ansatz!

Der HSV selbst dachte Gerüchten zufolge darüber nach, die Stadionuhr durch einen sogenannten Kurzzeitmesser zu ersetzen. Der Wecker, der sonst meist in der Küche eingesetzt wird, läuft maximal eine Stunde, dann klingelt er. Die Verantwortlichen waren sich aber nicht sicher, ob es mit den DFL-Statuten vereinbar wäre, durch externe Weckeinrichtungen vorm Spielende die von Zeit zu Zeit etwas schläfrige HSV-Abwehr aufzuwecken.

Ein etwas ungewöhnlicher Ansatz kam von einer Hamburger Brauerei, die eng mit dem HSV verbunden ist: Sie bot an, eine sogenannte Alkoholuhr einzubauen. Normalerweise wird der Alkohol in der Uhr durch einen elektrischen Widerstand erhitzt – im Stadion hätte diese Uhr völlig ohne Stromzufuhr betrieben werden können: mit dem Widerstand der Fans. Die äußern sich schließlich ständig lautstark gegen irgendwas – den Gegner, den Vorstand, die Ticketpreise, die Kooperationspartner, den Stadionnamen. Kritiker befürchteten allerdings, daß Fans bei Sicherheitsspielen ohne Vollbierausschank die Uhr zerstören und sich den enthaltenen Alkohol einverleiben könnten.

Ein weiterer, unbeliebter aber immerhin umweltfreundlicher Vorschlag bestand darin, die neue Uhr mit einem Windrad zu speisen. Betrieben mit der heißen Luft, die manche Menschen aus dem HSV-Umfeld immer so von sich geben.

Selbst aus dem Schwarzwald erreichte den HSV ein Hilfsangebot: Man wollte eine spezielle Kuckucksuhr zu bauen, bei der sich vor dem Anpfiff und nach dem Abpfiff, zum Beginn der Halbzeit und nach HSV-Toren ein Türchen öffnet und Dino Herrmann an einer Feder herauskatapultiert wird, der, natürlich, nicht KUCKUCK! rufen sollte, sondern NUR DER HSV! Da die Stadionuhr aber direkt über einem Stehplatzblock hängt, schien hier das Verletzungsrisiko zu hoch.

Zuletzt wurde gar über eine Sonnenuhr nachgedacht – da so vielen HSV-Fans diese zu jeder Tages- und Nachtzeit aus dem Hintern scheint, egal wie düster es um den Verein steht.

Man darf gespannt sein, welche Uhr nun künftig im Stadion hängen wird. Ich wäre ja dafür, daß sie einen Gong bekommt. Damit die Gegner sofort wissen, daß ihr Stündchen geschlagen hat.

In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

12. Nov. 2012

Nach der Niederlage gegen Bayern letztes Wochenende gab Fink das Ziel für die nächsten drei Spiele vor: 7 Punkte sollen es gegen Freiburg, Mainz und Düsseldorf werden, also zwei Siege und ein Unentschieden.

Vor dem Spiel ein wenig Aufregung, Mancienne fiel grippebedingt aus, Paul Scharner rückte in die erste Elf. Es sollte sein Startelfdebüt werden, und ich freute mich sehr für ihn und war extrem gespannt, wie er sich präsentieren würde.

In der 10. Minute sah Scharner die erste gelbe Karte. In der 34. Minute dann die zweite. Gelb-rot, Unterzahl. Hmpf.

Bis zum Platzverweis gefiel mir Scharner eigentlich recht gut. Die Situation, die zur gelb-roten Karte führte, war blöd, klar, das hätte er anders lösen müssen.

Aber irgendwie verstehe ich ihn… In Freiburg, einer der Städte mit den meisten Sonnenstunden Deutschlands, schüttete es nämlich wie aus Eimern. Da wäre ich auch lieber schnell ins Trockene…!

Dennoch glaube ich, daß er sich selbst damit am meisten geschadet hat. Die Medien werden jetzt erst recht das Bild vom “(B)Ösi” zeichnen. Und er hat sich um die Chance gebracht, Fink im Spiel zu überzeugen – und landet beim nächsten Mal sehr wahrscheinlich wieder auf der Bank.

Nach dem Platzverweis ging Beister (wollte zwar, konnte aber nicht) runter, Bruma kam, um das Loch in der Innenverteidigung zu stopfen.
Doch eigentlich spielte der HSV dann sogar mit drei Innenverteidigern: van der Vaart half immer wieder hinten aus, sagte selbst, er habe noch nie so viel gegrätscht.

Bemerkenswert vor allem: die kämpferische Leistung der gesamten Mannschaft.

Allerdings: Während ich mich sonst oft fragte, ob der HSV die Abwehr in der Kabine vergessen hat, hatte ich diesmal streckenweise die Befürchtung, daß der ein oder andere den Kopf ausgeschaltet hat.
Damit meine ich nicht nur den Platzverweis – sondern auch, wie van der Vaart wenig später pöbelnd auf den Schiri zustürmt (gelb) und Adlers “Flügelschlag” in der Nachspielzeit gegen Kruse (zum Glück auch nur gelb).

Das sind Karten, die vermeidbar wären… und zum Glück ohne Folgen blieben.

Das Spiel endete Nullnull – und irgendwie fühle ich mich schuldig. Ich habe nämlich parallel zum Spiel Bagels gebacken. Und das ist ja quasi nix anderes als schmackhafte Nullen aus Teig…
Nächstes Mal mache ich dann Zwieback!

In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

5. Nov. 2012

Mein Hamburg lieb’ ich sehr
sind die Zeiten auch oft schwer,
weiß ich doch, hier gehör’ ich her!
(Abschlach, “Mein Hamburg lieb’ ich sehr”

Es gibt diese Momente im Leben eines Fußball-Fans, in denen einem wieder schlagartig klar wird, wieso man Wochenende für Wochenende opfert, im Sommer in der Kurve schwitzt, statt am See zu liegen, und im Winter im Block friert.
Wieso man hunderte Kilometer zum Fußball fährt, hunderte Euro in Tickets und Fahrten investiert, wenn man es doch auch alles ganz bequem zu Hause auf dem Sofa haben könnte. Da wäre das Bier billiger, das Klo immer frei und es würde einem auch keiner auf die Zehen hüpfen.

Meist sind diese Momente Momente des Triumphs. Wichtige Siege, Titelgewinne gar, traumhafte Tore. Magische Momente, die man nie vergessen wird.

Mein Hach-Moment am Sonnabend gegen Bayern war ein anderer. Der HSV lag 0:3 hinten, das Spiel war fast um, selbst meine unerschütterliche Hoffnung hatte einen Sprung. Es war kalt, die Klamotten waren klamm, der Regen vom Hinweg noch immer nicht ganz getrocknet. Eigentlich war alles doof.
Und dann stimmte jemand die magischen Zeilen an: “Ich hab’ nen harten Tag gehabt, und mußte noch mal raus…” Schals reckten sich in die Höhe, alle sangen mit.

Abschlachs “Mein Hamburg lieb’ ich sehr” war, da waren wir uns einig, das richtige Lied im richtigen Moment. Ich hatte Gänsehaut – und obschon alle nach ca. 80 Minuten Fußball angeschlagene Stimmen hatten, sangen wir laut im Chor.

In diesem Moment, da war plötzlich alles wieder gut. Alles egal. Hauptsache, HSV.

Zum ersten Mal sang ich das Lied übrigens in der Fremde, damals, im Europapokal in Glasgow.

Zurück nach Hamburg.
Samstag abend, Flutlicht, HSV – FCB. Klassiker, Nord-Süd-Derby, Ihr wisst schon.
Das Duell fand bereits zum 95. mal in der Bundesliga statt, gegen keinen anderen Gegner hat der HSV öfter verloren, gegen keinen anderen ein schlechteres Torverhältnis.

Und dennoch war da diese Serie… In den letzten 5 Spielen hatten die Bayern in Hamburg nicht gewinnen können, zweimal sogar verloren. Der letzte Sieg datierte vom November 2006.

Eine Serie, die wir wohl alle gern fortgeführt hätten. Eigentlich. Allerdings war leider gegen die Bayern diesmal kein Kraut gewachsen – selbst zu zwölft nicht. Denn der zwölfte Mann, also wir Fans, waren in Bestform. Die Stimmung im Block war toll, die Mannschaft wurde fast durchgängig nach vorne gesungen und geschrien.
Neben “Mein Hamburg” waren die Highlights hier sicherlich mein geliebtes Schal-Lied (“Hey, HSV…”) und die Tatsache, daß wir zum Schlußpfiff und danach noch so laut gesungen haben, daß wir die Gäste nicht feiern hören mußten.

Denn auf die Gäste hatten wir einen Hals – nicht etwa wegen des Spiels, des Ergebnisses oder ihrer Vereins-Wahl. Sondern weil die Schickeria gleich vier Fahnen des St. Adtteilvereins im Block schwang. (Mehr als Bayern-Fahnen, übrigens. Zumindest immer, als ich hinguckte.)
Daß es die Schickeria war, erzählten uns Fans aus dem Gästeblock nach dem Spiel. Und, ganz ehrlich: Das ist in meinen Augen einfach nur billige Provokation.

Aber zurück zum Spiel.
Der HSV mit einem anderen System, 4-3-3, kein echter Stürmer. Schon vorher fragte man sich, wohin man denn, so wir ihn hätten, mit dem Ball dann solle. Richtung Bank, wo Rudnevs sitzt? Vermutlich eher nicht… So gingen Flanken in die Mitte dann halt meist ins Leere.

In der Anfangsphase sah das alles noch ganz ordentlich aus, da war ich noch optimistisch. Daß kurz vor der Halbzeit das Nulleins fiel – nunja. Doof, aber noch verschmerzbar.
Nach dem Nullzwo aus einer eigentlich unmöglichen Position heraus fiel irgendwie alles auseinander. Es war dann nur noch ein kopfloses Anrennen. Meist auch nur ein kopfloses hinterher Rennen… Das Nulldrei verbesserte die Stimmung dann auch nicht wirklich.

Machen wir uns nix vor: Zu Hause verlieren, zumal in dieser Höhe, ist doof. Aber: Wir sind (diesen) Bayern momentan einfach nicht gewachsen. Schade, aber das war absehbar. Die Niederlage ist daher nicht schlimm. Wichtig werden die nächsten Spiele!

Die Laufleistung des HSV entsprach übrigens fast der der Bayern: 114,3 zu 114,6 km. Der Teufel steckt also hinterm Komma.

Der Satz des Spieltages (Ich zitiere mich selbst): “Oh, ich habe noch ein Torkonfett in der Hosentasche!” (Oder wie sonst lautet bitteschön die korrekte Einzahl von Torkonfetti, hmmm?)

Das Bild des Tages: Das Stadion in blau.

In diesem Sinne:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
NUR DER HSV!

31. Okt. 2012

Hoppla. Es ist ja schon Dienstag! Das ist das Blöde an diesen Freitagsspielen: Wenn man nicht gleich bloggt, geht’s irgendwie unter. Dabei gäbe es so viel zu erzählen!

Am Freitag fand die Platz-vier-Hysterie nämlich ihre Fortsetzung: Ein Sieg in Augsburg und der HSV katapultiert sich (zumindest für ein Nacht) auf den vierten Platz. Das klingt so einfach – gelang dem HSV in der letzten Saison aber nicht. Der letzte (und einzige) Sieg dort datierte aus dem Jahre 1986 im DFB-Pokal.

Und auch diesmal sah das zu Beginn alles nicht gut aus. Der HSV würgte sich einen ab, verlor ständig den Ball, er spielte wie eine Marionette mit verknoteten Fäden. Eckig, ungelenk, schlecht. Augsburg dagegen machte Druck, spielte, prüfte Adler (und meine Nerven) gleich zu Beginn mehrfach.

Und doch machte der HSV dann das Einsnull – durch Son mit der wohl einzigen Torchance der ersten Halbzeit.
Irgendwie schaffte es der HSV, diesen Vorsprung in die Pause zu retten. Wie ist mir immer noch schleierhaft.

Ich hatte die Hoffnung, daß nach der Pause alles etwas besser wird. Wurde es aber nicht. Die Unsicherheiten und Fehlpässe blieben. Zunächst zumindest.

Es folgte eine etwas bessere, strukturierter Phase, in der Rudnevs das zwonull gelang. Und ab da war trotz aller Unzulänglichkeiten eigentlich klar: AUS!WÄRTS!SIEG!

Und plötzlich waren wir wirklich da: auf Platz vier! Zwar nur für eine Nacht – aber es blieb Zeit genug zum Freuen, Screenshots machen und Tabelle anschmachten.

Kurze Zeit habe ich sogar überlegt, einen Eilantrag bei der DFL auf sofortige Beendigung der Saison zu stellen…
Was aber viel wichtiger ist: 13 Punkte, 5 Vorsprung auf Platz 16.

Eines der Highlights des Spiels, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: Der launige Dialog des @HSV mit @spox auf Twitter.

Die meisten Namens-Witze waren diesmal also alle weg… Auch, wenn Herr CrazyChemist noch “Jenzsch gehts los: HSV holt Sieg in Augsburg” aus dem Ärmel zog :-)

Wieso der HSV gewonnen hat? Sicher, es war ein wenig Glück dabei, daß keiner der zahlreichen Torschüsse von Augsburg im Tor landete. Ich glaube aber weiter an meine Lauf-Theorie, die Statistik gibt mir Recht. Der HSV lief nämlich satte 8 Kilometer mehr als Augsburg!

Von daher dürfte die Strategie für Sonnabend gegen Bayern wohl klar sein: Lauf, Hamburg, lauuuuf!

In diesem Sinne:
Nur der HSV!

22. Okt. 2012

Da freut man sich eine ganze Länderspielpausenwoche lang auf die Bundesliga, und dann… Nun ja. Aber von vorne.

Stuttgart war in Hamburg zu Gast. Und mit ihm unser Ex-Trainer. (Okay, ich gebe zu, ich muß den “Ex-Trainer” angesichts der letzten Jahre etwas präzisieren. Ich meine natürlich Bruno “die Frisur” Labbadia. Auch bekannt als Problembär.)

Vor dem Spiel schon große Aufregung in Hamburg: Man hörte an allen Ecken und Enden, daß der HSV, wenn er gewinnt, auf Platz vier vorschießt. PLATZ VIER! Zugegeben, das überraschte mich. Daß das alles so eng ist, war mir nicht bewusst – und überhaupt, standen wir nicht vor kurzem noch ganz unten und wurden von allen in die zweite Liga geschrieben?

Diese Kombination aus Sonntagsspiel und möglichem Sprung in der Tabelle – es war nicht die beste Ausgangsposition für den HSV. Ich mache diesen Mist schon so lange, ich weiß, was klappt und was nicht. Und wenn alle für uns spielen, dann… nun ja, Ihr kennt das ja. Wenn alle gespannt gucken, können wir nicht.

Ich konnte auch nicht, nach Hamburg nämlich: Ich bin krank geschrieben. Es hätte auch keinen Sinn gemacht mit mir und dem Fußball. Wäre ich im Stadion gewesen, ich hätte das übliche “Ha!Es!Vau!”-Geschrei vermutlich durch ein “*hust*Es!Vau!” ersetzt.

So änderte sich zwar zunächst nichts an der Aufstellung aufm Platz – aber an der Aufstellung der Stadionbezugsgruppe.

Der HSV lief, nach kurzem Bangen ob der Gesundheit von Badelj und van der Vaart, in altbekannter Formation auf. Und der Trainer trug das, was er zuletzt immer trug.

Das war’s dann aber auch schon, was war wie immer. Denn der HSV lief von Beginn an hinterher, Stuttgart war immer (mindestens) einen Schritt schneller. Es schien, als spielten die Stuttgarter mit Rückenwind. Fast so, als habe Bruno in der Kabine den Föhn angelassen…

Und so kam auch, was kommen mußte: Das leider verdiente Führungstor der Stuttgarter. Ich hatte da kurzfristig die Hoffnung, daß die Mannschaft dadurch aufwacht, läuft, sich anbietet, weniger pomadig spielt. Leider vergebens.

Was war da los? Wähnte man sich schon auf Platz vier? War die Länderspielpause schuld oder Schlaftabletten im Pausentee?

Gegen Stuttgart brachte der HSV jedenfalls kein Bein auf den Boden – und nur René Adler ist es zu verdanken, daß es beim Einsnull blieb.

Spielerisch war das sonst nichts. Weniger als nichts, um genau zu sein. Die Mannschaft schien ideenlos, ohne Plan – und leider auch ohne Wille.

Van der Vaart fand nicht wirklich statt, Jiracek war ein Komplettausfall und wurde zur Halbzeit gegen Beister getauscht, der leider auch nichts brachte.

Gegen Ende kam sogar Scharner noch zu seinem HSV-Debüt – vermutlich hatte er sich das auch anders vorgestellt. Statt hinten dicht zu machen, wie es eigentlich sein Job wäre, sollte er van-Buyten-mäßig die langen Bälle (davon gab es zahlreiche!) verwerten.

Der HSV hat also verloren. So wirklich dramatisch ist das aber nicht. Vermutlich sogar ein Dämpfer zur rechten Zeit. So merkt die Mannschaft eben, daß es mit halbem Herz und Einsatz doch nicht geht. Und, mal ehrlich… Platz vier wäre doch etwas zu früh zu gut. Da kommt dann nur wieder ein Höhenflug, nach dem die Bruchlandung um so härter ist.

Erstmals seit einigen Spielen lief der HSV auch weniger als der Gegner – und verlor. Wie ich neulich schon schrieb: Es scheint da einen Zusammenhang zu geben…

Freitag geht’s dann nach Augsburg. Hoffentlich mit einer anderen, besseren Einstellung.
Und gegen Bayern bin ich dann auch wieder im Stadion – und mit mir die Glückssocken und die HummelHummel. Denn ohne geht’s ja offenbar nicht.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage: Wäscht der Trainer jetzt, nach der gerissenen Serie, seine Strickjacke?

In diesem Sinne:
Aufstehen, Mund abwischen, weitermachen.
NUR DER HSV!

*Auch heute wieder Dank für die Überschrift und liebe Grüße nach Amerika an CrazyChemist :)

14. Okt. 2012

Es ist ja oft so nach guten Partys, daß man morgens aufwacht, sich zurückerinnert, und dann breit grinst, weil es so rundum großartig war.

So ähnlich muß es dem HSV am Sonntagmorgen nach seinem 125. Geburtstag gegangen sein.

Erst eine (den Ausschnitten, die ich gesehen habe, nach) tolle Reinfeier-Party am Fischmarkt. Dann eine Heimsiegparty mit einem Ständchen aus über 50.000 Kehlen und drei Punkten. Am Abend eine (den Ausschnitten, die ich gesehen habe, nach) nette Gala, die nur dazu diente, dem Geburtstagskind zu huldigen.

Und das alles eingewickelt in ein Geschenkpapier aus 45.000 individuell gefertigten Doppelhaltern – der vermutlich geilsten Choreo der Welt.

Es war ein rundum gelungener Geburtstag. Selbst unsere Gäste aus Hannover haben per Spruchband gratuliert – und brav ein Geschenk in Form von drei Punkten abgeliefert. Denn diesmal war der HSV nicht ganz so überragend wie in den Spielen davor….

7 Punkte aus der englischen Woche gegen drei Teilnehmer der internationalen Wettbewerbe – da gibt’s nichts zu meckern.
Lustig nur, daß man nach dem Spiel in Gladbach trotzdem irgendwie angesäuert ist, daß es da “nur” ein Punkt wurde…

Egal.
Der HSV hat sich zum Geburtstag selbst beschenkt, auch, wenn es an dem Tag wichtigeres gab als drei Punkte.
Es gab endlich mal ein Spiel zu Null, es gab ein weiteres Stürmertor (Rudiiii!) und Adler flog, und flog, und flog.

Und wir haben dem Verein eine wunderbare, wirklich beeindruckende Choreo geschenkt.

Eine rundum gelungene Party – die in Fürth eine Woche später in die Verlängerung ging. Vom Auswärtsspiel in Franggen habe ich wenig mitbekommen – vom Spiel selbst habe ich nur die Schlußphase gesehen, ansonsten eben die normale Berichterstattung plus Twitter und Blogs.

Fürth war eines dieser Spiele, die der HSV gewinnen MUSSTE. Zumal nach der Leistung aus den Spielen zuvor. Und damit war Fürth genau eines dieser Spiele, die der HSV nur verlieren KONNTE…. es aber diesmal einfach nicht tat.

Yay! Kein “Fürth führt”, keine hängenden Köpfe. Stattdessen ein erneutes Stürmertor (Sonny!) und ein AUS!WÄRTS!SIEG!

Nicht nur der Blick aufs Spielfeld macht wieder Spaß, sondern auch der auf die Tabelle: Platz acht! :-)

Dieses Wochenende war Länderspielpause, ich kümmere mich endlich ums vernachlässigte Blog und van der Vaart plant, mit dem HSV bis Weihnachten kein Spiel mehr zu verlieren. Nun denn… Dagegen hätte ich ja nix!

Der Schlüssel zum Erfolg scheint jedenfalls gefunden: Der HSV lief in den letzten Spielen jeweils mehr als der Gegner. Das Glück ist eben doch mit dem Tüchtigen.

In diesem Sinne:
NUR DER HSV!

29. Sep. 2012

heute wirst Du 125 Jahre alt. Ein ganz schön hohes Alter für jemanden, der noch sportlich aktiv ist!

Ganz so lange kenne ich Dich noch nicht. Ich kann mich aber noch gut an unser erstes Treffen erinnern. Es war am 22. März 1996, wir trafen uns in Karlsruhe, Du warst grade in der Stadt. Wirklich gut warst Du allerdings nicht drauf, Du hast 3:1 verloren. Kein sonderlich gutes, erstes Date. Aber ich wollte Dir eine zweite Chance geben. Und eine dritte. Und eine… Bei wie vielen Dates sind wir eigentlich inzwischen? Ich habe längst aufgehört, zu zählen.

Als ich Dich das erste Mal in Hamburg besucht habe, hast Du Dich auch nicht gerade von Deiner besten Seite gezeigt. Es war der 5. April 1997, und Du hattest Besuch aus München. Nicht nur, daß Du Dich hast vermöbeln lassen… es regnete auch in Strömen und ich wurde nass bis auf die Knochen. Nichtmal ein Dach über dem Kopf hast Du mir angeboten! Und trotzdem kam ich immer wieder.

Zwischendurch haben wir uns mal ein paar Jahre kaum gesehen. Heute würde ich eingehen vor Sehnsucht nach Dir, aber damals war das irgendwie okay. Trotzdem habe ich immer an Dich gedacht und mich erkundigt, wie es Dir so geht.

Aber dann, am 24. September 2005, bin ich einfach spontan zu Dir gefahren. Unangemeldet, auf gut Glück. Es war wunderbar, Du hast mich noch reingelassen und Dich von Deiner besten Seite gezeigt. Dein alter Kumpel aus München war wieder mal da, aber diesmal hast Du es ihm gegeben!

Seit da sind wir eigentlich unzertrennlich. Meistens muß ich Dich besuchen, weil Deine Freunde in Berlin ja immer abhauen, wenn Du mit ihnen spielen willst. Aber das ist okay, Du hast auch deutlich mehr Platz in der Bude als ich. Und so muß ich wenigstens nicht hinterher aufräumen, wenn wir mal wieder wild miteinander gefeiert haben.

Mittlerweile habe ich auch einen Schlüssel zu Deiner Wohnung und kann Dich so oft besuchen, wie möglich. Jetzt sind wir nur noch zweimal im Jahr länger voneinander getrennt, im Sommer und im Winter, wenn Du in Urlaub fährst. Die Zeit ohne Dich ist immer unendlich lange und die Wiedersehensfreude riesig.

Überhaupt, es ist immer wieder wunderschön, Dich zu sehen. Schon wenn ich Deine Wohnung betrete, wird mir warm ums Herz. Aber wenn Du dann reinkommst und ich Dich ansehe… hach!

Über die Jahre hinweg warst Du nicht immer nett zu mir. Oft mache ich mir Sorgen um Dich, bin traurig wegen Dir. Aber manchmal, da ist alles wunderbar, da bringst Du mich zum Strahlen wie sonst weniges auf der Welt.

Längst bist Du ein fester und wichtiger Teil meines Lebens geworden. Egal ob Urlaub, Zahnarzt oder Dienstplan – ich mache inzwischen keine Termine mehr, ohne in Deinen Kalender zu schauen.

Unsere schönste gemeinsame Zeit war sicherlich die, in der wir so viel zusammen verreist sind. Prag, Brüssel, Glasgow – wo haben wir nicht überall zusammen Stimmung gemacht! Schade, daß wir derzeit allenfalls mal zusammen Urlaub in Deutschland machen können. Aber ich glaube fest daran, daß wir irgendwann auch wieder gemeinsam ins Ausland fahren werden.

Bis dahin wünsche ich mir einfach, daß wir viel gemeinsam lachen und feiern werden. Denn wenn’s Dir nicht gut geht, geht’s mir auch nicht gut.

Happy Birthday, Du großartigster Fußballverein von allen! Auf die nächsten 125 Jahre! Ich freue mich darauf, nachher mit Dir zusammen eine große Party feiern zu können.

In Liebe,
Deine Frau Pleitegeiger

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