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29. Jul. 2012

Seit gestern macht der HSV in Schweden das, was er letzte Saison in der Liga tat: Er kämpft ums Überleben.

Vier Tage Wildnis, mit Zelt und Kajak. Die Handys wurden vor dem Trip, der den Teamgeist fördern soll, eingesammelt – nur der Mediendirektor durfte seins mitnehmen und twittert und facebookt fleißig Fotos.

Ich glaube ja, daß das ne gute Sache ist. Es hilft sicherlich dem Teambuilding, die einzelnen Mannschaftsteile bekamen Aufgaben zugeteilt (Zelte aufbauen, Essen beschaffen, sowas halt). Man muß sich auf den anderen verlassen können – so, wie man es auch aufm Platz tun können sollte.

Die Aufgaben haben Symbolkraft. Die Abwehr ist für die Verpflegung zuständig, Punkte sammeln, und so. Der Angriff dagegen soll Feuer entfachen – und hoffentlich auch kommende Saison für heiße Aktionen im gegnerischen Strafraum sorgen.

Bei Facebook gibt es schon ein hübsches Fotoalbum von unterwegs – die Bilder kann man selbst ohne FB-Zugang sehen.

Überraschend und ein wenig beeinruhigend: Auf dem “Erwartungen“-Flipchart steht auf Punkt eins “Ruhe, Runterkommen” – und erst als zweites “Überleben”.
Genau das scheint mir symptomatisch für den HSV der letzten Saison zu sein. Da wurde zu häufig lieber ein wenig übern Rasen gechillt, bloß kein Streß, alles easy – während der Gegner Tor um Tor in unsrem Kasten versenkte.

Das muß sich zur neuen Saison dringend ändern! Und ich hoffe, daß die Herren Profis da in Schweden umdenken. Daß der Hunger (nach Nahrung oder Erfolg) zurückkehrt.

Was kann man sonst aus dem Survival-Trip mitnehmen für den Bundesliga-Alltag? Meiner Meinung nach eine Menge.

Die Spieler schlafen zu zweit und dritt in Zelten. Das scheint mir der perfekte Ort zu sein, um zu üben, auf engstem Raum am (gegnerischen) Mann vorbeizukommen.

Wer “groß” muß, so Jörn Wolf im Schweden-Tagebuch, “soll bitte hinterher einen Stein drüber legen”. Auch das lässt sich durchaus auf die Bundesliga übertragen: Die, Verzeihung, Scheiße der letzten Saison einfach mal abhaken. Schwamm bzw. Stein drüber.
Und beim nächsten Stein erst mal vorsichtig gucken, was drunter liegt.

Und falls das mit dem angekündigten Brot backen und Fischen nicht klappt, dann lernen sie noch was: Gras fressen. Eine Fähigkeit, die vielen Spielern letzte Saison gefehlt hat.

7 Kommentare »

  1. nedfuller schreibt:

    gnihihi, Stein drüber. Das passt wie die Faust aufs Auge!

    Ich hoffe, daß die Mannschaft so weiter zusammenwächst. Mich würde sehr interessieren, ob Thorsten Fink diese Idee hatte oder einer aus dem Trainerteam.

    Wann ist die elendig lange Sommerpause denn endlich vorbei?!

    29. Jul. 2012 | #

  2. nedfuller schreibt:

    Und nun schreibt jw, daß Drobny vermisst wird:
    https://www.facebook.com/HSV/posts/10150957286094117

    29. Jul. 2012 | #

  3. CrazyChemist schreibt:

    Gras fressen wäre wirklich gut. Survival in der Bundesliga, ich dachte in der letzten Saison auch irgendwie viel zu oft, dass ich im Wald stehe. Und so ein Elchtest vor der Saison hilft ja vielleicht auch, nicht in der Saison im Graben zu landen… Ich mag auch gar nicht auf mein Bauchgefühl hören – das sagt mir nämlich, dass das Jubiläumsjahr nicht wirklich zum feiern taugen wird… Aber vielleicht dürfen wir ja wenigstens am 34. Spieltag jubeln – über Platz 15. Sagt mir einfach Bescheid, wenn die Saison vorbei ist, ich mache erst einmal Winterschlaf oder so ;)

    29. Jul. 2012 | #

  4. pleitegeiger schreibt:

    @nedfuller Lang kann es nicht mehr sein – die Dauerkarte kam gestern!!
    Drobny wird vermisst? Na wenn das kein “unauffälliger” Weg ist, die Gehaltsliste zu entlasten. Ist Rajkovic eigentlich auch mit in Schweden…?

    @CrazyChemist He, man kann auch mit helleren Farben als schwarz malen! Bei mir ist die Hoffnung da. Der Glaube ziert sich noch ein wenig, aber die Hoffnung reicht für zwei! :)
    Wir wecken Dich dann im Mai! ;-)

    29. Jul. 2012 | #

  5. jan schreibt:

    chapeau, ziemlich gutes posting zur lage der nation !

    29. Jul. 2012 | #

  6. CrazyChemist schreibt:

    Ich bin stets bemüht, den Anforderungen zu entsprechen :D
    Es ist einfach so, dass ich nach wie vor finde, dass wir massiv an spielerischer (Guerrero, Mladen) als auch an charakterlicher (Jaro, Jaro, Jaro!!!) Qualität eingebüßt haben und die neuen (bisher) nicht den Eindruck einer Verstärkung erwecken. Außerdem ist mir Aogo zu sicher auf seiner Position, da fehlt mir manches Mal die letzte Konsequenz im Einsatz. Aber ich lasse mich natürlich trotzdem gerne eines besseren belehren!

    30. Jul. 2012 | #

  7. Papapleite schreibt:

    Zum Feuer entfachen haben wir uns bei der Bundeswehr immer heiße Bräute gewünscht. Aber der Wunsch ging leider nicht in Erfüllung.
    Nach dem Funkenschlagen mit nem Feuerstein und dem Feuerreiben mit zwei unterschiedlich harten Holzstücken kam dann doch wieder das gute alte Zippo zum Einsatz.

    Lieben Gruß aus dem heißen Heidelberg

    Papapleite

    1. Aug. 2012 | #

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