Da is’ das Ding!

 

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5. Mai. 2005

Steuern sind eh so ein Igitt-nein-danke-Thema. Auch (oder gerade?) für mich als examinierten Juristen. Bisher hatte ich außer mit Steuern kaum etwas zu tun – selbst vom Steuer des Autos halte ich mich meist weit entfernt. Ist vielleicht auch besser so…

Dann kam allerdings der Tag X. Und nun ist alles anders. Ich sollte künftig als freie Journalistin arbeiten, selbständig, klingt ja alles schön und gut. Aber dazu muß man sich dann leider mit Steuererklärungen, Finanzamt, und früher oder später mit dem hochgelobten Steuerprogramm ELSTER auseinandersetzen. Ein Drama in unzähligen Akten…

Berlin ist ja bekanntermaßen ziemlich groß, zu allem Elend wohne ich auch noch genau auf der Grenze von zwei Bezirken, und niemand, am allerwenigsten ich, ist sich da so ganz sicher, zu welchem ich denn gehöre. Also bin ich zu dem Finanzamt, das meiner Wohnung am nähsten lag.

Wider Erwarten traf ich da auch auf sehr nette und hilfsbereite Sachbearbeiter und wenig später hatte ich tatsächlich eine Steuernummer. Was genau ich damit nun machen würde, wußte ich zwar noch nicht, irgendwie hatte sie auch gewisse Ähnlichkeit mit meiner Berliner Festnetznummer – aber egal.

Runde zwei Wochen später dann ein Anruf aus dem Finanzamt: Ich solle die erteilte Steuernummer bitte nicht benutzen. Sie sei falsch, das ausstellende Finanzamt sei nämlich gar nicht zuständig. Hmpf. das haben die ja echt früh gemerkt. Ich dachte immer, der Durchschnittsbeamte prüft zu allererst mal, ob er zuständig ist – in der Hoffnung, die Arbeit wegen Unzuständigkeit abschieben zu können.
Man habe meine Unterlagen weitergeleitet und die neue Steuernummer käme per Post, wurde mir versprochen.

Wochenlang passierte nichts. Zumindest kam keine Steuernummer. Dafür kam die Nachricht, daß ich gar nicht als Freie, sondern wahrscheinlich doch als Feste arbeiten solle. HMPF. Dafür brauche ich nun eigentlich keine Steuernummer – und vor allem hätte ich mich nicht als Freiberufler anmelden müssen. Naja. Ist ja wohl nicht so schlimm. Dachte ich zumindest.

Inzwischen bin ich schlauer: Als Selbständige muß ich nun jeden Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Gesagt hatte mir das natürlich keiner. Es sei die Pflicht des Bürgers, sich zu informieren, meinte die Dame im (zuständigen und gar nicht netten!!) Finanzamt. Auf Nachfrage erzählte sie dann, ich könne das GANZ EINFACH über www.elster-formular.de machen. Und ich habe ihr geglaubt…

Also habe ich gerade meinen altersschwachen PC (Der junge, schnelle hat einen Festplattendefekt und ist in Reparatur. Noch runde vier Wochen. Mindestens. Wenns schon schief läuft, dann richtig… Aber das ist eine andere Geschichte…) ins Internet gequält. Auf der Seite von ELSTER dann die freudige Überraschung:

Mal eben schnell online ein Formular ausfüllen ist nicht. Ich muß dazu die komplette Software herunterladen. Auch gut. Dauert ja mit meinem Zugang und meinem klapprigen Modem auch nur knappe 90 Minuten…

Ein ganzes Fußballspiel später, das Programm ließ sich zu meinem Erstaunen sowohl installieren als auch öffnen, die nächste freudige Überraschung:
Ich kann dieses Online-Dingens, das übrigens seit 01.01.05 PFLICHT ist (Hallo? Ich kenne massig Menschen, die weder Internetzugang noch PC haben… Was genau machen die dann eigentlich? Im Internetcafé erstmal ELSTER downloaden??) nur dann benutzen, wenn ich vorher offline eine Erklärung zur Steuerdatenübermittlung abgegeben und unterschrieben habe.

Diese Erklärung wird einem sinnigerweise aber nicht in seinem Finanzamt (Am besten noch zusammen mit einer ELSTER-CDrom) ausgehändigt. Nein, das wäre ja zu einfach.

Dieses Formular ist selbstverständlich nicht einmal in ELSTER enthalten…! Wieso eigentlich auch. Wäre ja blöde, es dem Bürger einfach zu machen, wenn es auch schwer geht.

Stunden später, ich hatte in der Zwischenzeit sogar das Formular gefunden und ausgedruckt, wollte ich nun also meine Umsatzsteuervoranmeldung online via ELSTER übermitteln, damit sie zeitnah mit meinem offline verschickten Formular ankommt. Aber, wie ich es irgendwie erwartet hatte, kam sie. Die Fehlermeldung. Errorcode 200. Was auch immer das bedeuten mag. Ich solle bitte die Hotline anrufen.

Das werde ich nun genau nicht tun. Ich werde alle Formulare fein säuberlich ausdrucken und ausfüllen. Und dann per Post nach Berlin schicken. Und meine endgültige steuerliche Abmeldung am besten gleich dazu…

Nun weiß ich aber zumindest eins: Warum ELSTER ausgerechnet den Namen eines diebischen Vogels trägt: Dieses blöde Programm hat mir heute einen halben Tag gestohlen!!

1 Kommentar »

  1. Lonari schreibt:

    Oh weh – bei Deiner amüsanten Schilderung weiß man ja gar nicht, ob man lachen, weinen oder Daumen drücken soll. Mache mal alles ein bisschen. Lachen, weil es mir so bekannt vorkommt, weinen, weil das schon sehr traurig ist (an und für sich), und Daumen drücken, dass nun alles klappt. LG nach Heidelberg!

    8. Mai. 2005 | #

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