Da is’ das Ding!

 

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25. Okt. 2009

So. Kaum ist man vom Auswärtspiel zurück, setzt auch schon der Blog-Streß ein, schließlich war heute auch noch Bundesliga. Aber first things first – zumindest erste Eindrücke aus Glasgow will ich heute noch schildern.

Ich LIEBE Auswärtsspiele, so viel dürfte bekannt sein. Internationale Auswärtsspiele setzen dem ganzen dann die Krone auf.
Der Kurztrip, die fremde Stadt, im Flieger schon andere Fans treffen, stolz durch die Stadt spazieren und die Raute zeigen – hach. Ich könnt schon wieder.

Ich kam Mittwoch am frühen Abend an. Dann ging’s erst mal los, natürlich mit HSV-Schal um. Umgebung erkunden, was essen, Getränke kaufen… das übliche.
Ich traf schon erste HSVer, man unterhielt sich kurz, oder grüßte. Außerdem war immer sehr schnell klar, wer von den Einheimischen für Celtic, und wer für die Rangers war. Die einen grüßten freundlich, die anderen wollten klarmachen, wer der Herr im Hause ist. Da waren sie bei mir natürlich an der falschen Adresse ;-)

Am Spieltag selbst traf man sich am Nachmittag im Glaswegian, einer Rangers-HSV-Kneipe. Drin kochte die Stimmung genauso wie die Raumtemperatur, draußen war mehr Platz und mehr Luft. Außerdem sah man da wenigstens, mit wem man so ins Gespräch kam.

Als allein reisender weiblicher Fan wurde ich sehr oft angesprochen – und hörte recht oft ein “WOW, Respekt!” wenn klar wurde, daß ich allein nach Glasgow geflogen war, um meinen Verein zu unterstützen. (Wenn dann noch die “Wo kommst Du denn her?”-Frage angesprochen wurde… *grins*)

Schon auf der Straße vor der Bar wurde gesungen, die vorbeifahrenden Autofahrer hupten freudig oder brüllten (meist unverständliche, Mannmannmann, diese Schotten sind teilweise aber schwer zu verstehen!) Celtic-Parolen. Ein großer Spaß!

Noch lustiger wurde es, als die ersten Polizisten eintrafen und Flugblätter mit Verhaltensregeln auf Deutsch verteilten. Darauf stand unter anderem, man dürfe auf der Straße weder Alkohol trinken, noch rauchen. Erklär’ das mal ner riesigen Gruppe Fans. Allgemein war man eher amüsiert darüber und fragte sich, ob Glasgow neuerdings in Singapur liege. Ich war mir nicht sicher, ob Atmen erlaubt ist – tat es aber einfach heimlich. Erwischt hat mich keiner… puuuuh!

Nach stundenlangem Warten ging’s dann im Mob los zum Stadion, umzingelt von Polizei. Polizei zu Fuß, auf Fahrrädern, Motorrädern. Polizei in Autos, Polizisten auf Pferden. Und über uns kreiste ein Polizeihubschrauber. Das schlimme war ja, ich empfand die Polizisten als durchweg überfordert und aggressiv. Daß sie einen Schlagstock bei sich tragen – geschenkt. Daß sie ihn aber die ganze Zeit zuschlagbereit auf der Schulter aufgelegt haben und sofort, wenn etwas nicht so lief, wie sie wollten (Auch, wenn man sich den Schuh zubinden wollte und deshalb stehen blieb, etc.), damit drohten… puh. Deeskalation geht irgendwie anders.
Und so hörte auch ich mich irgendwann, als ich es mal wieder vorzog, auf dem Gehweg zu laufen, wie sich das eigentlich gehört, anstatt zwischen den auf grün wartenden Autos, und dafür wieder angepöbelt wurde, zurückpöbeln. Auf deutsch. Nänänänänääänäää.

Der Gang zum Stadion war lang. Also… laaaaaaang. Mitten durchs Wohngebiet, mitten durch Autos, die auf die nächste Grünphase warteten… das wirkte alles nicht so ganz souverän organisiert, meiner Meinung nach.

Ich verlor im Mob leider meine in der Menge vorm Glaswegian kennengelernte Bezugsgruppe bzw. Bezugsperson. Sehrsehr schade. Aber ein bißchen Schwund is immer und meine 11 Jungs brauchten mich, da hatte ich keine Zeit, einen einzigen Kerl zu suchen – auch, wenn er ziemlich niedlich nett war.

Nach einem wirklich endlosen Fußmarsch (und wer mich kennt weiß, ich bin da sehr belastbar) kamen wir endlich am Stadion an. Vor Ort Durchsagen, es sei eine Beleidigung (sic!), Flaschen und andere Behälter mit sich zu führen. Wer genau dadurch beleidigt wurde (die Queen? Weil sie nicht mittrinken darf??) wurde leider nicht erklärt.
Ich war eine der ersten, die rein sind. Durchsucht wurde zweimal, und es gibt tatsächlich Ordnerinnen, die es für sinnvoll halten, bei völliger Dunkelheit ohne Taschenlampe eine Handtasche durchsuchen zu wollen. ääääh, ja.
Die Drehkreuze waren so eng, daß ich fürchte, die etwas beleibteren Herren stecken dort noch heute fest.

In der Kurve schickte man mich dann erst in in den falschen Block, 119. Das war recht ordentlich da, wenn auch wieder mal (wir erinnern uns an Wolfsburg) abenteuerlich nummeriert. Mitten in der Reihe sprangen die Zahlen von 30 wieder um auf 1, es gab Reihenbezeichnungen wie X und DD. Nein, liebe Herren, es wurde NICHT nach Körbchengröße sortiert.

Irgendwann stellte ich fest, daß auf meinem Ticket 120 stand, auf den Tickets um mich rum aber 119. Also ab zum Ordner, nachfragen. Ob die alle falsch sind, oder ich. Der Ordner beharrte drauf, ich sei richtig. Auch, als ich ihm an der Wand einen Hinweis zeigte, daß das Block 119 sei, blieb er stur – das sei 120.
Ich frage mich noch heute, weshalb ich nach 3 Minuten das Stadion besser verstanden hatte als der Ordner.

Vielleicht wollte er mich aber auch nur vor der Frechheit bewahren, die sich mein Sitzplatz nannte. Voilà, ich präsentiere die Aussicht, die mir Celtic Glasgow zugedacht hatte:

Genau. Das dachte ich mir auch. Aber, der Knaller – nicht nur, daß ich nix hätte sehen können: ich konnte mich auch nicht hinsetzen. Mein Sitz war mit rotweißem Band zur Sperrzone erklärt worden…

Auch neben mir war die Aufregung groß ob der nichtvorhandenen Aussicht aufs Spielfeld. Ich frage mich, ob das Mitglieder der HSV-Fanszene Berlin waren, über die ich mein Ticket ja hatte. Jedenfalls redeten wir erst mal auf Ordner, dann auf Polizisten ein, ich konnte endlich mal wieder das Wort “ridiculous” benutzen… und es änderte sich genau nix. Meine Nebensitzer beschlossen, ans Ticketing von Celtic zu mailen und ihr Geld zurück zu fordern.

Gute Idee, aber mir ging’s erst mal darum, das Spiel zu sehen. Einen Block weiter gab es ne halbleere Sitzreihe. Wie sich dann rausstellte, weil dort die billigen Plastiksitzschalen abgebrochen waren. Aber ich wollte schließlich nicht sitzen, ich wollte was sehen.

Die &%$§ Säule (Wer bitte baut so ein Stadion??? Sicherlich kein Fußball-Fan. Oder das ist purer Sadismus den Gästefans gegenüber.) war zwar immer noch im Weg, aber ich konnte zumindest den größten Teil des Spielfeldes überblicken. Und für den Rest mußte ich halt jeweils den Nachbarn rechts und links ein wenig zu Leibe rücken, dann ging das auch.

Die Stimmung im Block war sensationell. Ich hatte ja von Celtic eine Wahnsinnsstimmung erwartet, ich dachte, der Celtic Park sei ein inseltypischer Hexenkessel. Falls er das war, habe ich davon nichts gehört. Wir waren einfach zu laut und zu präsent. Wir sangen neben den Standards sogar einen kompletten Durchgang von “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” (ich sollte dringend den Text nochmal durchgehen!) und von “Mein Hamburg lieb ich sehr” (Abschlach. Konnte ich mal ziemlich genau gar nicht).

Das Spiel an sich war tolltolltoll. Ich habe gesungen und gepöbelt, geschrien und gebangt. Und daß Berg dann noch vor unsrer Kurve das entscheidende einsnull machte… Zucker. Seinen Kniejubelrutscher konnte ich allerdings nicht fotografieren, ich war damit beschäftigt, das Tor zu feiern.

Nach dem Abpfiff eine weitere Glanztat von Ordnern und Polizei – man ließ unsere Mannschaft nicht zu uns in die Kurve. Ja, doch, so macht man sich die Gästefans zum Freund und sorgt dafür, daß keine Aggressionen aufkommen. NICHT. Trikots in die Kurve werfen, die wohl verdiente Uffta – alles wurde verboten. Labbadia platzte deshalb ganz schön die Hutschnur (zu recht!), dieser hasserfüllte Blick ist großartig.

Wir durften natürlich den Block auch nicht verlassen, bis das Stadion leer war. Und als wir dann durften, setzten wir uns hin und sangen “Wir ha’m bezahlt, wir bleiben hier” :-)

Busse oder sowas zurück ins Stadtzentrum gab’s natürlich nicht. Nein, wir durften wieder laufen. Natürlich wieder mit Hu-Hu-Hubschraubereinsatz und Co. Mannmannmann.

Es gibt noch tausend Dinge, die ich Euch erzählen will… aber das soll mal als erster Bericht reichen.

Und weil ich es u.a. Nedfuller versprochen hatte, habe ich sogar Filmschnipsel gedreht und hinterher in stundenlanger Kleinarbeit mit einem bockigen Programm zusammengefrickelt. Das hat mich wieder dran erinnert, wieso ich kein Videoblogger geworden bin – es liegt mir einfach nicht.

Dennoch präsentiere ich mehr oder minder peinlich berührt meinen Videobeitrag zum Auswärtsspiel. Schließlich sollen all die, die nicht mit waren, zumindest ein bißchen der Stimmung mitbekommen…

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